Das Gamma-Bias – Wissenschaft belegt MANNdat-Kritik an UN

von MANNdat

Das wissenschaftliche Fachmagazin „Psychreg Journal of Psychology“ konzentriert sich in einer Sonderausgabe speziell auf die Situation von Männern. Einer der Beiträge daraus bestätigt unsere Kritik an der Teilung der Menschenrechte durch die UN, die wir bislang in zwei offenen Briefen zum Gender Empathy Gap Day formuliert haben:

Offener Brief 2019 an die UN zum Tag des Gender Empathy Gap

Offener Brief 2020 an die UN zum Tag des Gender Empathy Gap

Hier das Abstract zu dem Beitrag „Bias against men’s issues within the United Nations and the World Health Organization: A content analysis“ von James Nuzzo, Independent Researcher, Australia, Psychreg Journal of Psychology, Published by Psychreg Ltd, ISSN: 2515-138X:

“Befangenheit gegenüber Männeranliegen innerhalb der Vereinten Nationen und der Weltgesundheitsorganisation: Eine Inhaltsanalyse

Männer schneiden bei vielen Gesundheitsthemen schlechter ab als Frauen, aber den Frauenfragen wird, insbesondere auf nationaler Ebene, mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Dieses scheinbare Paradoxon könnte durch Gamma-Bias oder ein ähnliches geschlechtsspezifisches Verzerrungskonstrukt erklärt werden. Solche potenziellen Verzerrungen müssen untersucht werden. Der Zweck der vorliegenden Arbeit besteht darin, sechs Evidenzströme vorzustellen, die eine Befangenheit gegenüber Männeranliegen innerhalb der Vereinten Nationen (UN) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) veranschaulichen.

Erstens: Das UN-Ziel der nachhaltigen Entwicklung im Bereich der ‚Gleichstellung der Geschlechter‘ gilt ausschließlich für Frauen.

Zweitens hält die UNO neun Internationale Tage für Frauenfragen/-leistungen und einen Tag für Männerfragen/-leistungen ab.

Drittens betreibt die UNO 69 Twitter-Accounts, die Frauenfragen gewidmet sind, was seit 2008 in 328.251 Tweets gipfelte. Die UNO betreibt keinen Twitter-Account für Männerfragen.

Viertens erscheinen weibliche Wörter (z. B. ‚Frauen‘) häufiger als männliche Wörter (z. B. ‚Männer‘) in Dokumenten, die in den Datenbanken der UNO und der WHO archiviert sind, was darauf hindeutet, dass Frauenfragen mehr Aufmerksamkeit gewidmet wird.

Fünftens: In WHO-Berichten, in denen eine ähnliche Verwendung von männlichen und weiblichen Wörtern erwartet werden kann (z. B. in Berichten über Geschlecht und Gesundheit), erscheinen weibliche Wörter häufiger.

Sechstens erscheinen im Bulletin der Weltgesundheitsorganisation mehr weibliche als männliche Wörter, wobei Artikel über die Gesundheit von Frauen häufiger in nicht-originalen Forschungsarbeiten (z. B. Leitartikeln) erscheinen.

Da die UNO und die WHO die direkt für die bewerteten Ergebnisse verantwortlichen Verursacher sind, zeigen die Ergebnisse insgesamt eine Befangenheit gegenüber männlichen Themen innerhalb dieser Organisationen. Die Ergebnisse unterstützen das Konstrukt des Gamma-Bias. Möglichkeiten zur Verringerung dieser Verzerrung werden diskutiert.“

Wie James Nuzzo in einem Gespräch auf Youtube darlegt, ging er bei seiner Klassifizierung eher großzügig zu Gunsten der UN vor. So bezieht sich beispielsweise der eine von ihm gezählte offizielle internationale Tag bei Männeranliegen/-leistungen auf Nelson Mandela. Dazu können wir ergänzen, dass der in einer zunehmenden Zahl von Ländern seit 1992 gefeierte internationale Männertag am 19. November von der UN nicht anerkannt wurde, im Gegensatz zum internationalen Frauentag.

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Der Internationale Männertag soll auf die Belange von Jungen und Männern hinweisen, die Gleichberechtigung der Geschlechter fördern, Benachteiligungen von Männern und Jungen aufzeigen sowie ihren Einsatz für Gesellschaft und Familie würdigen. Eine Initiative, die Ingeborg Breines, Direktorin der Abteilung Women and Culture of Peace, im Namen der UNESCO 2001 als „großartige Idee, die zu mehr Gleichgewicht der Geschlechter führen würde“ bezeichnete („UNESCO comes out in Support of International Men’s Day“, Trinidad Guardian, 20. November 2001). Die Generalversammlung der Vereinten Nationen erklärte jedoch am 24. Juli 2013 einstimmig den 19. November nicht zum Internationalen Männertag, sondern zum Welttoilettentag (A/RES/67/291). Seit 2017 gibt es übrigens einen internationalen Thunfischtag. Die Prioritäten der UN sind klar. Die Befangenheit der UN gegenüber den Anliegen und Belangen von Männern ist eindeutig.

Was ist der Gamma-Bias?

