Leserbrief an FAZ zur systematischen Verwendung von Techniken der Misandrie
Ein Leserbrief an die FAZ zur systematischen Verwendung von Techniken der Misandrie
Im Januar bin ich an drei aufeinander folgenden Tagen über sehr unterschiedliche Artikel in der FAZ gestolpert, die alle gemeinsam hatten, dass sie das feministische Opfernarrativ bedienten und, noch schlimmer, Techniken der Misandrie anwendeten.
Daraufhin wollte ich per Leserbrief von der FAZ wissen, was die Redaktion und die Journalistinnen (es waren in diesem Fall alles Frauen) dazu sagen.
Im Folgenden mein Leserbrief im Original:
Systematische Misandrie und das feministische Opfer-Narrativ in der FAZ
Zu den Artikeln: „Traumatisiert von der Front“ (20.01.), „Gendermedizin“ (21.01.) und „Mit Genie verheiratet“ (22.01.)
Sehr geehrte Redaktion der FAZ,
die Berichterstattung Ihrer Zeitung im Januar offenbart ein erschreckendes Muster: Eine konsequente Ausblendung männlicher Realitäten zugunsten eines ideologischen, feministischen Opfer-Narrativs:
Im Text über hochbegabte Frauen wird einseitig die „Female Success Penalty“ beklagt – Männer würden vor weiblichem Erfolg bzw. weiblicher Intelligenz fliehen. Verschwiegen wird dagegen die weibliche Hypergamie: Frauen suchen mehrheitlich Partner aus höheren sozialen Schichten. Wenn die Protagonistin Männer pauschal als „ermüdend“ abwertet, ist das reine Misandrie, die männliche Lebensentwürfe herabwürdigt, während die eigenen Auswahlkriterien tabuisiert werden.
Wenn es tatsächlich um Hochbegabung ginge: Warum wird nicht ein zweites Pärchen mit umgekehrter Intelligenzverteilung betrachtet. Dies sollte nicht schwer zu finden sein, da die obersten 5 % in der Intelligenzverteilung immer Männer sind und Männer im Allgemeinen kein Problem mit Frauen niedrigerer Intelligenz oder niedrigerer sozialer Schicht haben.
Besonders drastisch zeigt sich die Verzerrung in der Gendermedizin. Dass Frauen im Schnitt fünf Jahre länger leben, scheint für die Redaktion kein Anlass zu sein, nach geschlechterspezifischer Medizin für Männer zu fragen. Stattdessen wird die Nutzung von Männern als „billige“ Versuchskaninchen in Medikamentenstudien – ein Beleg dafür, dass das männliche Leben als weniger wertvoll -nicht nur von den Versicherern dieser Studien- eingestuft wird – zur Benachteiligung der Frau umgedeutet. Auch das Märchen der weiblichen Care-Arbeit wird bedient: Aber laut Statistischem Bundesamt leisten Männer in Partnerschaften faktisch ebenso viel Care-Arbeit, während Frauen (laut FES-Studie) durchschnittlich acht Stunden weniger Erwerbsarbeit pro Woche leisten. Der Text behauptet zwar, Männer profitierten von Gendermedizin, bleibt aber jegliches Beispiel schuldig.
Das Ausblenden der Männer in der Gendermedizin ist dabei eine weitere Anwendung einer Technik der Misandrie nach P. Nathanson und K. Young, (Spreading Misandry, 2001): Männer werden einfach unsichtbar gemacht (women alone together).
Die Krone der Empathielosigkeit ist jedoch der Ukraine-Beitrag. Während täglich hunderte bis tausende MÄNNER auf beiden Seiten der Front sterben oder körperlich und psychisch verkrüppelt werden, interessiert sich die FAZ für deren PTBS (Posttraumatische Belastungsstörung) nur insoweit, als sie eine Gefahr für Frauen darstellt. Kein Wort zu den grausamen Fronterfahrungen oder fehlender Unterstützung für Männer nach dem Fronteinsatz. Zudem wird häusliche Gewalt als rein weibliches Schicksal gerahmt, obwohl wir wissen, dass –zumindest in der deutschen PKS – bis zu 30 % (in Dunkelfeldstudien sogar bis zu 50 %) der Opfer männlich sind.
Ihre Form der Berichterstattung nutzt verschiedene Techniken der Misandrie, um Männer als Menschen mit eigenen Nöten unsichtbar zu machen und zu dehumanisieren. Da dies so gehäuft vorkommt, fällt es mir schwer, von einem Versehen auszugehen.
Ein Qualitätsmedium sollte die Wirklichkeit abbilden und nicht nur ein feministisches Zerrbild vermitteln. Auffällig ist dabei, dass alle drei Artikel von Frauen stammen. Vielleicht sollte sich die FAZ in Zukunft mal über eine institutionelle und redaktionelle Gleichberechtigung mehr Gedanken machen.
