Aktuelles zur Wahl – Väter, Männergesundheit, SPD-Wahlprogramm

von MANNdat

Nachfolgend einige Fundstücke zu diversen Anfragen, Umfragen und Analysen zur Männerpolitik in den Parteien:

FSI-Wahlprüfsteine zur Familienpolitik und Geschlechterpolitik

Das Forum Soziale Inklusion (FSI) war im April 2021 von den Bundestagsparteien zur Abgabe seiner Wahlprüfsteine (WPS) bezüglich der Bundestagswahl 2021 aufgefordert worden. Außer der SPD beantworteten alle im Bundestag vertretenen Parteien die WPS (Stand 19.08.2021).

„FSI wertete die Antworten der Parteien (sofern vorhanden) aus unter Hinzuziehung ihrer Wahlprogramme sowie der Erfahrungen der letzten Jahre.

GRUNDSÄTZLICH GILT

Es fällt vielen Parteien schwer, Familie systemisch zu verstehen. Bei verheirateten Eltern haben die Parteien kein Problem, sie als Familie zu erkennen. Ab dem Tag der Trennung / Scheidung mühen sich viele Parteien im Umgang mit den Bedürfnissen der Trennungsfamilien. Ihr Fokus liegt in der Folge nur mehr auf einem Elternteil: Demjenigen, in dessen Haushalt die Kinder gemeldet sind. Sie formulieren vielfach nurmehr von „Alleinerziehenden“ (Müttern).

Die zweiten Elternteile, die die Kinder zu 30 %, 40 % oder bis zu 49 % betreuen (zu 90 % Väter), sehen sie nicht (oder kaum). Obwohl diese Haushalte gezwungen sind, zu 100 % den Barunterhalt für die Kinder zu erwirtschaften. Steuerliche Erleichterungen (Freibeträge) planen die Parteien bei Trennungsfamilien nur für den Haushalt, in dem die Kinder gemeldet sind, also für den Haushalt, dem bereits der gesamte Kindesunterhalt plus alle staatlichen Leistungen zufließen.

Auch die vorgestellten Ansätze von Kindergrundsicherung kommen, geht es nach den Parteien, nur einem Haushalt in Trennungsfamilien zugute. Defizitäre Ansätze.

Auffallend ist, dass viele Parteien – mit Ausnahme von FDP und CDU/CSU – in ihren Antworten nur zögerlich eine Reform des maroden deutschen Familienrechts fordern. Dabei war dies bereits Bestandteil des vorherigen Koalitionsvertrags. Wobei die SPD- und Frauen-geführten Bundesministerien der Justiz und für Familie die Umsetzung vorsätzlich verschleppten und verhinderten.

Generell verstehen viele Parteien Geschlechterpolitik vor allem als Politik für Frauen und Minderheiten; die Belange von Jungen, Männern und (getrennt erziehenden) Vätern werden kaum oder nicht sichtbar (gemacht).

Für eine gemeinsame Verantwortung der Eltern (Sorgerecht) für die Kinder von Anfang an ab der Geburt stehen FDP und Die Humanisten.“

Der vollständige Artikel mit den Antworten und einer detaillierten Auflistung der Ergebnisse unter https://fsi-ev.de/bundestagswahl-2021-wps/

 

Gesund.men – Anfrage an Parteien zur Männergesundheit

Tilman Weigel von gesund.men hat nach seiner Umfrage unter den Parteien zur Männergesundheit  passend zur Bundestagswahl eine erneute Anfrage an die Parteien zur Männergesundheit gestellt.

Das Ergebnis hat er in einem Videopodcast online gestellt

Lediglich SPD und Bündnis90/Die Grünen haben geantwortet. Zwar räumen beide Parteien ein, dass hier Handlungsbedarf besteht, ein klares Bekenntnis zum Ziel, den Gender Gap in der Lebenserwartung zu reduzieren, fehlt jedoch.

 

Genderama zur „Männerpolitik“ der SPD

Die Frauenzeitschrift „Für Sie“ hat untersucht, wie viel Feminismus in den vier großen feministischen Parteien SPD, CDU/CSU und Grüne steckt. Arne Hoffmann hat auf seinem Blog Genderama sich daraus mal das Parteiprogramms der SPD (der derzeit in Umfragen stärksten Partei) angeschaut und ihm kam dabei das schiere Grauen:

bis 2030 möchte die SPD die Gleichberechtigung der Geschlechter erreichen

Arne Hoffman kommentiert: „Nein, das möchte sie nicht. Die meisten deutschen Gesetze benachteiligen Männer. Die SPD unternimmt nichts, um hier Abhilfe zu schaffen.“

wie die Partei das anstellen will, erklärt sie auf drei Seiten ihres 65-seitigen Wahlprogrammes. So setzt sich die SPD beispielsweise für Paritätsgesetze im Bundestag, Ländern und Kommunen ein – mit dem Ziel, die Hälfte der Positionen mit Frauen zu besetzen.

