Spendenratgeber

von MANNdat

Christoffel-Blindenmission

Nibelungenstraße 124, 64625 Bensheim
Telefon: (06251) 131-131 E-Mail:
www.cbm.de

Arbeitsschwerpunkte: Altenhilfe, Behindertenhilfe, Bildung, Einzelfallhilfe, Entwicklungszusammenarbeit, Flüchtlingsfürsorge, Gesundheitshilfe, Kampagnen-, Bildungs- und Aufklärungsarbeit, Katastrophenhilfe, Kinderpatenschaft, Kinder- und Jugendhilfe, Menschenrechte, Religion

Die Christoffel-Blindenmission (CBM) setzt sich weltweit für die Rechte von Behinderten ein. Dort, wo sie auf ihrer Internetseite über ihr Selbstverständnis, über Ziele, Arbeitsschwerpunkte und politische Forderungen informiert, zitiert sie zwar die einschlägigen UN-Deklarationen und -Konventionen, die neben Inklusion und Antidiskriminierung auch die „Gleichberechtigung von Mann und Frau“ als Zielsetzung formulieren. Bei der Schilderung der konkreten Projekte, die CBM betreut, spielen Genderthemen indes keine herausgehobene Rolle. Hinweise auf Hilfsprojekte nur für Frauen und Mädchen fanden sich nicht.

Anders sieht es auch hier mit dem „ideologischen Überbau“ aus. In einem Dokument „Daten und Fakten“, das als pdf-Datei verfügbar ist und den „Zusammenhang zwischen den internationalen Entwicklungszielen (MDGs) und Behinderung“ veranschaulichen soll, liest man etwa folgende Aussagen: „Frauen mit Behinderung sind doppelt benachteiligt: durch ihren Status als Frau und durch ihre Behinderung. Mädchen mit Behinderung besuchen seltener regelmäßig eine Schule als Jungen mit Behinderung und haben keinen Zugang zu einkommensschaffenden Aktivitäten sowie Mikrokrediten. Frauen und Mädchen, die eine Behinderung haben, fallen eher sexuellem Missbrauch zum Opfer.“

Die pauschale Einordnung von Frauen als benachteiligt allein aufgrund ihres Geschlechts ist zumindest fragwürdig, da sie die Möglichkeit, dass auch Jungen und Männer wegen ihres Geschlechts unter Nachteilen leiden könnten (etwa als Kindersoldaten, Minenarbeiter oder ebenfalls vom sexuellen Missbrauch Betroffene), gar nicht erst in Erwägung zieht. Gleiches gilt für die im Text erwähnten Beispiele für die Benachteiligung behinderter Frauen und Mädchen. Die alleinige Fixierung auf diese Opfergruppe mag zwar dem Weltbild entsprechen, das die Vereinten Nationen und das Gros der wohltätigen Organisationen pflegen, es deckt jedoch nur einen Teil der Wirklichkeit ab, da es die spezifischen Benachteiligungen von Jungen und Männern leider völlig außer Acht lässt.

Da CBM die Aussagen aus den Entwicklungszielen der UN nicht einfach nur zitiert, sondern sie zum Teil wortwörtlich in einer Handreichung für Lehrer („Lehrerinfo“) wiedergibt und damit aktiv zu ihrer Verbreitung beiträgt, kann man davon ausgehen, dass sich CBM mit diesen Sichtweisen mehr oder weniger identifiziert. Feminismus pur versprüht zudem das Interview mit einer nepalesischen Frauenrechtlerin, deren Organisation von CBM gefördert wird.

Der insgesamt positive Eindruck, den man von CBM auf den ersten Blick gewinnt, wird durch solche Details leider sehr getrübt.

Bewertung: mangelhaft  Wuerfel_2

Deutsches Rotes Kreuz

Generalsekretariat, Carstennstraße 58, 12205 Berlin
Telefon: 030/85404-0 Fax: 030/85404-450 Email:
www.DRK.de

Arbeitsschwerpunkte: Altenhilfe, Behindertenhilfe, Bildung, Entwicklungszusammenarbeit, Familienfürsorge, Flüchtlingsfürsorge, Gesundheitshilfe, Kampagnen-, Bildungs- und Aufklärungsarbeit, Katastrophenhilfe, Kinder- und Jugendhilfe, Rettungswesen, Straffälligenhilfe, Völkerverständigung

Auch die wohl bekannteste und renommierteste humanitäre Organisation, das Rote Kreuz, ist deutlich erkennbar ins Fahrwasser moderner Gleichheitsideologien geraten. Nach Eingabe des Suchbegriffs „Frauen” auf der Startseite wird man zu Dokumenten geleitet, die beispielsweise über ein Frauen-Netzwerk in Palästina oder über ein Projekt gegen Frauen- und Mädchenbeschneidung in Somalia informieren.

