Amadeu Antonio Stiftung – Lügen mit Steuergeldern?

von MANNdat

Nach eigenem Bekunden will die Amadeu Antonio Stiftung die demokratische Zivilgesellschaft stärken. Belltower ist ein Internetportal der Amadeu Antonio Stiftung. In einem Beitrag „Deutschlands nervigste Antifeministen“ behauptet Belltower u. a.:

  • MANNdat bzw. dessen Vorsitzender würden die Ansicht vertreten: „Die Weiber werden gar nicht belästigt, sie bilden sich das nur ein, und für diese Hysterie müssen Männer dann büßen!“
  • „Es geht ihm [dem MANNdat-Vorsitzenden] aber nicht darum zu thematisieren, inwieweit es gesellschaftlich verpönt ist, dass Männer darüber sprechen, Opfer geworden zu sein, sondern: um Frauen die Stimme zu nehmen.“
  • dass Arne Hoffmann sich „eine komplette Karriere daraus gezimmert hat, Feministinnen zu hassen“, und ordnet ihn dem „rechten Rand“ zu.
  • „Ob ein Mann [hier bezogen auf Arne Hoffmann], der bis Ende 40 noch bei seiner Mutter lebt, ein souveräner Liebhaber ist, steht auf einem anderen Blatt.“

Wir hatten dazu schon berichtet.

Unwahrheiten

Wir weisen darauf hin, dass all diese Aussagen Beleidigungen, ad-hominem-scheinargumentative Rhetorik und Unwahrheiten sind. Weder auf unserer Homepage noch in Interviewaussagen sind die von Belltower behaupteten Aussagen zu finden. Und der Buchautor und erfolgreiche Blogger Arne Hoffmann kann gar nicht mit Ende 40 bei seiner Mutter leben, weil sie bereits vor 22 Jahren verstorben ist.

Wir haben deshalb die Amadeu Antonio Stiftung, die für diese Rabulistik verantwortlich ist, am 3.4.2021 angeschrieben, sie auf die auf Belltower verbreiteten Unwahrheiten hingewiesen und aufgefordert, diese innerhalb einer Woche zu entfernen. Unser Anschreiben kann im Anhang nachgelesen werden.

Bewusste Unwahrheiten

Die Amadeu Antonio Stiftung ließ diese Unwahrheiten unverändert stehen. Selbst wenn man davon ausgehen würde, dass diese Unwahrheiten lediglich durch Unwissenheit zustande gekommen wären, sind sie, nachdem wir sie darüber informiert haben aber sie trotzdem stehen gelassen wurden, bewusste Unwahrheiten, also das, was man umgangssprachlich gemeinhin als Lügen bezeichnet.

Mit Steuergeldern finanzierte bewusste Unwahrheiten

Die Amadeu Antonio Stiftung verbreitet aber nicht nur bewusst Unwahrheiten, dieses als Journalismus getarnte Denunziantentum wird auch noch mit Steuergeldern mitfinanziert. Die für Belltower zuständige Amadeu Antonio Stiftung erhielt nämlich laut Angaben von „Demokratie leben“ im Jahr 2020 schon

476.956,36 Euro

aus Steuergeldern und erhält in diesem Jahr bislang weitere

441.692,88 Euro.

Quelle: Screenshot www.demokratie-leben.de, Abruf 21.4.2021, Rotmarkierung durch uns

Laut Bundeshaushaltsplan für das Haushaltsjahr 2021 erhält die Amadeu Antonio Stiftung allein vom Bundesjustizministerium

250.000 Euro

Fördermittel aus Steuergeldern.

Quelle: Bundeshaushaltsplan 2021, Rotmarkierung durch uns

Man bedenke: Die Bundesregierung verweigert gleichzeitig dem Forum Sozialen Inklusion immer noch die ihm vom Bundestag genehmigten Fördergelder für seine Arbeit zur Gleichberechtigung von Vätern. Siehe hierzu unsere Trilogie Gleichstellungsbeauftragte verhindern Gleichstellung, Teil 1, Teil 2 und Teil 3.