Arne Hoffman kommentiert: „Mehrere Landesverfassungsgerichte haben das „Paritätsgesetz“ als nicht mit dem Grundgesetz vereinbar erkannt. Ein solches Gesetz würde auch eine weitere Diskriminierung von Männern darstellen. Die Spezialdemokraten setzen ihre verfassungsfeindlichen Bestrebungen unverdrossen weiter fort.“

Was die Frauenpolitik unter Parität“ versteht siehe hier: Der von den Medien bejubelte langsame Abschied von der Demokratie

In börsennotierte Unternehmen fordert die SPD eine 50-Prozent-Quote. Gründungskapital soll für Frauen ebenfalls leichter zugänglich gemacht werden.

Arne Hoffman kommentiert: „Leichter als Männern? Warum? Auch hier scheint die SPD vor allem auf wachsende Ungleichheit aus zu sein.“

Auch fordert die SPD, dass ArbeitnehmerInnen sich nicht mehr selbst um die Aufdeckung von Gender-Pay-Gaps kümmern müssen. Die Partei fordert, dass Unternehmen selbst prüfen, ob Gehälter geschlechtergerecht sind.

Arne Hoffman kommentiert: „Die Behauptung, es gebe einen Gender-Pay-Gap in dem Sinne, dass Frauen für gleiche Arbeit weniger Gehalt/Lohn erhalten als Männer wurde von Wirtschaftswissenschaftlern längst gründlich widerlegt. An dieser Verschwörungstheorie dennoch festzuhalten dient allein dem Schüren von Neid, Hass und Wut gegenüber Männern.“

Mädchen sollen zudem früh im naturwissenschaftlichen und technischen Bereich gefördert werden

Arne Hoffman kommentiert: „Im Jahr 2009 mahnte der Aktionsrat Bildung, dass die Ungleichheit zu Lasten der Jungen „die Grenzen des rechtlich und moralisch Hinnehmbaren“ inzwischen klar überschreite. Seit der Hamburger Lern-Ausgangs-Untersuchung 1997 und mehreren PISA-Studien wissen wir, dass Jungen beispielsweise für dieselbe Leistung schlechtere Noten und für dieselben Noten seltener eine Empfehlung fürs Gymnasium bekommen als Mädchen (Näheres dazu findet man hier und hier.) „Der deutliche Vorsprung der Jungen im Bereich Mathematik und Naturwissenschaften vor den Mädchen existiert nicht mehr“ berichtete vor fünf Jahren sogar die feministisch geprägte „Zeit“.

Wie reagiert die SPD? Mit einer weiteren Förderung von Mädchen, während ihr die benachteiligten Jungen nach wie vor herzlich egal sind.“

Wir weisen darauf hin, dass die CDU mit ihrer Bildungsministerin Karliczek nicht besser ist. Auch sie fördert aktiv Ausgrenzung von Jungen aus der MINT-Förderung. Siehe hierzu unsere offenen Briefe.

der Gewalt gegen Frauen soll mit einer wirksamen Strafverfolgung entgegenwirkt werden.

Arne Hoffman kommentiert: „Warum allein der Gewalt gegen Frauen? Bei häuslicher Gewalt wissen wir seit Anfang der achtziger Jahre aus mittlerweile hunderten von Studien, dass die Opfer zur Hälfte männlich sind; in der Gesamtsicht werden bei weitem mehr Männer als Frauen Opfer von Gewalt. Warum sind all diese Gewaltopfer für die SPD unsichtbar und der Hilfe, ja schon der Erwähnung, unwürdig? Warum fordern die Sozialdemokraten hier nicht, dass dieser Gewalt „entgegengewirkt werden“ soll?“

Unser Dossier zu Dunkelfeldstudien zu Partnerschaftsgewalt: Männliche Opfer von Partnerschaftsgewalt – Dunkelfeldstudien

Quelle Beitragsbild: reichstagsgeaeude-fotolia_167409858_s_urheber-pit24_718.jpg

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Lesermeinungen

  1. Von Herr Unbekannt

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