UN-Frauenforum 2021 – zwischen Opfertum und Ressentiment

von MANNdat

Bei der Weltfrauenkonferenz in Peking 1995 hat die weltweite frauenpolitische Lobby das geschlechterpolitische Konzept des Gender Mainstreaming beschlossen. Eine politische Strategie, mit der man uns eine Geschlechterpolitik versprach, die die Anliegen und Belange beider Geschlechter berücksichtigen sollte. Tatsächlich entpuppte es sich als lineare Weiterentwicklung und vor allem einer Radikalisierung der reinen Frauenförderpolitik in allen politischen Feldern mit den üblichen Männertäter-Frauenopfer-Stereotypen. Man hat mittlerweile den Eindruck, alle Ministerien wären nur noch Unterministerien des Frauenministeriums.  

Nachdem die Frauenförderlobby sich nun weltweit auf den höchsten politischen Ebenen manifestiert hat, soll die Frauenprivilegierung nun noch konsequenter umgesetzt werden.

Ausgangspunkt ist diesmal analog zu Peking 1995 das „Generation Equality Forum in Paris”, das vom 30. Juni bis 2. Juli 2021 stattfand und an dem die führenden Köpfe der Frauenförderlobby teilnahmen, darunter auch Angela Merkel, Hillary Clinton, Kamala Harris und Melinda Gates.

Mos Majorum, ein kritischer Beobachter der einseitigen Frauenförderpolitik in Frankreich, hat das Forum in einem Videobeitrag vom 4. Juli 2021 vorgestellt und kommentiert. Einer unserer Leser hat für uns den Beitrag ausfindig gemacht und ihn vom Französischen ins Deutsche übersetzt. Vielen Dank dafür. Die nachfolgenden Zitate (kursiv) aus dem Videobeitrag von Mos Majorum stammen aus dieser Übersetzung. Ergänzungen und Kommentare von uns in fett.

Quelle Screenshot: Mos Majorum: Génération Egalité, entre victimisme & ressentiment (odysee.com)

Generation Gleichheit, zwischen Opfertum und Ressentiment

Sicher, es gab ein paar politische Aktionen oder unterschriebene Chartas im Blitzlichtgewitter, aber was wirklich gezählt hat, war das Ambiente und die Symbolik (…): Der Feminismus ist nicht mehr die alltägliche Aktion der Befreiung der Frauen selbst, falls es jemals die Intention war, sondern es ist seit kurzem eine enorme Maschinerie, die bis in die UNO geht. (…) Aber wer UNO sagt, sagt nicht nur auch Bürokratie, sondern sagt auch Regierungschefs, und beispielsweise hat uns Emmanuel Macron (E.M.) eine Einführung gegeben, da diese Konferenz in Frankreich abgehalten wurde.

E.M: „Ich fordere von den Führungspersonen, die da sind, Feministen zu sein, Feminist zu sein, im Namen der Tatsache, dass der Feminismus ein Humanismus ist, und dass die Verteidigung der Würde der Frauen, die Rechte der Frauen gleichzeitig die Verteidigung der Würde und der Rechte der Männer bedeutet. Sie sind untrennbar, weil der Zustand des Menschlichen unteilbar ist. Weil der Kampf des Lichts für den Kampf für die Humanität, also für die Frauen und Männer ist. Untrennbar im Schicksal und Beschaffenheit.“

Macron redet hier Unsinn und er weiß es auch. Feminismus und Humanismus sind ein Widerspruch. Humanismus ist das Denken und Handeln im Bewusstsein der Würde des Menschen, wie es schon in der griechisch-römischen Antike entstand und über die Aufklärung wieder aufgegriffen wurde und schließlich über die Formulierung von Menschenrechten in die Ethik der Gesetzgebung vieler Länder gefunden hat. In Deutschland wird dies mit Artikel 1 des GG deutlich: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“. Dieser Artikel steht bewusst ganz vorne im GG, denn er ist die Grundlage für alles, was danach folgt. Ohne ihn ist alles dahinter nichts. Das sollte man sich in Zeiten von #killallmen oder #menaretrash immer wieder vor Augen halten, um sich über den Zustand der Menschenrechte in unserem Land im Klaren zu ein.