Wer will, dass Männer die „Klappe halten“, muss sie zum Schweigen bringen

Es scheint widersprüchlich zu sein, dass in einer Zeit, in der uns die Politik viel von Solidarität und Gemeinschaft erzählt und von großen Opfern redet, gleichzeitig aber gut eine Million Euro an eine zweifelhafte Stiftung zahlt, die den Menschen im Land und vor allem der Jugend ein miserables Beispiel für Diskurskultur abliefert und die Gesellschaft spaltet, anstatt sie zu vereinen.

Im männerpolitischen Gleichstellungsdosier der Bundesregierung sieht die Politik die Rolle des Mannes in der Geschlechterpolitik darin, die „Klappe zu halten“. Wer Männer aus dem geschlechterpolitischen Dialog und Diskurs ausgrenzen will, muss sie zum Schweigen bringen, denn immer mehr Männer wollen auch ihre berechtigten Anliegen kundtun. Eine sehr positive Entwicklung, an der MANNdat seinen Anteil hat. Wie kann man aber Menschen in einer demokratischen Gesellschaft, in der Teilhabe und Meinungsfreiheit allen Bürgern zustehen, den Mund verbieten?

In der ehemaligen DDR wurde gegen Personen und Personengruppen, die vom Ministerium für Staatssicherheit als „feindlich-negativ“ angesehen wurden, die Methode der sogenannten Zersetzung angewendet. Ziel der Zersetzung war laut der einschlägigen „Richtlinie zur Bearbeitung Operativer Vorgänge von 1976, gegnerische Kräfte zu zersplittern, zu lähmen, zu desorganisieren und sie untereinander und von der Umwelt zu isolieren. ‚Feindliche‘ Handlungen sollten so vorbeugend verhindert, eingeschränkt oder unterbunden werden.

Gegen einzelne Personen gerichtete Maßnahmen der Zersetzung waren gemäß Richtlinie 1/76 etwa die ‚systematische Diskreditierung des öffentlichen Rufes, des Ansehens und des Prestiges auf der Grundlage miteinander verbundener wahrer, überprüfbarer diskreditierender sowie unwahrer, glaubhafter, nicht widerlegbarer und damit ebenfalls diskreditierender Angaben‘ oder die ‚systematische Organisierung beruflicher und gesellschaftlicher Misserfolge zur Untergrabung des Selbstvertrauens‘.“

Das hier Geschehene erinnert uns irgendwie an diese Zersetzungsstrategie.

Männerhass als Kulturgut

In einem Interview mit dem SRF erklärt die Feministin und Feminismuskritikerin Esther Vilar, wie die Frauenbewegung bis heute Nachteile von Männern in unserer Gesellschaft übergeht. Mit ihrem Weltbestseller „Der dressierte Mann“ zog Esther Vilar in den 1970er-Jahren selbst den Hass vieler Feministinnen auf sich, weil sie auch auf Benachteiligungen von Männern aufmerksam machte. In einem legendären Fernsehduell 1975 mit Alice Schwarzer rechtfertigte letztere physische Gewalt gegen Vilar. Danach konnten Esther Vilars Lesungen jahrelang nur noch unter Polizeischutz stattfinden. Vilar wurde mehrfach körperlich attackiert. Die Ärztin mit jüdischen Wurzeln wurde so aus Deutschland vertrieben.

Bei dem Streitgespräch warf A.S. Frau Vilar vor, faschistisch zu sein. Das Nazikeulen-Denunziantentum ist keine Erfindung unserer Zeit, sondern war von Beginn an feministische Waffe.

Im Interview sagt Vilar: „Ich weiß nicht, warum sich nicht wenigstens ein paar Männer beschwert haben.“

Zumindest heute mag das damit zusammenhängen, dass Männer, die sich beschweren, auf der Abschussliste einer demokratieunwürdigen Meinungspolizei, wie der Amadeu Antonio Stiftung, stehen. Die „Welt“-Journalistin Anna Schneider twitterte vor Kurzem:

Quelle: Screenshot Twitter

Übrigens: Wer mehr über Esther Vilar hören möchte, dem ist ein weiteres Interview empfohlen.

