Spendenratgeber

von MANNdat

Aktion Friedensdorf e.V.

Lanterstraße 21, 46539 Dinslaken
Telefon: (02064) 4974-0 Fax: (02064) 4974-999 E-Mail:
www.friedensdorf.de

Arbeitsschwerpunkte: Bildung, Einzelfallhilfe, Entwicklungszusammenarbeit, Gesundheitshilfe, Kampagnen-, Bildungs- und Aufklärungsarbeit, Katastrophenhilfe, Kinder- und Jugendhilfe, Völkerverständigung

„Solange wir täglich sehen, was an vielen Orten in der Welt den Jüngsten, Schwächsten und Unschuldigsten – den Kindern – körperlich und seelisch angetan wird, werden wir helfen! Wir bauen rettende Luftbrücken zu verletzten und kranken Mädchen und Jungen, die in ihren von Kriegen und Krisen heimgesuchten Heimatländern kaum eine Chance haben, zu überleben. Und wir bieten Hilfe zur Selbsthilfe durch Projekte in den Heimatländern der Kinder.” So kann man es – kurz und bündig – in der Eigendarstellung des Hilfswerks Aktion Friedensdorf nachlesen.

Entscheidend für dessen Arbeit ist die Bedürftigkeit, nicht das Geschlecht. Daher ist stets immer nur von Jungen und Mädchen die Rede. Man hilft im Friedensdorf in Oberhausen allen armen Kindern, ohne in Opfer erster und zweiter Klasse zu unterscheiden. Ein lobenswerter Ansatz.

Einmal abgesehen von der nachhaltigen, auch pädagogischen Arbeit für den Frieden verfolgt das Hilfswerk keine umfangreicheren gesellschaftspolitischen Zielsetzungen und enthält sich – darauf deutet zumindest der Internetauftritt hin – auch jeglicher genderpolitisch gefärbter Aktivitäten. Die praktische Hilfsarbeit steht im Vordergrund, nicht irgendeine verquaste Weltverbesserungsideologie.

Wer Gutes tun möchte, ohne dabei ungewollt den Feminismus zu fördern, dessen Spende scheint hier bestens angelegt.

Bewertung: sehr gut  Wuerfel_6

Ärzte ohne Grenzen

Am Köllnischen Park 1, 10179 Berlin
Telefon: (030) 700 130 0 Telefax: (030) 700 130 340 E-Mail:
www.aerzte-ohne-grenzen.de

Arbeitsschwerpunkte: Entwicklungszusammenarbeit, Flüchtlingsfürsorge, Gesundheitshilfe, Kampagnen-, Bildungs- und Aufklärungsarbeit, Katastrophenhilfe, Menschenrechte

„Im Namen der universellen medizinischen Ethik und des Rechts auf humanitäre Hilfe arbeitet Ärzte ohne Grenzen neutral und unparteiisch”, so steht es in der Charta dieser Organisation. Der Grundsatz der Unparteilichkeit wird im gleichen Dokument näher erläutert: „Die Hilfe muss nach Maßgabe der Bedürftigkeit geleistet werden, ohne Diskriminierung. Ethnische, politische, ökonomische oder andere Bevorzugungen sind nicht zulässig. Hilfe, die nicht unparteilich ist, die also bestimmte Gruppen anderen vorzieht, ist immer noch Hilfe, aber sie ist nicht humanitär. Sie wird eher als Teil einer politischen Agenda geleistet und deshalb von denen, die im Konfliktgebiet die Macht haben, abgelehnt.“

Aus diesen Aussagen lässt sich ableiten, dass für „Ärzte ohne Grenzen“ unter anderem auch jegliche Bevorzugung oder Diskriminierung aufgrund des Geschlechts grundsätzlich nicht in Frage kommt. Auf dem Papier natürlich eine Selbstverständlichkeit, aber inwieweit dieser Grundsatz in der alltäglichen Arbeit vor Ort eingehalten wird, darüber gibt die Internetseite natürlich keine Auskünfte. Es fällt allerdings positiv auf, dass in den Berichten über das Leid der Hilfsbedürftigen häufig von „Männern, Frauen und Kindern“ die Rede ist, während andernorts oft nur die beiden letztgenannten Gruppen erwähnt werden, weil ihr Schicksal bekanntlich besonders viel Mitleid generiert.