Dem Feminismus geht es dagegen nur um Frauenanliegen und sonst nichts. Das sagt auch schon der Name, bei dem alles Männliche und damit auch per se Männer und Jungen unsichtbar gemacht werden. Menschenrechte sind aber unteilbar und gelten für alle Menschen, egal ob Frau oder Mann. Menschenrechte, die nur für eine bestimmte Gruppe gelten, sind keine Menschenrechte, sie sind Menschenrechtsvergehen.

Macron ist das sehr wohl bewusst. Aber er weiß, dass er dieses egozentrische, narzisstische Narrativ vor den versammelten Augen und Ohren der Elite der Frauenförderlobby kolportieren muss. Das will man hören und deshalb hat man ihm erlaubt zu sprechen. Er versucht das dadurch hinzubiegen, dass er die Würde des Mannes an die Würde der Frau knüpft. Er formuliert damit deutlich die Rolle des Mannes in der aktuellen Geschlechterpolitik. Die Rolle der Männer in dieser Geschlechterpolitik, wie sie die UN-Organisation UN Women repräsentiert, besteht darin, dafür zu sorgen, dass es Frauen gut geht. Das ist aber nichts Neues. Das ist das uralte Rollenbild des Mannes seit der Steinzeit. Die Emanzipation des Mannes ist bei dieser Geschlechterpolitik weder vorgesehen noch erwünscht.

Schon die kritische Feministin Katharina Rutschky hat dies noch vor Gender Maistreaming erkannt und bemängelt: „Die Frauenbewegung war und ist in ihren Resten als ‚Politik für Frauen‘ (vulgo Staatsfeminismus) eine Angelegenheit der akademisch qualifizierten Mittelklasse. Ihr Problembewusstsein reichte nur zur Etablierung einer Beschwerdekultur, mit den Männern als Adressaten und Papa Staat als Medizinmann. […] Schon die Studentinnen von 1968 waren nicht benachteiligt, sondern von einer Freiheit gefordert, für die es in der Geschichte kein Beispiel gibt. Statt hier anzusetzen, hat man das überholte Modell der ewig nörgelnden Ehefrau auf Politikformat gepustet“.

Weiter mit Mos Majorum:

Hillary Clinton (H.C.) war im Saal.

H.C.: „Und wir müssen auch sicherstellen, dass die Institutionen, die die Macht haben, in den Nationen, Unternehmen, in jedem Aspekt der Wirtschaft und Gesellschaft, diese nie mehr wieder ignorieren werden können, weil die Forderungen, die von uns allen kommt, aber speziell von der nächsten Generation, unglaublich stark und fokussiert sein wird. In einer Art wie sie die einfordert und erwartet, die Veränderungen, die die Frauen verdienen.“

Die Liste der Gäste erweitert sich auf Melinda Gates (M.G.), die die Bill and Melinda Foundation repräsentiert, die für diese Gelegenheit mehr als 2 Milliarden Dollar auf den Tisch gelegt hat.

M.G.: „Vor 26 Jahren hat die Welt auf der ‚Aktion Pekinger Plattform‘ der Geschlechtergerechtigkeit zugestimmt. Wenn wir mehr Fortschritt in dieser Sache gemacht hätten, dann wären unsere Communities besser für die Pandemie vorbereitet gewesen.“

(…)

Sundaa Bridgett-Jones (Managing Director der The Rockefeller Foundation):

„Unser neuester Bericht legt nahe, dass nur in einem Jahr die Sache der Parität der Frauen in der Arbeits- und Wirtschaftswelt um 36 Jahre zurückgeworfen wurde. Und das sind schlechte Nachrichten, nicht nur für Frauen und Mädchen, sondern für alle von euch, die auf die Erholung von der Covid-19-Episode hoffen. Und wir wissen, dass die Humanität mit den Fortschritten der Frau voranschreitet.“

Und falls es immer noch nicht ausgereicht hat, gab es noch all die Stars aller Ecken, Darsteller, Sänger, etc.

