Wie pervers sind CDU und FDP?

von MANNdat

Bild: fotolia @drobot-dean. Text von MANNdat

Verantwortliche CDU- und FDP-Politiker treten für ein Kopftuchverbot für junge Mädchen ein. Wem die Situation von Jungen ein wenig am Herzen liegt, dürfte sich darüber wundern. Denn 2012 vertraten diese beiden Parteien am vehementesten die Legalisierung von Körperverletzung an Jungen durch Beschneidung. 91 Prozent der CDU-Abgeordneten und 85 Prozent der FDP-Abgeordneten hatten damals keinerlei Probleme, im Hinblick auf kleine Jungen das durch Artikel 2 des Grundgesetzes geschützte Recht auf körperliche Unversehrtheit zu opfern, um religiöse Traditionen zu schützen.

Unser offener Brief an Christian Lindner, Serap Güler, Joachim Stamp, Linda Teuteberg (Linda.teuteberg@bundestag.de, ‎joachim.stamp@landtag.nrw.de, Christian.lindner@bundestag.de, Serap.gueler@mkffi.nrw.de) vom 12.5.2018:

Ungleichbehandlung von Jungen und Mädchen durch CDU und FDP

Sehr geehrter Herr Lindner,
sehr geehrte Frau Güler,
sehr geehrter Herr Stamp,
sehr geehrte Frau Teuteberg,

Sie treten für ein Kopftuchverbot für junge Mädchen ein – gut sechs Jahre, nachdem Sie, CDU und FDP, 2012 am vehementesten die Legalisierung von Körperverletzung an Jungen durch Beschneidung befürworteten. 85 Prozent der Bundestagsabgeordneten der FDP und 91 Prozent der Bundestagsabgeordneten der CDU hatten damals keinerlei Probleme, im Hinblick auf kleine Jungen das durch Artikel 2 des Grundgesetzes geschützte Recht auf körperliche Unversehrtheit zu opfern, um religiöse Traditionen zu schützen.

Die Wendehals-Perversion der Frau Serap Güler

Einem jungen Mädchen ein Kopftuch überzustülpen, sehen Sie, Frau Serap Güler (CDU), als pure Perversion, welche das Kind sexualisiere und wogegen klar Position bezogen werden müsse. Umgekehrt sehen Sie sich veranlasst, klar dafür Position zu beziehen, einem kleinen Jungen die Vorhaut abzuschneiden und ihn sexualisieren zu dürfen, denn am 7.9.2012 setzten Sie folgende Prioritäten:

Eltern und Ärzte, die seit dem Urteil des Landesgerichts Köln vom 26. Juni 2012 verunsichert sind und ihre religiöse Tradition in Gefahr sehen, brauchen eine klare Regelung, bis es ein Bundesgesetz gibt. Die NRW-Landesregierung darf nicht zu weiterer Verwirrung beitragen,… Die Integrationsexpertin bekräftigte für die CDU-Fraktion, dass die Linie des Deutschen Bundestages unterstützt werde. CDU/CSU, SPD und FDP haben die Bundesregierung in einem gemeinsamen Antrag aufgefordert, im Herbst 2012 einen Gesetzentwurf vorzulegen. Darin soll sichergestellt sein, dass eine medizinisch fachgerechte Beschneidung von Jungen ohne unnötige Schmerzen ‚unter Berücksichtigung der grundgesetzlich geschützten Rechtsgüter des Kindeswohls, der körperlichen Unversehrtheit, der Religionsfreiheit und des Rechts der Eltern auf Erziehung‘ grundsätzlich zulässig ist.

Pervers sind für uns Parteien, die ihr Verhältnis von Grundrechten zu religiösen Traditionen opportunistisch ausrichten. Mädchen haben durch die Frauenpolitik eine starke politische Lobby, eine Lobby, die Jungen nicht haben und die deshalb für Sie offenbar bereitwillig für Interessen anderer Lobbyisten geopfert werden können.

In einer Kurzantwort vom 23.11.2012 hat der damalige FDP-Chef Guido Westerwelle unsere Kritik bezüglich des Anliegens der FDP auf Legalisierung von Körperverletzung an Jungen durch Beschneidung lapidar abgeschmettert:

Das Kölner Urteil [zur Strafbarkeit der Beschneidung von Jungen aus religiösen Gründen – Anm. d. Verf.] hat international Irritationen ausgelöst. Es muss klar sein, dass Deutschland ein weltoffenes und tolerantes Land ist, in dem die Religionsfreiheit fest verankert ist und in dem religiöse Traditionen wie die Beschneidung als Ausdruck religiöser Vielfalt geschützt sind.

Westerwelle verlor kein einziges Sterbenswörtchen über die Rechte – über die Grundrechte – von Jungen. Die FDP interessierte nur die Interessen der Lobbyisten.

