Staufermedaille für Franzjörg Krieg – Geniestreich in väterfeindlichen Zeiten

von MANNdat

Wir wissen nicht, wie er es geschafft hat, aber er hat es geschafft.

Bundesjustizministerin Lambrecht hat Väterfeindlichkeit auf ein bisher nie dagewesenes Niveau angehoben. Das Bundesfamilienministerium verweigert dem FSI, das sich für die Gleichbehandlung von Männern und Frauen im Familienrecht einsetzt, die vom Bundestag genehmigten Fördermittel. Die Grünen radikalisieren sich und machen klar, dass Männer von ihnen keine Gleichberechtigung zu erwarten haben. Alle Parteien außer FDP im Bundestag lehnen das Wechselmodell kategorisch ab. Und in dieser väterfeindlichen Zeit schafft es der Väteraktivist Franzjörg Krieg, eine Landesauszeichnung in einem grünregierten Land von einem grünen Ministerpräsidenten für sein außergewöhnliches Engagement gegen diese Väterfeindlichkeit zu bekommen.

Die Verleihung

Am 26. Juli 2021 wurde der Väteraktivist Franzjörg Krieg mit der Staufermedaille des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet. Die Staufermedaille ist eine besondere, persönliche Auszeichnung des Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg für Verdienste um das Land Baden-Württemberg. Zum ersten Mal überhaupt wird das leidenschaftliche Engagement für ein modernes Familienrecht, das die Gleichberechtigung von Mutter und Vater gerade auch im Hinblick auf das Kindeswohl anstrebt, mit einer längst fälligen hohen öffentlichen Auszeichnung geehrt. Stellvertretend für Ministerpräsident Kretschmann überreichte der Oberbürgermeister der Stadt Gaggenau Christof Florus dem verdienten Preisträger die hohe Auszeichnung.

„Damit wird zum ersten Mal etwas honoriert, was eigentlich politisch geächtet ist: Mein Engagement für die Verlierer im politisch korrekten deutschen Residenzmodell. Nach einem politischen Total-Desaster nach 8 Jahren Regierungskoalition in Sachen Familienrechtspolitik ist das ein bedeutendes Zeichen“, sagte Franzjörg Krieg.

Für MANNdat waren bei der Verleihung aus den Reihen des Vorstandes der Vorsitzende Matthias Enderle und der Beisitzer im Vorstand Bruno Köhler anwesend und haben ihm die Glückwünsche des Vereins MANNdat überbracht.

Nach der Laudatio des Oberbürgermeisters Christof Florus kam Franzjörg Krieg selbst zu Wort. Beide Reden sind auf der Homepage von Franzjörg Krieg downloadbar. Siehe https://vater.franzjoerg.de/meine-rede-zur-verleihung-der-staufer-medaille/

Die Rede des Preisträgers

Die Reden sind in Gänze lesenswert. Nachfolgend nur einige Auszüge aus der Rede des Preisträgers.

„Die Überreichung einer solchen Auszeichnung bestätigt, erfreut, ist Wertschätzung und Ansporn.
Die persönliche Leistung wird erkannt und gewürdigt.
Das allein wäre schon absolut ausreichend im Rahmen einer solchen Auszeichnung.

Der Wert dieses Ereignisses liegt für mich aber bedeutend tiefer und betrifft das Politische hinter diesem Akt der Wertschätzung

(…) Es geht z. B. darum, ein Kind oder mehrere Kinder zu verlieren, die man liebt, die einem aber völlig legal entzogen werden.

Und es gibt Kinder, denen aufgrund staatlicher Steuerungsmechanismen legal ein Elternteil genommen wird.

(…)

Geschätzt sind wir in Deutschland von rund 250.000 – 350.000 Trennungen mit Kindern jährlich betroffen. Dass keine genauen Zahlen vorliegen, liegt an der Anzahl von Trennungen nicht verheirateter Eltern, die statistisch nicht erfasst sind.

Mindestens 250.000 Kinder und 250.000 Eltern sind betroffen – dahinter stehen jeweils ganze erweiterte Familien mit Großeltern, Onkeln, Tanten, Cousins und Cousinen, usw.