„Covid-19 hat die Ungleichheit gezeigt und verstärkt. Der Impakt auf die Frauen und Mädchen war harsch und überproportional. So wie wo wir uns von der Pandemie erholen, müssen wir die Geschlechtergerechtigkeit ins Herz des Prozesses stellen.“

„Ja, du, falls du übereinstimmst, dass 50% der Macht den 50% der Bevölkerung gebührt, dann tritt uns heute bei um den ‚act for equality‘ zu unterstützen. Die Kampagne um uns zu erneuern und unseren Kampf zu unterstützen, um für die Gleichheit der intersektionellen Geschlechter im Rahmen des Forums ‚Generation Equality Forum‘ zu kämpfen.“

„Hilft uns bei der Kampagne für die Gerechtigkeit der intersektionalen Geschlechter im Rahmen des ‚Generation Equality Forum‘. Lasst uns für Gleichheit agieren.“

All dies zeigt, dass es der Frauenförderlobby darum geht, Krisen, wie aktuell die Pandemie, zu instrumentalisieren, um den Frauenförderlobbyismus voranzutreiben. Es gibt kein besseres Beispiel als die frauenpolitisch inszenierte Hysterie der angeblich stärkeren Betroffenheit von Frauen durch Covid-19 und die angeblich damit verbundenen Rückschritte in der Gleichberechtigung, denn:

  • Das Institut der deutschen Wirtschaft hat in einer Studie eindeutig festgestellt, dass Frauen in der Corona-Krise nicht die Verlierer am Arbeitsmarkt sind: https://www.iwkoeln.de/fileadmin/user_upload/Studien/Kurzberichte/PDF/2020/IW-Kurzbericht_2020_Frauenarbeitslosigkeit.pdf

  • Forscher der Brookings Institution in Washington, CDC, untersuchten die Covid-Fälle und Todesfälle zwischen Februar 2020 und August 2021. „COVID-19 hat danach allein in den USA mindestens 65.000 mehr Männer als Frauen getötet – und schwarze Männer haben das höchste Todesrisiko“.

  • In einer Folge des NDR Info Podcasts Coronavirus-Update spricht die Virologin Sandra Ciesek darüber, warum Männer ein größeres Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben.

  • Und in einem Artikel im Ärzteblatt wird klargestellt: „Weder für die partnerschaftliche Gewalt aus Opferperspektive (…) oder die Täterperspektive (…) noch für die physische (…) und psychische Gewalt (…) gegenüber Kindern konnten signifikante Veränderungen der relevanten 12-Monats-Prävalenzraten (2016 versus 2021) festgestellt werden.“

Die Instrumentalisierung der Pandemie zum Vorantreiben von Frauenprivilegierung anhand von Hirngespinsten und jenseits von den tatsächlichen Fakten zieht sich wie ein roter Faden durch die ganze Veranstaltung, wie wir noch sehen werden.

Für Mos Majorum sind vor allem vier Punkte aus der Veranstaltung von Bedeutung:

I

Erstens, die Form ist die Grundlage. Die Mächte sind zusammengekommen, um für die inklusive Welt von morgen zu werben, indem man die Kämpfe gegen den Sexismus, dem Klimawandel, den gefährlichen Corona-Virus und weiteren Aktivisten zu sammeln.

„Kein Land auf der Welt hat Geschlechtergleichheit erreicht. Persistente Ungleichheit formen Politik, Gesetze und Institutionen. Noch schlimmer, die Pandemie hat tiefe Disparitäten aufgezeigt, besonders für Frauen und Mädchen. Systeme zu ändern erfordert das Ändern unserer Art die Dinge zu sehen.“

Halten wir fest, dass die zahlreichen Denker unter den funkelnden Intellektuellen nicht eine Misswahl vermutet hätten. 

„Miteinbeziehen heißt nicht die Intoleranz zu tolerieren.“

Unter all dem hat sich auch nochmals eine nicht zu vernachlässigende Dosis von LGBT-Botschaften an die Jugend versteckt. 

Ich zeige Ihnen als Beispiel das Video der „Queer Youth voices“ des Forum Generation Gleichheit, eine Konferenz wurde selbst zu diesem Thema abgehalten. „Ich brauche jeden zur Umformung der Diskussion über die Generationengerechtigkeit zur Diskussion über die Gleichberechtigung unter _allen_ Geschlechtern, und nicht nur zwischen Mann und Frau.“

II

Zweitens stützt sich komplett auf eine Prämisse, die ich schon früher in diesem Kanal kritisiert habe: Die Abkürzung Feminismus ist gleich Gerechtigkeit.