In dem Text taucht der Begriff „Gamma-Bias“ auf, wobei „Bias“ für Voreingenommenheit oder Vorurteil steht. Was ist damit gemeint?

Eine gute Erklärung dazu bietet uns ein Beitrag von Martin Seager (Past Chair) & John Barry (Current Chair): The Male Psychology Section of the British Psychological Society, Gamma Bias: A new theory , April 2020, Vol.33, S.5:

„Der Gamma-Bias operiert innerhalb einer Matrix von vier möglichen Urteilen über das Geschlecht: Gutes tun (Wertschätzen), Schaden zufügen (Täterschaft), Gutes empfangen (Privileg) und Schaden empfangen (Opferrolle). Die Theorie sagt voraus, dass in den westlichen Mainstream-Kulturen Männlichkeit nur in den Bereichen ‚Privilegien‘ und ‚Täterschaft‘ hervorgehoben, aber in den Bereichen ‚Wertschätzen‘ und ‚Opfertum‘ verborgen wird. Das bedeutet zum Beispiel, dass das Heldentum, das hauptsächlich von Männern (z. B. Feuerwehrmännern) ausgeübt wird, durch die Einbeziehung einer kleinen Minderheit von Frauen geschlechtsneutralisiert wird (‚Feuerwehrleute‘), während ein im Vergleich größerer Anteil weiblicher Täter und männlicher Opfer von unseren stark geschlechtsspezifischen Erzählungen und Politiken über sexuelle und häusliche Gewalt ausgenommen wird.

Solche kognitiven Verzerrungen führen unserer Meinung nach zu einer systematischen Überbewertung der negativen Aspekte von Männern und Männlichkeit innerhalb der Mainstream-Kultur und zu einer Unterbewertung der positiven Aspekte. Diese eingebetteten Verzerrungen könnten erhebliche schädliche Auswirkungen auf die psychische Gesundheit von Jungen und Männern und damit auf unsere Gesellschaft als Ganzes, einschließlich der Psychologieberufe, haben.“

Martin Seager und John Barry haben dies auch in einem youtube-Vido erklärt:

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Das Gamma-Bias-Phänomen kann als eine symmetrische 2×2-Matrix kognitiver Verzerrungen, die geschlechtsspezifische Verzerrungsmatrix, dargestellt werden. Nachfolgend das Schema aus https://malepsychology.org.uk/2018/12/04/why-are-there-so-many-disagreements-about-gender-issues-its-usually-down-to-gamma-bias/ von Martin Seager and Dr. John Barry vom 4.12.2018:

Scrollen Sie bitte, falls die Tabelle nicht vollständig angezeigt wird.

 

Gut/Vorteilhaft

Schlecht/Schädlich

Active Mode

(Tun)

WEIBLICH (männlich)

(Wertgeschätzes Tun)

MÄNNLICH (weiblich)

(Täterschaft)

Passive Mode

(erhalten)

MÄNNLICH (weiblich)

(Privilegien)

WEIBLICH (männlich)

(Opfer)

„Im ‚Wertgeschätzt‘-Feld werden zum Beispiel die positiven Leistungen von Frauen routinemäßig als Gender-Thema hervorgehoben. Im gleichen Feld in der Tabelle werden die positiven Handlungen und Leistungen von Männern nicht in ähnlicher Weise hervorgehoben oder geschlechtsspezifisch bewertet. Als zum Beispiel kürzlich eine Gruppe von Jungen aus gefährlichen Unterwasserhöhlen in Thailand gerettet wurde, wurde dies nicht als Geschlechterfrage oder als positives Beispiel für Männlichkeit erwähnt, obwohl alle Retter männlich waren.

Im ‚Opferfeld‘ wird z. B. häusliche Gewalt gegen Frauen als Gender-Thema hervorgehoben, während häusliche Gewalt gegen Männer heruntergespielt oder völlig ignoriert wird, trotz der beträchtlichen Anzahl männlicher Opfer. Wenn Männer die Mehrheit der Opfer ausmachen (z. B. Selbstmord, Obdachlosigkeit, tödliche Arbeitsunfälle, Sucht), werden die Themen nicht als Gender-Themen hervorgehoben oder dargestellt.

Innerhalb des ‚Privilegien‘-Feldes werden männliche Privilegien in unseren Medien und in unserer Politik als ‚Patriarchat‘ aufgewertet, während weibliche Privilegien (z. B. in Bezug auf Kinder und Familienleben) als Geschlechterfragen heruntergespielt oder ignoriert werden.

Die Gesamtauswirkung des Gamma-Bias besteht also nach dieser Hypothese darin, dass Männlichkeit deutlich schlechter dargestellt wird, als sie tatsächlich ist, während gleichzeitig Weiblichkeit deutlich besser dargestellt wird, als sie tatsächlich ist.

Was sind die Auswirkungen der routinemäßigen Überhöhung der Schlechtesten unter den Männern und der Marginalisierung der Schlechtesten unter den Frauen? Nun, zunächst einmal müssen wir vielleicht die ‚Krise der Männlichkeit‘ als eine Krise in unserer Einstellung zu Männern und Männlichkeit neu konzeptualisieren.“

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Lesermeinungen

  1. Von Norbert W.

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  2. Von Emanuel Trickert

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