Quellen

Fördergelder für Amadeu Antonio Stiftung: https://www.demokratie-leben.de/projekte-expertise/projekte-finden-1/projektdetails/amadeu-antonio-stiftung, Abruf 17.4.2021

Belltower Artikel: https://www.belltower.news/schwerpunkt-antifeminismus-deutschlands-nervigste-antifeministinnen-113725/, Abruf 17.4.2021

Arne Hoffmanns Stellungnahme zum Diffamierungsartikel auf Belltower: https://genderama.blogspot.com/2021/03/veronika-kracher-online-mobbing-fur-die.html

Tweet Anna Schneider: https://twitter.com/a_nnaschneider/status/1376422589690691586, Abruf 18.4.2021

Esther Vilar-Interview des SFR: https://www.srf.ch/play/tv/gredig-direkt/video/mit-bestsellerautorin-esther-vilar?urn=urn:srf:video:233988ff-ca18-4a87-8d39-4ed5b9d841ec, Abruf 18.4.2021

Zersetzung: Definition Zersetzung des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (BStU): https://www.bstu.de/mfs-lexikon/detail/zersetzung/ Abruf 9.5.21

Anhang – unsere Mail vom 3.4.21 an

Sehr geehrte Damen und Herren,

Belltower behauptet auf https://www.belltower.news/schwerpunkt-antifeminismus-deutschlands-nervigste-antifeministinnen-113725/ , MANNdat bzw. dessen Vorsitzender würden die Ansicht vertreten: „Die Weiber werden gar nicht belästigt, sie bilden sich das nur ein, und für diese Hysterie müssen Männer dann büßen!“

Belltower behauptet: „Es geht ihm [dem MANNdat-Vorsitzenden] aber nicht darum zu thematisieren, inwieweit es gesellschaftlich verpönt ist, dass Männer darüber sprechen, Opfer geworden zu sein, sondern: um Frauen die Stimme zu nehmen.“

Belltower behauptet weiter, dass Arne Hoffmann sich „eine komplette Karriere daraus gezimmert hat, Feministinnen zu hassen“, und ordnet ihn dem „rechten Rand“ zu.

Weiter behauptet Belltower: „Ob ein Mann [hier bezogen auf Arne Hoffmann], der bis Ende 40 noch bei seiner Mutter lebt, ein souveräner Liebhaber ist, steht auf einem anderen Blatt.“

Alle diese Behauptungen sind unwahr. Wir fordern Sie deshalb hiermit auf, diese unwahren Behauptungen zu entfernen. Die für Belltower zuständige Amadeu Antonio Stiftung erhielt laut Angaben von „Demokratie leben“ im Jahr 2020 schon 476.956,36 Euro aus Steuergeldern und erhält in diesem Jahr bislang weitere 441.692,88 Euro. Laut des Bundeshaushaltsplans für das Haushaltsjahr 2021 erhalten Sie allein vom Bundesjustizministerium 250.000 Euro Fördermittel aus Steuergeldern. Für eine Einrichtung, die dermaßen viel Steuermittel erhält, halten wir die Verbreitung von solch diffamierenden Unwahrheiten über Bürger dieses Landes für mehr als nur äußerst fragwürdig.

Wir gehen derzeit davon aus, dass diese Behauptungen auf Unwissenheit Ihrerseits beruhen. Sind diese Aussagen innerhalb einer Woche ab Datum dieser Mail nicht entfernt, gehen wir davon aus, dass Sie diese Unwahrheit bewusst verbreiten, es sich also um mit Steuermitteln verbreitete Lügen Ihrerseits handelt, und werden dies so auch öffentlich titulieren und kolportieren.