Manche Trennungs-Eltern regeln alles selbst mehr oder weniger optimal.
Das ist aber nicht der Durchschnitt.
Man trennt sich ja nicht, weil man alles gut miteinander regeln kann.

(…)

Wenn eine Trennung mit Kindern im Dissens abläuft, was die Standardsituation darstellt, müssen Institutionen und Personen aus den Professionen regeln – die familiale Intervention greift ein.

 (…)

Bis 1976 gab es das Schuldprinzip.
Seit 1976 wurde dies durch das Zerrüttungsprinzip abgelöst.
Danach müsste eigentlich versucht werden, nach der Trennung der Eltern auf der Paarebene dem Kind beide Eltern auf der Elternebene zu erhalten.

Eben das wird aber NICHT gemacht.

Das Zerrüttungsprinzip beinhaltet schon lange ein sorgsam vernebeltes neues Schuldprinzip, bei dem nicht mehr ermittelt werden muss, wer die Schuld trägt, sondern bei dem der Schuldige von vorn herein feststeht – meist der VATER.

(…)

Für den Staat hört nach einer Trennung oder Scheidung die Familie auf.

Ab diesem Punkt gilt politisch nur noch die Alleinerziehendenförderung.

Und diese ist politisch gesehen fast ausschließlich in weiblicher Hand – sowohl, was die politischen Entscheidungsträgerinnen angeht, als auch, was die begünstigte Klientel angeht.

Deshalb wird argumentiert, dass Väter immer wieder mit dem Begriff Täter konnotiert werden müssen und dass z. B. die Unterhaltsverweigerer ausschließlich Väter seien. Immer wieder werden sie als Unruhestifter abgewertet, wenn sie nicht nur Zahlvater, sondern auch Begleiter für ihre Kinder ins Leben sein wollen.

(…)

Das politisch ideologische Programm im Hintergrund – sorgsam medial und politisch bemäntelt – ist das (überwiegend mütterzentrierte) Residenzmodell.

Im Residenzmodell wird dem Kind ein Elternteil weitgehend entzogen und diesem Elternteil wird das Kind weitgehend entzogen. Zwei verlieren – einer gewinnt.
Das ist im Kern ein hoch defizitäres Modell, das jährlich hunderttausendfach durch unser System politisch geplante Opfer erzeugt.

Unter den Eltern wird ein Sieger und ein Verlierer gekürt und dem Verlierer wird die Schuld zugeschrieben, die eigentlich das politische System durch den Einsatz eines ideologisch geprägten und hoch defizitären Prinzips tragen müsste.

An jedem Tag, an dem in Deutschland die Familiengerichte geöffnet haben, wird rund 400 Kindern ein Elternteil weitgehend entzogen und 400 Elternteilen wird weitgehend ein Kind genommen.

(…)

Es gibt keinen politischen Willen, dies ändern zu wollen, obwohl viele Staaten dies längst geändert haben und obwohl der Europarat mit seiner Resolution 2079 vom Oktober 2015 den einstimmigen Beschluss gefasst hat, Väter in die Betreuung und Erziehung von Kindern mehr einzubeziehen und auch nach Trennung oder Scheidung dem Kind in einem Modell von Doppelresidenz möglichst beide Eltern zu erhalten. Inzwischen ist der deutsche Ausdruck dafür, das Wechselmodell, politisch und gesellschaftlich fast schon zum Schimpfwort verkommen und das System kreiert fortlaufend alle möglichen Vorbehalte dagegen, statt die Bedingungen dafür zu optimieren.

(…) 

Die Politik, die für die Fehlsteuerung die Verantwortung trägt, geht aus ideologischen Gründen allein von Alleinerziehendenförderung und deshalb vom mütterzentrierten Residenzmodell aus.

Die Professionen verdienen nicht an der Befriedung, sondern am Schüren von Konflikt.

Und die breite Frauenförderszene, die flächendeckend in allen Schichten der Gesellschaft etabliert und aus Steuergeldern finanziert ist – und dazu gehören große Teile der familialen Beratungs- und Interventionsszene – bedient ihr Klientel, denn diese Szene ist – wie die gesamte familiale Interventionsszene frauendominiert.