Auf den 17 Seiten des Programms der Konferenz habe ich sehr spezifische Konferenzen gesehen: feministische und inklusive künstliche Intelligenz, öffentliche Märkte, die sensibel zu den Geschlechtern sind, Charta gegen die Stereotypen in den Kultur- und Kreativ-Industrien, feministische Erziehung der jungen weiblichen Migrantinnen, Gerechtigkeit der binären und nicht-binären Geschlechter, jedoch nicht eine einzige Konferenz, die die Männer betreffen. Ich gebe zu, ich hatte nichts erwartet, aber wie immer bedeutet Geschlechtergerechtigkeit immer von Frauen zu reden. Die Gleichheit ist eine Einbahnstraße.

III

Gefahr für die Demokratie

Drittens die unendliche Rede über die Demokratie und das Risiko des Nationalismus, ein von den meisten Diskussionsteilnehmern wiederholter Ohrwurm. Obwohl wir schon seit mehr als einem Jahr unter einem Regime der strikten Kontrolle der Bürger der westlichen Welt [Covid-Ausgangsbeschränkung] leben, existiert das Problem nicht, die Gefahr kommt nicht von einer Anhäufung von Ausnahmegesetzen, die am Ende für immer gelten könnten. Die Gefahr kommt auch nicht von den großen Unternehmen, die das Wetter über die politischen Agenden und das Leben von Millionen Leuten machen, obwohl sie nie von jemandem gewählt worden sind, dies zu tun. Nein, die Gefahr für die Demokratie sei die Rede gegen Frauenrechte, also die Rede von bösen Anti-Progressiven, wogegen man sich stellen muss.

(…)

Auf diese Art und durch eine Magie, dessen Geheimnisse nur die Weltelite zu kennen scheint, finden sich dieselben Eliten selbst unter den Opfern des mittleren westlichen Proletariats, die sie so wohlwollend unterstützt. Natürlich, wenn sie die Witwe oder die Waise verteidigen, dann sagt man sich a priori, dass alle ihre Taten nobel, uneigennützig, altruistisch sind. Das ist der ganze Betrug eines Teils der großen Weltphilanthropie.
„Um die Wirtschaftserholung stark und nachhaltig zu machen, müssen wir sie gerecht machen. Wir haben die Macht, wir haben die Überzeugung, jetzt ist es Zeit zu handeln. Egalität kann nicht warten.“

Die Stars von ihren Luxusvillen aus, die Melindas (Gates) mit ihren zig Milliarden Dollar, die Hillary Clintons mit ihren gut gefüllten Adressbüchern, die Merkels oder Harris und deren Macht als Regierungschefinnen, all dies war offiziell dort, um den Frauen in den Entwicklungsländern zu helfen. Schönes Programm. Nur dass tatsächlich Hillary Clinton überwiegend von ihrer Niederlage bei der Wahl 2016 redete, die sie auf das „Manterrupting“ schob, Kamala Harris überwiegend von ihrer Angst vor dem Nationalismus in den Staaten, einschließlich der Trump-Wähler, gesprochen, und unser Präsident [Macron] von einem Nationalprojekt – mit Augenzwinkern – einer Wahlkampagne geredet haben.

„Das Forum hat bei dieser Gelegenheit einen 40-Milliarden-Fonds auf 5 Jahre für die Sache der Frau angekündigt.“

(…)

Hillary Clinton: „In der ganzen Welt ist die Demokratie in Gefahr. Starke Männer wurden stärker. Der Missbrauch der Menschenrechte ist zahlreicher geworden. Korruption unterminiert den Fortschritt. Falschinformation unterminiert öffentliches Vertrauen.“

Macron dazu:

„Und wir werden denjenigen, die uns zurückbringen wollen, nicht klein beigeben. Im Namen der Religion, im Namen einer Philosophie, im Namen einer politischen Ansicht, im Namen eines nationalen Projekts, und wogegen sie immer gekämpft haben oder noch weiterkämpfen, ist da.“

IV

Die ersten Opfer sind Frauen

Viertens hat man uns wieder die Rede von den Frauen als die ersten Opfer der Epidemie herausgekramt.

Eine Rede, die uns Marlène Schiappa vor einem Jahr gehalten hat, und die wir seitdem in hunderten Presseartikeln gelesen haben.

„In dem Jahr, in dem die Welt stillstand, wurden Frauenrechte zurückgenommen. Jahre von Fortschritt wurde zunichte gemacht. Einfach so. Jetzt, wo die Welt wieder Fahrt aufnimmt, haben wir die Pflicht wieder zu agieren. 