Von der praktischen Hilfsarbeit für die Bedürftigen ist jedoch der ideologische Überbau zu unterscheiden, und hier zeigt sich, dass „Ärzte ohne Grenzen“ letztlich doch wieder nur eine von vielen wohltätigen Organisationen ist, die von feministischen Denkmustern beeinflusst sind, sobald sie sich zu allgemeinen gesellschaftlichen Fragen äußern. Ein Beitrag zum Weltfrauentag 2014 behauptet zum Beispiel in der Überschrift: „Frauen von den schwierigen Lebensumständen auf der Flucht besonders betroffen“. Hierbei handelt es sich letztlich doch wieder nur um eine der ausgesprochen undifferenzierten, kaum belegbaren Aussagen, die man bei Hilfsorganisationen leider ziemlich häufig findet.

Berichte wie etwa der über die Arbeit der Organisation in Guatemala, welcher das Leid der Frauen in der dortigen „Macho-Kultur”, die „Unterdrückung der Frauen” und deren besondere Betroffenheit von sexueller und häuslicher Gewalt schildert, lassen weitere Zweifel daran aufkommen, ob „Ärzte ohne Grenzen“ in Geschlechterfragen stets dem Grundsatz der Unparteilichkeit folgt. Ein Projekt, mit dem der Spender gezielt etwas für Männer oder Jungen tun kann, fand sich jedenfalls nicht.

Bewertung: mangelhaft  Wuerfel_2

Brot für die Welt

Caroline-Michaelis-Str.1, 10115 Berlin
Telefon: (030) 65211-0 E-Mail:
www.brot-fuer-die-welt.de

Arbeitsschwerpunkte: Aids, Behindertenhilfe, Bildung, Entwicklungszusammenarbeit, Flüchtlingsfürsorge, Gesundheitshilfe, Kampagnen-, Bildungs- und Aufklärungsarbeit, Katastrophenhilfe, Kinder- und Jugendhilfe, Menschenrechte

Das Thema „Frauen“ genießt bei Brot für die Welt einen hohen Stellenwert. Im Menüpunkt „Themen“ auf der Internetseite taucht es neben Klassikern wie Bildung, Menschenrechte und Ernährung als eigener Unterpunkt auf. Zur „Rolle der Frau im Entwicklungsprozess” erfahren wir von Studien, die gezeigt hätten, „dass von Frauen erwirtschaftetes Einkommen in besonderer Weise den Familien zugute kommt und dass in Selbsthilfegruppen engagierte Frauen ihre Kinder häufiger in die Schule schicken. Wirtschaftliche Stärkung, Selbstbewusstsein und sozialer Statusgewinn von Frauen bedingen sich gegenseitig. Sie bilden zusammen das Fundament für mehr Geschlechtergerechtigkeit.” Leider erfahren wir nichts Genaueres über diese Studien, ihre Auftraggeber, ihre Methodik und andere bahnbrechende Erkenntnisse, die sie womöglich außerdem noch erbracht haben.

Die Förderung von Frauen in den ärmeren Ländern der Welt passt nahtlos in das Weltbild, das Brot für die Welt vertritt, was folgende Äußerung exemplarisch verdeutlicht: „Keine andere soziale Bewegung hat das Zusammenleben der Menschen in den vergangenen 50 Jahren so stark verändert wie die Frauenbewegung.” Seit den 80er-Jahren habe man damit begonnen, seine Arbeit explizit an Frauen zu richten, zunächst mit Programmen der Frauenförderung, später dann via „Gender Mainstreaming”.

Da letzteres Instrument – zumindest offiziell – nicht nur die Frauen in den Blick nimmt, sondern auch die Männer, fühlt sich Brot für die Welt dankenswerterweise auch ihnen verpflichtet: Geschlechtergerechtigkeit könne schließlich nur erreicht werden, „wenn sich auch Männer aktiv dafür einsetzen. Im Rahmen von Männertrainings wird eine neue Arbeitsteilung in Familie und Gesellschaft diskutiert – eine Herausforderung, die nicht nur in Entwicklungsländern sondern auch in Deutschland brandaktuell ist.” (Zeichensetzung im Original)

Männer umerziehen, damit Frauen bessere Chancen bekommen – nicht das einzige Versatzstück westlicher Frauenbefreiungsideologie, das Brot für die Welt den Menschen fremder Kulturen nahezubringen versucht. Auch die Bekämpfung häuslicher Gewalt gehört mit zur Agenda, wenn auch natürlich nur diejenige, die Frauen und vielleicht noch Kinder erleiden. Auf der Homepage findet sich denn auch ein Link zur umstrittenen Wanderausstellung „Rosenstraße 76“, die das Diakonische Werk der EKD und damit eine Schwesterorganisation von Brot für die Welt konzipiert hat und die ein betont einseitiges Bild häuslicher Gewalt zeichnet, in dem die Täter durchgängig männlich und die Opfer weiblich sind.