Bei allem widerspricht diese Praxis dem Leitgedanken der Emanzipation. Ziele, für die in den 70ern gekämpft wurde, werden ad absurdum geführt. Frauen werden wieder auf die Mutterschaft (Kinder + Küche) reduziert. Mütter werden nach der Trennung zu Kindererziehern und Väter zu Geldgebern – diese Apartheitspolitik in der Teilung von Elternrollen widerspricht allen Bemühungen um gesellschaftliche Emanzipation.

(…)

Denn der Staat verdient mit:

Der Sieger erhält das Kind, das Geld, die bessere Steuerklasse und die Bestätigung, immer alles richtig gemacht zu haben und auch immer alles richtig zu machen.

Der Verlierer bekommt das Kind genommen, muss alles zahlen, wird dafür in die Steuerklasse 1 gesteckt und wird zum Schuldigen gemacht.

Die um das 6-8-Fache höhere Suizidrate von Männern mittleren Alters und die Dominanz von Männern unter den Obdachlosen in unseren Großstädten sind nur äußere Zeichen für die Spitze des Eisbergs. Großbetriebe kennen das Problem des Ausfalls von Arbeitnehmern nach Trennung oder Scheidung.

(…)

Am Ende von 8 Jahren Koalition stehen wir vor einem familienrechtspolitischen Totalschaden:

Seit 8 Jahren gieren alle nach rund 60 internationalen großen Studien zur Auswirkung des Wechselmodells – nahezu alle mit sehr positiven Resultaten – nach einer spezifischen deutschen Studie, weil deutsche Kinder ja so sehr anders und besonders sind als alle anderen Kinder der Welt.

Ich war beim Deutschen Familiengerichtstag 2013 dabei, als diese Forderung erhoben wurde.

Zwei Jahre später wurde diese auch vom Bundesfamilienministerium in Auftrag gegeben und wurde Ende April 2019 auch fertig abgegeben. Unter dem Stichwort PETRA-Studie ist im Netz dazu alles zu finden.

Wir alle haben sie bezahlt. Sie verschwand aber – nach machtpolitischen Eingriffen schon während der laufenden Studie – nach der Fertigstellung im Tresor des BMFSFJ. Der Name ist tatsächlich Programm: Familie, Senioren, Frauen und Jugend – also Ministerium für alles außer für Männer und Kinder.

Und ich prognostiziere, dass wir sie nie zu sehen bekommen werden, wenn nicht eine neue Leitung in diesem Ministerium nach der Bundestagswahl völlig neue Wege gehen wird.

(…)

Parallel dazu setzte das Bundesjustizministerium die Reform des Familienrechts in die Tat um, was in den Koalitionsvereinbarungen festgeschrieben war.

Ausschüsse wurden gebildet, Vorschläge wurden erarbeitet. Alles war fertig und wurde von uns bezahlt.

Dann wurde die Reform im letzten August von der Justizministerin gestoppt.

Wenn dann die Partei dieser Justizministerin im Grundsatzprogramm stehen hat, dass das Männliche in der Gesellschaft überwunden werden müsse, um zur Menschlichkeit zu finden, müssen wir uns fragen, wieviel Menschenrechtswidrigkeit ein Staat erträgt, der sich selbst Rechtsstaat nennt, und es wird plötzlich alles verständlich, wenn man davon ausgeht, dass sowohl die PETRA-Studie als auch die Reformvorschläge mehr Bedeutung für Väter und weniger Allmacht für Mütter gebracht hätten.

Jetzt erst kann verständlich werden, was ich an dieser Ehrung meiner Arbeit für so bedeutsam halte:

Wenn gerade jetzt nach dem familienrechtspolitischen Totalschaden zum ersten Mal jemand geehrt wird, der sich ausschließlich um diejenigen gekümmert hat, die ansonsten komplett vom System abgehängt werden, dann muss ich das als politisch wirksames Signal werten.

Mit der Lenkung des Blicks auf eine Arbeit, die ansonsten keine Aufmerksamkeit und keine gesellschaftspolitische Unterstützung erfährt, werden die Opfer dieses brutalen Systems erst sichtbar.

Und das macht Mut und bringt perspektivisch Hoffnung.

Und gerade dafür bedanke ich mich besonders.“

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Lesermeinungen

  1. Von Blumenschein

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  2. Von Gary

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  3. Von Gunther Herzlich

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  4. Von Gast

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