Tatsache ist, dass im 2019 erschienenen Buch von Arne Hoffmann „Gleichberechtigung beginnt zu zweit: Können Feminismus und Maskulismus für eine ganzheitliche Geschlechterpolitik zusammenwirken?“ Feministinnen und Feminismuskritiker gleichermaßen sich auf sachlicher Ebene austauschen.  

Zu den Belltower-Ausführungen zur Obdachlosigkeit und Gewalt auf der Straße: Fakt ist, dass Männer stärker von Gewalt und Obdachlosigkeit betroffen sind und die Geschlechterpolitik auch trotz 20 Jahre Gender Mainstreaming nichts Effektives dagegen unternimmt. Da gibt es nichts schönzureden. Im Gegenteil, durch die Ausgrenzung von männlichen Gewaltopfern aus politischen Maßnahmen zur Bekämpfung von Gewalt wird dieser Gender Empathy Gap zuungunsten männlicher Gewaltopfer unmittelbar gefördert und Täterinnen und Täter von Gewalt gegen Männer mittelbar in Schutz genommen.

Gleichberechtigung und gar Gleichstellung beruht auf dem Prinzip, dass alle Menschen gleichwertig sind. Das Maß, inwiefern männlichen Gewaltopfern ebenso Aufmerksamkeit und Empathie entgegengebracht wird wie weiblichen, ist deshalb ein unmittelbares Maß für Gleichberechtigung, und für Gleichstellung sowieso.

Wir stimmen mit Ihnen überein, dass die Änderung alter Männerrollenbilder eine der wichtigsten Rahmenbedingungen für eine Emanzipation von Männern ist. Wir weisen aber darauf hin, dass es die politisch Verantwortlichen sind, die archaische Rollenbilder von Männern sogar gesetzlich zementieren.

Es sind die politisch Verantwortlichen, die 2012 von Gewalt an Jungen durch Körperverletzung mittels Beschneidung ausdrücklich legalisiert haben. Es sind also die politisch Verantwortlichen, die Gewalterfahrung von Jungen bis heute als für Männlichkeitsinitiation so essentiell sehen, dass sie diese ausdrücklich gesetzlich einräumen.

Des Weiteren weisen wir darauf hin, dass nach Artikel 12a des Grundgesetzes bis heute ausschließlich Männer zum militärischen Zwangsdienst verpflichtet werden können. Seit Aufhebung des Verbotes des Dienstes an der Waffe für Frauen gibt es dafür in einer Welt, in der alle Menschen gleichgestellt sein sollen, keine sachlichen Gründe mehr. Diese einseitige Männerwehrpflicht beruht auf dem archaischen Männerrollenbild des Kriegers, nach dem das Töten von Menschen und Getötetwerden ausschließlich Männersache sei.

Weiterhin weigern sich die politisch Verantwortlichen bis heute, Vätern in Artikel 6 (4) des Grundgesetzes gleichgestellt den Müttern den gleichen Anspruch auf den Schutz und die Fürsorge der Gemeinschaft zu gewähren. Damit wird mittelbar grundgesetzlich Müttern die Erziehungsarbeit und Vätern die Versorgungsarbeit zugeschrieben. Eine Vielzahl von Urteilen des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte zu Benachteiligungen von Vätern belegen, dass Deutschland ein Menschenrechtsproblem mit Vätern hat. Dennoch weigern sich die politisch Verantwortlichen seit Jahrzenten bis heute, sich dieser Herausforderung zu stellen.

Wir kritisieren dieses sogar grundgesetzlich zementierte Festhalten am veralteten Rollenbild von Jungen und Männern seit fast 20 Jahren. Sie dagegen verschweigen sie und tun so, als seien die Jungen und Männer ausschließlich selber schuld. Deshalb ist Ihr suggeriertes Engagement für den Abbau archaischer Rollenbilder nicht authentisch.

Mit freundlichen Grüßen

Bildquelle: freie-medien-manipulation-fotolia-com99630477_arto_817-e1477914651682.jpg

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  1. Von Gary

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