Während die „besondere Betroffenheit” von Frauen, etwa bei Aids, auf der Internetseite von Brot für die Welt immer wieder betont wird, fällt auf, dass bei Kindersoldaten entweder kein bestimmtes Geschlecht erwähnt wird oder aber von „Jungen und Mädchen“ die Rede ist. Obwohl nach Angaben der Vereinten Nationen etwa zwei Drittel aller Kindersoldaten männlichen Geschlechts ist, sieht Brot für die Welt keine Veranlassung, an dieser Stelle auf deren „besondere Betroffenheit” hinzuweisen.

Wer Geld an diese Hilfsorganisation spendet, tut vielleicht etwas gegen den Hunger in der Welt. In jedem Fall trägt er aber dazu bei, den Feminismus zu fördern.

Bewertung: ungenügend  Wuerfel_1

CARE

Dreizehnmorgenweg 6, 53175 Bonn
Telefon: (0228) 97563-0 Fax: (0228) 97563-51 E-Mail:
www.care.de

Arbeitsschwerpunkte: Behindertenhilfe, Bildung, Entwicklungszusammenarbeit, Flüchtlingsfürsorge, Frauenförderung, Gesundheitshilfe, Kampagnen-, Bildungs- und Aufklärungsarbeit, Katastrophenhilfe, Kinder- und Jugendhilfe, Völkerverständigung

Die US-amerikanische Hilfsorganisation CARE hat in Deutschland noch immer einen guten Ruf. Es waren die legendären CARE-Pakete, die US-Bürger nach dem Zweiten Weltkrieg massenhaft an hungernde deutsche Familien schickten, um sie mit Lebensnotwendigem zu versorgen. Laut Eigenaussage („Vision & Mission“) steht die globale Armutsminderung heutzutage im Mittelpunkt der Arbeit von CARE; wie bei anderen Spendenorganisationen werden auch hier die Arbeitsschwerpunkte mit blumigen Allerweltsfloskeln („zivilgesellschaftliche Kräfte fördern“; „gegen soziale Ungerechtigkeit und Diskriminierung eintreten“) ausgeschmückt.

Klickt sich der Besucher durch die Internetseiten von CARE, wird ihm schnell klar, dass auch hier ein deutlicher Schwerpunkt auf die Hilfe für Frauen und Mädchen gelegt wird: „CARE beim Weltfrauentag im Bonner Frauenmuseum“, „Kampf gegen die weltweit hohe Müttersterblichkeit“, „CARE-Partnerorganisation ‚Better Future‘ kämpft in Bosnien für die Rechte von Roma-Frauen“ und so weiter.

Auf der langwierigen Suche nach Projekten, in deren Mittelpunkt Jungen und Männer stehen, landet man bei Informationen über ein CARE-Projekt im Kosovo, dessen Zielsetzung darin besteht, „Gewalt und Diskriminierung gegenüber Frauen und Mädchen durch die Arbeit mit männlichen Jugendlichen zu verhindern.“ Sie „verhalten sich so, wie echte Männer: Sie helfen im Haushalt, halten das Schulgelände sauber und setzten kreative Ideen um, wie auf dem Internationalen Frauentag letztes Jahr.“ (Zeichensetzung im Original). Auch CARE setzt also auf feministisch motivierte Umerziehung von Männern als Mittel zur Ertüchtigung von Frauen.

Selbst dort, wo ansatzweise die besonderen Schwierigkeiten von Männern angesprochen werden, versteht man es meisterhaft, den Fokus auf die „wahren“ Opfer zu lenken, wie ein Interview zeigt, in dem der CARE-Klimakoordinator von einer Begebenheit aus Vietnam berichtet: „ich fragte mich: Warum sind keine Männer hier? Die Frauen erklärten es mir: Durch die Versalzung des Bodens verloren sie ihre Einkunft. Die Männer mussten daher anderswo Arbeit finden. Ihre Frauen sind sehr einsam – denn sie müssen nun für mindestens sechs Monate im Jahr alleine leben.“

Frauen sind also quasi immer Opfer – dann, wenn ihre männlichen Unterdrücker zugegen sind, aber auch dann, wenn sie außer Haus arbeiten müssen.

Bewertung: ungenügend  Wuerfel_1

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