An anderer Stelle wird das „doppelte Leid” angesprochen, das Frauen nach Ansicht des DRK im Kongo ertragen müssen. Worin jenes besteht, darüber klärt uns Rotkreuz-Präsident und Ex-Innenminister Dr. Rudolf Seiters auf: „Gerade diese Gruppe leidet doppelt unter den Unruhen, da sie oft von ihren Männern getrennt die Kinder oder Geschwister durchbringen muss und zusätzlich von Vergewaltigungen bedroht ist.” Weswegen seiner Ansicht nach „besonders Frauen und Mädchen geschützt werden müssen”. Über das Schicksal der Jungen und Männer, die sich derweil als Soldaten offenbar prächtig amüsieren, erfahren wir leider nichts.

Immerhin scheint das DRK deren Schicksal nicht völlig zu ignorieren. In einem Bericht über die Verteilung von Schulmaterialien an Aids-Waisen im afrikanischen Lesotho liest man: „Problematisch ist die hohe Zahl der Kinder, die ihre Grundschulausbildung abbrechen, da sie wie viele Jungen gezwungen sind, als Hirten ein wenig Geld zu verdienen. Die Zahl der betroffenen Jungen steigt stetig an und daher sind in Lesotho mittlerweile mehr Mädchen als Jungen in den Grundschulen.“ Konkret für dieses Vorhaben spenden kann man leider jedoch nicht, sondern nur allgemein für „Gesundheit“ oder „Kinder dieser Welt“.

„Gendersensibel“ ist das Internetangebot des DRK auch dort, wo es nicht um das Anwerben von Spenden für die Menschen in ärmeren Ländern geht, sondern um allgemeine Themen wie zum Beispiel Erste Hilfe. Der Text über Herzinfarkt etwa wärmt nicht nur die altbekannten Berichte vieler Medien auf, wonach die Infarktsymptome bei Frauen „untypisch“ seien und daher häufig nicht als solche erkannt würden. Als besonders „alarmierend“ wird zudem der Umstand bezeichnet, dass inzwischen „immer mehr Frauen von der Krankheit betroffen“ sind. Solange es weit überwiegend Männer betraf, fühlte sich allerdings niemand so wirklich deswegen alarmiert.

Bewertung: mangelhaft  Wuerfel_2

Deutsche Welthungerhilfe

Friedrich-Ebert-Straße 1, 53173 Bonn
Telefon: (0228) 2288-0 Fax: (0228) 2288-333 E-Mail:
www.welthungerhilfe.de

Arbeitsschwerpunkt: Bildung, Entwicklungszusammenarbeit, Flüchtlingsfürsorge, Frauenförderung, Gesundheitshilfe, Kampagnen-, Bildungs- und Aufklärungsarbeit, Katastrophenhilfe, Kinder- und Jugendhilfe, Menschenrechte, Völkerverständigung

Wie man die offensichtlich sehr lukrative Zielgruppe der weiblichen Spender, aber auch den einen oder anderen zerknirscht-schuldbewussten Frauenversteher männlichen Geschlechts richtig anspricht, weiß die Welthungerhilfe und setzt es konsequent um. Auf der Themenseite „Frauen und Entwicklung“ überkommt es den Besucher knüppeldick: „Millionen Frauen leiden unter Benachteiligung und Armut“ (Männer nicht?) – „Die ärmsten der Welt sind Mädchen und Frauen“ – „Von Armut, Benachteiligung und Diskriminierung“.

Wir erfahren: „Der Internationalen Landwirtschaftsorganisation FAO zufolge produzieren in vielen afrikanischen und asiatischen Entwicklungsändern Frauen die Hälfte der Nahrungsmittel. Ihnen gehört jedoch weniger als ein Fünftel der Anbauflächen. Die Erträge auf den Feldern ließen sich in solchen Ländern laut FAO um 20 bis 30 Prozent steigern, wenn Frauen den gleichen Zugang zu Landbesitz, Krediten, Märkten und Bildung wie Männer hätten. Die landwirtschaftlichen Erträge könnten – bei gleichem Zugang zu Produktionsmitteln – bis zu vier Prozent steigen.“ (Rechtschreibung im Original)

Statt teurem Saatgut oder aufwendigen neuen Technologien in der Landwirtschaft ließen sich die Probleme der weltweiten Ernährung demnach viel einfacher lösen, wenn mehr Frauen das Land besäßen. Worin nun genau die Ursache für die wundersame Nahrungsmittelvermehrung besteht, die scheinbar auf vermehrtem weiblichem Grundbesitz beruht, erfahren wir leider nicht. Sind Frauen auch noch die besseren Bauern? Aussagen wie die der FAO sind eher dazu angetan, die grundsätzliche Skepsis gegenüber Verlautbarungen von UN-Unterorganisationen zu Geschlechterthemen zu bekräftigen.