Über eine selbstkritische Stellungnahme der Redaktion und der drei Autorinnen würde ich mich freuen.
Mit freundlichen Grüßen
Mehr zu den Techniken der Misandrie siehe hier:
Die sechs Techniken der Misandrie nach Nathanson und Young – Teil 1
Die sechs Techniken der Misandrie nach Nathanson und Young – Teil 2
Tipp von der Redaktion: Wenn Sie Lehrer sind, können Sie diese FAZ-Texte in der Schule als sehr gutes Lehrmaterial über manipulative Techniken einsetzen. Verwenden Sie dazu auch die vorgenannten Links, in denen diese ausführlich erläutert werden.
Quelle Beitragsbild: computer-comic_fotolia_vladwel
Hat Ihnen der Artikel gefallen? Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit mit einer Spende.
Lesermeinungen
Schreiben Sie einen Kommentar
Bitte beachten Sie, dass Kommentare mindestens 5 und höchstens 1500 Zeichen haben dürfen.
Zitate können mit <blockquote> ... </blockquote> gekennzeichnet werden.
Achtung: Wenn Sie einen Kommentar von einem Smartphone verschicken, wird der Text manchmal von der Autofill-Funktion des Smartphones durch die Adresse ersetzt. Wenn Sie den Kommentar absenden, können wir den originalen Text nicht wiederherstellen.
Aber wie soll frau denn ohne Verwais aufs Patriachat Männern die Schuld an Gewalt in lesbischen Beziehungen zuweisen? Und wer könnte sonst die Verantwortung dafür tragen?
Der „Hinweis“ auf „aus Angst, Vorurteile zu bedienen“ schlägt aber wirklich dem Fass den Boden aus. Die Vorurteile dürften wohl eher auf Seiten von „Gewalt geht immer vom das Patriachat (was immer das sein mag) im Allgemeinen und Männer, besonders weißen und älteren, aus. Sie sind an jedem Leid von queeren, Frauen, und der ganzen Welt verantwortlich, und überhaupt und so.“ liegen. Das Problem liegt so klar darin, dass es eben den Vorurteilen und Narrativen zuwider läuft, dass frau eben woke statt wach sein muss um das zu übersehen.
Das war wohl eine Antwort auf mein Beitrag eins weiter unten.
Ja, beim Artikel hatte ich schon an Satire gedacht, denn der/die Autor/in bräuchte eigentlich nicht viel, um den die widersinnige Patriarchatstheorie zu entlarven. Aber nein, so naiv geht es im Blog bis zum Schluss.
Kann dem Artikel nur Zustimmen. Man fasst es nicht, wie Ignorant so viele Schreiberinnen sind. Egal wie oft man auf die Fehler hinweist, es wird ignoriert. Da scheinen viele immun gegen die Wahrheit zu sein.
Ich selber bin auf diesen hier gestossen:
https://www.fluter.de/gewalt-queere-beziehungen
Davon mal 3 Zitate extrahiert.
„Ich hätte nie gedacht, dass es in lesbischen Beziehungen zu Gewalt kommen kann“
„Gewalt in queeren Beziehungen bleibt oft unsichtbar. Aus Scham, weil sonst niemand darüber redet in der Community, oder aus Angst, Vorurteile zu bedienen.“
„Patriarchale Muster verschwinden ja nicht, nur weil zwei Frauen zusammen sind“
Wäre es zuviel verlangt, auf die Idee zu kommen, dass häusliche (oder partnerschaftliche) Gewalt gar nichts mit einem „Patriarchat“ zu tun hat?
Wäre es zuviel verlangt, die zahlreichen Studien wahrzunehmen, die zeigen, dass das feministische Narrativ über die häusliche/partnerschaftliche Gewalt falsch ist? Dass lesbische Partnerschaften sogar gewalttätiger als die der Heteros sind?
In besagten Studien über Gewalt in lesbischen Beziehungen wurden erstens wenig lesbische Frauen eingebunden und zweitens wurde SEHR OFT auf Gewalt in vorherigen heterosexuellen Beziehungen hingewiesen. Das wird meistens so dargestellt, als wäre dies in homosexuellen Beziehungen der Fall. Die Studie hat sogar einen eigenen Wikipedia Artikel zur Erklärung. Wie dieses Argument in 2 von 3 Kommentaren hier kommt ist… seltsam.
@Sepp: ich finde es immer seltsam, dass bei Studien, die die typischen Narrative der Männertäter-Frauenopfer-Stereotype nicht bestätigen, immer nach Begründungen gesucht wird, das zu relativieren, wenn das Narrativ zutrifft ist es aber halt typisch Mann.