„Der deutsche Bürger wird immer noch belogen“ – die Väterbewegung im Interview

von Dr. Bruno Köhler

Stellen Sie sich vor, Sie würden einer guten Fee begegnen. Diese würde Ihnen drei Änderungswünsche in Familiengesetzen erfüllen. Welche drei Paragraphen wären das und weshalb?

Obwohl ich eine grundsätzliche Abneigung gegen Fragen dieser Art habe, weil die Veränderung eben nicht durch eine Korrektur an drei Einzelstellen kommen kann, sondern allein durch einen tief greifenden Paradigmenwechsel, will ich einen Versuch wagen.

1.         § 1592 BGB

Vater eines Kindes ist derjenige Mann, der das Kind gezeugt hat.

           Dazu gehört der obligatorische Vaterschaftstest bei der Geburt, auch aus medizinischen Gründen.

Eine Menge Folgeprobleme der heute noch frei durch die Mutter zuweisbaren Vaterschaft wären damit erledigt.

Solange die psychosexuelle Befindlichkeit einer Mutter nach der Geburt darüber entscheidet, wer der Vater eines Kindes ist, gehören Abstammungsfälschungen und Familiengeheimnisse zur Lebensrealität von 5 – 10% unserer Kinder.

2.         § 1626 BGB – Sorgerecht

Sorgerecht für Mütter und Väter ab Geburt.

           Wobei man sich noch darüber unterhalten kann, ob nicht „ab Zeugung“ sinnvoller wäre. Die Sache mit der anonymen Geburt und der Babyklappe wäre damit auch besser zu regeln.

3.         § 235 StGB – Kindesentzug

Erweitern um die Strafbarkeit des Entzuges auch innerhalb von Deutschland (50 km-Regel) und die Strafbarkeit von Umgangsboykott.

Eine Menge Probleme wären damit schlagartig vom Tisch.

Welchen Tipp können Sie Vätern geben, die für ihr Umgangs- oder Sorgerecht kämpfen?

       Nie allein auf einen Anwalt verlassen. Überhaupt nicht auf die Professionen verlassen. Diese haben ihre begrenzte Qualität lange genug bewiesen.

       Es nie alleine versuchen. Jeder ist sein schlechtester Anwalt. Betroffenheit erzeugt Tunnelblick. Emotion entwertet jede Sachaussage.

       Unbedingt Kontakt zu fähigen Gruppen suchen. Dabei ist zu beachten, dass es eher konfliktorientierte und eher kommunikations- und konsensorientierte Organisationen gibt. Ich habe mit der Orientierung auf Kommunikation und fachlich orientierter Überzeugungsarbeit sehr gute Erfahrungen gemacht.

Sehr geehrter Herr Krieg, wir danken Ihnen für dieses interessante Interview und wünschen Ihnen noch viel Erfolg bei Ihrer väterpolitischen Arbeit. Wir hoffen, dass Sie trotz dieser Arbeit, Ihren Ruhestand ausreichend genießen können.

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Lesermeinungen

  1. Von JK

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