Weiter geht es mit dem Abschnitt zu Gender Mainstreaming: „Die Welthungerhilfe setzt sich in ihren Projekten bereits seit vielen Jahren für Gender Mainstreaming ein. Frauen zu stärken und für mehr Geschlechtergerechtigkeit zu sorgen, hat sie als verbindliches Ziel ihrer Arbeit definiert. Neben Projekten, die Frauen und Mädchen fördern und stärken, werden alle Projekte geschlechtergerecht durchgeführt. Anhand eines Leitfragenkatalogs werden alle Projektphasen, Projektmitwirkende und die angewandten Methoden aus geschlechtsspezifischer Perspektive untersucht, um ein umfassendes Verständnis von der Rollenverteilung innerhalb eines Projekts zu bekommen.“

So kennt und schätzt man Gender Mainstreaming: Es wird – auf dem Papier – keineswegs nur etwas für Frauen getan, sondern man leistet sich auch noch jede Menge Bürokratie, um dafür zu sorgen, dass auch alles „geschlechtergerecht“ zugeht – und fördert am Ende dann doch wieder nur Mädchen und Frauen, wie der letzte Abschnitt im Kapitel Gender Mainstreaming verrät:

„In unterschiedlichen Projektregionen setzt sich die Welthungerhilfe für mehr Gleichberechtigung von Frauen ein. In Kaschmir zum Beispiel werden Frauen mit Krediten und speziellen Kursen besonders gefördert um kleine Gewerbe zu gründen.“ (Rechtschreibung im Original)

Eigentlich könnte man sich die ganze Bürokratie dann auch gleich sparen.

Bewertung: ungenügend  Wuerfel_1

Don Bosco Mission

Sträßchensweg 3, 53113 Bonn
Telefon: (0228) 539 65-20 Fax: (0228) 539 65-65 E-Mail:
www.donboscomission.de

Arbeitsschwerpunkte: Behindertenhilfe, Bildung, Entwicklungszusammenarbeit, Flüchtlingsfürsorge, Frauenförderung, Gesundheitshilfe, Kampagnen-, Bildungs- und Aufklärungsarbeit, Katastrophenhilfe, Kinder- und Jugendhilfe, Religion, Straffälligenhilfe

Die Don-Bosco-Mission ist eine Hilfsorganisation, die vom katholischen Orden der Salesianer betrieben wird. Laut Eigenaussage unterstützt die Mission „arme und sozial benachteiligte Jugendliche sowie Straßenkinder und Kindersoldaten durch Schulunterricht, Berufsbildung und Jugendarbeit“.

Dass sich die Don Bosco Mission unter anderem die Frauenförderung auf die Fahnen geschrieben hat, wird schnell deutlich, wenn man sich die Ergebnisse ansieht, die nach Eingabe der Suchbegriffe „Mädchen“ und „Frauen“ angezeigt werden: „Hilfe für Mädchen in Not“, „neue Angebote für Mädchen“, „Projekt Mädchen, steh‘ auf!“, „Mädchenförderung am Ausbildungszentrum Kamuli“, „Frauenförderung in Indien“, „Frauen-Fußball in der Favela“ und so weiter und so fort.

Eigens auf Jungen zugeschnittene Projekte sucht man dagegen auch hier leider vergebens, ebenso dezente Hinweise auf die Tatsache, dass zum Beispiel Kinderarbeiter und Kindersoldaten überwiegend männlichen Geschlechts sind.

Zu den wenigen Lichtblicken zählt das Projekt „Darfur Boys“, eine auf junge Männer im Sudan zugeschnittene Ausbildungseinrichtung. Eher zwiespältige Gefühle weckt hingegen ein Dokument aus dem Jahr 2008, das den Leiter der Don Bosco Mission in Bonn, Jean-Paul Muller, zitiert, der sich seinerzeit zum Tag der Familie äußerte: Muller „warnte davor, die Männer aus dem Blick zu verlieren. Pädagogische Angebote und Schulungen müssen auch auf Männer zugeschnitten werden, um ihrer Verantwortung als Vater und Ehepartner gerecht zu werden.“

Dass man Männer nicht aus dem Blick verlieren sollte, ist zweifellos eine löbliche Erkenntnis, auch wenn die Internetseite der Don Bosco Mission nicht unbedingt den Eindruck erweckt, hier habe sich seit 2008 besonders viel getan. Die Formulierung, wonach dieses Engagement vor allem dazu dienen solle, die Männer stärker in die Verantwortung zu nehmen, erinnert jedoch allzu sehr an feministisch motivierte Umerziehungsmaßnahmen zum Wohle von Frauen und Mädchen und hinterlässt letztlich einen sehr schalen Beigeschmack.

Bewertung: mangelhaft  Wuerfel_2

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