Jacqueline O’Neill (sie hat dazu beigetragen, den Bereich Frauen, Frieden und Sicherheit und seine Anwendung in Regierungen, Sicherheitskräften und multilateralen Organisationen zu etablieren und hat die kanadische Regierung beim ersten (2011-2016) und zweiten (2017 bis heute) nationalen Aktionsplan für Frauen, Frieden und Sicherheit beraten; https://pm.gc.ca/en/news/backgrounders/2019/06/12/jacqueline-oneill): „Die Frauen waren an der vordersten Front bei der Bekämpfung der Pandemie und bei der Erholung von dieser. Wir waren auch mit den desaströsen Konsequenzen konfrontiert. Der Anstieg der Rate der häuslichen Gewalt, die Vertiefung der unbezahlten und nicht anerkannten Pflegearbeit und die Unsicherheit bezüglich unserer ökonomischen Zukunft.“

Isabelle Hudon (kanadische Botschafterin für Frankreich): „Die Pandemie hat den Graben der Egalität zwischen Frauen und Männern vertieft.“

Jutta Urpila (European commissioner international partnerships): „Der Anstieg der häuslichen Gewalt ist eine Schattenpandemie. Es erfordert globales Handeln. Die europäische Kommission engagiert sich, die konzertierte Aktion gegen gegenderte Gewalt zu führen. Wir fördern die Gendergleichheit mit unserer Arbeit.“

Hat die Gewalt unter (Ehe-)Partner durch die Quarantäne zugenommen? In Frankreich haben wir noch keine Daten darüber. Die Umfrage „l’enquête cadre de vie et sécurité 2021“ (Rahmen des Lebens und der Sicherheit 2021) wird gerade realisiert, ist aber noch nicht veröffentlicht. Die HCEFH (Haut conseil à l’égalité entre femmes et hommes) gibt uns die Zahlen von 2019 als zuletzt verfügbare. Und die einzige einfach zugängliche Metrik ist die der Morde unter (Ehe-)Partner, und diese ist im Vergleich zum Vorjahr stark gesunken. Also ich kann zumindest für Frankreich nicht auf eine Explosion der Partnerschaftsgewalt schließen. (…)

Wie oben schon erwähnt, all diese Hysterie von der angeblichen stärkeren Betroffenheit von Frauen durch Corona wird von der Frauenpolitik bislang lediglich kolportiert, ist aber nicht wissenschaftlich belegt.

Was man noch als Punkt hätte anführen können, ist, dass die Frauenpolitik mit ihrer Forderung nach 50/50-Quoten nicht authentisch ist. Denn dort, wo Männer, Jungen oder Väter die schlechteren Quoten haben, lässt man „Gleichstellung“ großzügig ausfallen. Ein sehr markantes Charakteristikum von Frauenpolitik.

V

Konklusion

Schlussendlich demystifiziert sich der Feminismus, der sich als populäre und organische Bewegung träumt. Der Feminismus kommt von der Spitze. Alles entscheidet sich oben. Der militante, antikapitalistische Feminismus ist auf einer Linie mit der Rockefeller Foundation, den großen Banken und den meisten großen Staatsführern, und immer noch bewahrt er sich die Illusion, sich als rebellisch und anti-systemisch zu sehen.

Sehr treffend schließlich das Resumé von Mos Majorum:

Man favorisiert seit Jahren eine Bewegung der großen Weiblichkeit, indem man absichtlich die weiblichen Gefühle nährt. Man erklärt den Frauen, dass sie benachteiligt und unterdrückt seien, dass sie mehr verdienen und dass der Schuldige neben ihnen ist, es handelt sich um den weißen Mann. All dies verhält sich auf vorhersehbarer Art, ich würde sogar fast gewollt sagen, um die Ressentiments gegen die Männer zu nähren. Und es ist nur allzu einfach, dann daraus Kapital zu schlagen, um sie sodann für politische Zwecke zu nutzen. Das war der Einsatz der UN Women.

[…]

(Video Ende)

Gender Mainstreaming, daraus hat die Frauenlobby nie einen Hehl gemacht, war schon immer als Top-Down-Prozess gedacht. Beim Top-Down-Prozess entscheiden einige wenige Auserwählte und delegieren die Ausführung streng hierarchisch in die unteren Hierarchieebenen. Eine Teilhabe bei der Entscheidungsfindung auf den unteren Hierarchieebenen, bei einem Staat also die Bürger, ist weder möglich noch erwünscht, was gerade bei demokratischen Verfassungen solche Prozesse zumindest äußerst fragwürdig macht.