Die ambivalente Verbotsvertretbarkeit des Herrn Christian Lindner

Auch wenn man damit religiöse Traditionen verletze, sei das Verbot des Tragens eines Kopftuches laut Ihnen, Herr Christian Lindner (FDP), vertretbar, das Verbot von Körperverletzung an Jungen dagegen nicht. Denn seinerzeit, bei der Legalisierung von Körperverletzung an Jungen durch Beschneidung, hatten Sie keine Probleme, das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit religiösen Ritualen unterzuordnen:

FDP-Chef Christian Lindner hat mittlerweile zum Glück unmissverständlich klargestellt, dass seine Partei jüdische Beschneidungen befürwortet, wenn sie nach den Regeln der ärztlichen Kunst vorgenommen werden.
(Quelle: https://www.svz.de/16584956 ©2018)

Auch die damalige Jugendministerin Schröder (CDU), die sich als höchste für Jungen zuständige politische Ministerin eigentlich von Amts wegen für den Schutz der Grundrechte von Jungen hätte einsetzen müssen, ließ Jungen im Stich und ließ uns in ihrem Namen antworten:

Die Religionsfreiheit und die religiöse Toleranz sind tragende Pfeiler unserer gemeinsamen demokratischen Gesellschaft und werden durch das Grundgesetz garantiert.

und

Voraussetzung dafür ist, dass die Beschneidung nach den Regeln der ärztlichen Kunst durchgeführt werden soll.

In zwei Dritteln des Antwortbriefes wurde dann dargestellt, dass es dem Bundesjugendministerium vor allem darauf ankomme, dass durch die Legalisierung von Körperverletzung an Jungen durch Beschneidung nicht auch eine Legalisierung von Körperverletzung an Mädchen durch Beschneidung. Aus uns verborgen gebliebenen Gründen ist das Bundesjugendministerium offenbar der Ansicht, dass Artikel 2 und 3 des Grundgesetzes lediglich für Mädchen, nicht jedoch für Jungen gälten.

Ausreden statt Gründe

Und nein, die angebliche höhere Komplikationsrate bei der Beschneidung von Mädchen ist keine Rechtfertigung für diese Doppelmoral. Denn das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit aus Artikel 2 des Grundgesetzes definiert die Gültigkeit dieses Grundrechtes nicht in Abhängigkeit von der Schwere der Körperverletzung.

Die jeweiligen Hinweise auf die sogenannten „Regeln der ärztlichen Kunst“ sind hier übrigens unsinnig und ausschließlich Mittel zum Zweck. Denn jeder operative Eingriff birgt immer die Gefahr einer Komplikation. Und die oberste Regel von Ärzten ist deshalb, überflüssige Operationen zu vermeiden. Eine Operation ohne medizinische Notwenigkeit kann deshalb niemals den „Regeln der ärztlichen Kunst“ entsprechen.

Die doppelmoralistische Akzeptanz des Herrn Joachim Stamp

Religionsunmündige Kinder dürften nicht dazu gedrängt werden, ein Kopftuch zu tragen, meinen Sie, Herr Joachim Stamp (FDP). Religionsunmündigen Kindern, darunter auch kleine Säuglinge (natürlich solange es „nur“ Jungen sind), aus religiöser Tradition der Eltern eine irreversible Körperverletzung zuzufügen, ist für Sie aber offenbar dagegen akzeptabel.

Die geschlechtsteilabhängige Offenheit und Besonnenheit der Frau Linda Teuteberg

Damit Integration gelinge, müssten auch Konflikte in der Einwanderungsgesellschaft „offen und besonnen angesprochen werden“, erklärten Sie, Frau Linda Teuteberg, als integrationspolitische Sprecherin (FDP). Bezüglich der Körperverletzung an Jungen durch Beschneidung vermeiden Sie jedoch tunlichst, Konflikte in der Einwanderungsgesellschaft „offen und besonnen“ anzusprechen.

Hier zeigt sich eine Doppelmoral der politisch Verantwortlichen, die seit Jahrzehnten Jungen etwas über „neue Wege“ und „Änderung des Rollenbildes“ schwadronieren. In Wirklichkeit sind Sie es, die politisch Verantwortlichen selbst, die Gewalt und Gewalterfahrung immer noch als wesentlicher Bestandteil der Initiation von Jungen als wichtig und notwendig erachten. Schauen Sie sich dieses Video an und Sie sehen, für welches Männerbild Sie stehen:

Video „Eine Beschneidung“ (veröffentlicht auf youtube von Hauptdimension)

Sehr geehrte Damen und Herren,

Sie zeichnen hier für uns das Bild einer opportunistischen und Jungen diskriminierenden CDU und FDP.

Das Wort zum Tag fasst deshalb Ihren Aktionismus u. E. treffend zusammen:

Populistisch und verlogen.

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Lesermeinungen

  1. Von G

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  2. Von KLx

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    • Von Dr. Bruno Köhler

  3. Von M

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    • Von Dr. Bruno Köhler

  4. Von Bernd Jenne

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    • Von Dr. Bruno Köhler

  5. Von uepsilonniks

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    • Von Dr. Bruno Köher

  6. Von wolf

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