Das macht verständlich, weshalb eine demokratische Teilhabe von Abweichlern dieser radikal auf Fraueninteressen ausgerichteten Geschlechterpolitik so rabiat verhindert wird. 2011 hat man die Gleichstellungsbeauftrage der Stadt Goslar, Monika Ebeling, ihres Amtes enthoben, weil sie es wagte, auch Partnerschaftsgewalt gegen Männer zu thematisieren. Heute werden dem Forum Soziale Inklusion vom Bundestag bewilligte Fördergelder vorenthalten, weil es sich in der Familienpolitik nicht nur um Mütter-, sondern auch um Väterinteressen kümmern möchte.

Ergänzend sei angemerkt, dass UN Women Deutschland danach am 16. Juli 2021 zur Internationalen Konferenz „A New Deal for Gender Equality“ einlud, bei der 170 Vertreterinnen aus 11 Ländern virtuell zusammenkamen. Sie richteten konkrete Forderungen an Bundesregierung und Europäische Kommission, um das Nachhaltigkeitsziel  Geschlechtergerechtigkeit bis 2030 zu verwirklichen. Auch bei dieser Veranstaltung wurde die Pandemie instrumentalisiert, um noch mehr Frauenprivilegien zu fordern.

Vorsitzende von UN Women Deutschland ist keine Unbekannte, nämlich die Frauenrechtsaktivistin Elke Ferner von der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF), der Frauenförderlobby der SPD, jener Partei, die schon in ihrer Satzung allem Männlichen – und damit per se auch allen Jungen und Männern – Menschlichkeit abspricht. Mai 2004 wurde Ferner sogar Bundesvorsitzende der ASF. Sie sagte bei der Veranstaltung der UN Women Deutschland:

„Wir brauchen jetzt einen ‚New Deal‘ für umfassende Geschlechtergerechtigkeit nach der Pandemie. Frauen müssen an allen Entscheidungen paritätisch beteiligt werden. So weiter zu machen wie bisher verfestigt und vertieft die bestehenden Ungleichheiten. (…) Wir haben seit Jahren kein Erkenntnis- sondern ein Handlungsdefizit. Und deshalb muss jetzt endlich gehandelt werden! Gleichstellung und nachhaltige Entwicklung müssen Leitprinzipien in allen Politikfelder werden und in die Wiederaufbaupläne integriert werden. Es dürfen nur noch Maßnahmen beschlossen und finanziert werden, die die Gender Gaps schließen und keine, die sie konservieren oder vergrößern. Wir brauchen einen konkreten Fahrplan zur Schließung aller Gender Gaps mit verbindlichen Zielen und einem stetigen Monitoring, damit die Maßnahmen bei Bedarf angepasst werden können. Es muss ein Leben frei von Gewalt für alle ermöglicht werden.“

Mit „aller Gender Gaps“ meint Frau Ferner natürlich nur die rosinengepickten oder konstruierten Gender Gaps zuungunsten von Frauen. Die Gender Gaps zuungunsten von Jungen, Männer und Vätern werden weiterhin ignoriert. Daran hat auch die Einführung des Gender Mainstreaming nichts geändert, mit dem man versprach, eine Geschlechterpolitik für beide Geschlechter einzuführen.

Und wenn Frau Ferner meint, es müsse ein Leben frei von Gewalt für alle ermöglicht werden, kann man dem nur zustimmen. Warum dann aber die UN nur Gewaltschutz von Frauen, aber nicht den Gewaltschutz von Männern vorantreibt, obwohl diese stärker von Gewalt betroffen sind als Frauen (siehe WHO-Gewaltbereich 2003), bleibt im Verborgenen.

Auch Christine Lambrecht (SPD), Bundesfrauenministerin in der vorigen Legislaturperiode, die noch vor kurzem die Sorgerechtsbenachteiligung von Vätern in Deutschland nochmals auf ein neues Niveau anhob, schaltete sich der Veranstaltung zu. Auch für sie sind nur die üblichen frauenförderpolitisch rosinengepickten Gender Gaps von Interesse, nämlich die übliche Gender-Pay-Gap-Masche und mehr Hausarbeit für Männer.

 

Quelle Beitragsbild: gender-adobe-288900571-vonmonster-ztudio-200×200-1.jpg

 

 

 

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  1. Von Altschneider

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