Frauenpolitische Corona-Behauptungen – der Faktencheck

von MANNdat

Die Medien waren und sind voll von Berichten, nach denen Frauen stärker von Covid-19 betroffen wären, häufiger daran stürben oder sich die Situation von Frauen deutlich verschlechtere, weil man wieder in alte Rollenbilder im Haushalt zurückfiele, sich die häusliche Gewalt gegen sie vergrößere und sie am Arbeitsmarkt noch mehr die Verlierer seien. Stimmen die Aussagen in diesen Berichten?

Die Behauptung: Frauen sterben häufiger an Corona

„Frauen und Mädchen, die ohnehin schon von institutionalisierter Armut, rassistischen Strukturen und anderen Diskriminierungsformen betroffen sind, sind besonders gefährdet. Sie infizieren sich häufiger mit Corona, sterben häufiger an dem Virus und sind stärker von den sekundären Auswirkungen der Pandemie betroffen.“

Quelle UN Women; https://www.unwomen.de/aktuelles/corona-eine-krise-der-frauen.html#:~:text=Frauen%20und%20M%C3%A4dchen%2C%20die%20ohnehin,sekund%C3%A4ren%20Auswirkungen%20der%20Pandemie%20betroffen; Abruf 21.2.22

Die Fakten:

„COVID-19 hat in den USA mindestens 65.000 mehr Männer als Frauen getötet – und schwarze Männer haben das höchste Todesrisiko“.

„Forscher der Brookings Institution in Washington, CDC, untersuchten die Covid-Fälle und Todesfälle zwischen Februar 2020 und August 2021.

Sie fanden heraus, dass in dem 18-monatigen Zeitraum etwa 362.000 amerikanische Männer an dem Virus gestorben sind, verglichen mit 296.000 Frauen.

Außerdem waren schwarze Männer am stärksten gefährdet: Die Sterberate war sechsmal höher als die von weißen Männern – und auch viel höher als die von schwarzen Frauen.

(…) ‚Da die Pandemie die Lebenserwartung amerikanischer Männer um mehr als zwei Jahre verkürzt, ist es wichtig, die mit der COVID-19-Mortalität bei Männern verbundenen Risiken zu verstehen und zu mindern‘, schreiben die Autoren.“

Das Gesundheitsportal Gesund.men berichtete im Mai 2021, dass die Zahl der männlichen Corona-Todesopfer in Deutschland ganze 38,7 Prozent höher als die der Frauen liegt. Zwar infizieren sich Frauen tendenziell öfter, aber Männer erkranken häufiger schwer und sterben öfter. (Quelle: DAZ.Online, Abruf 16.2.22)

Im Alter zwischen 40 und 69 Jahren sterben Männer in Deutschland etwa 1,5 bis 3 Mal so häufig an Corona wie Frauen. Wäre das Geschlechterverhältnis umgekehrt, hätte es einen Aufschrei gegeben. Erst ab 80 Jahren dreht sich das Verhältnis um – weil schon so viele Männer früher gestorben sind.

Unser Diagramm verdeutlicht dies, es basiert auf den Todeszahlen des RKI nach Sterbedatum, Altersgruppen und Geschlecht (Abruf 31.03.2022). Im Diagramm sind für die Altersgruppen 40-59 Jahre, 60-79 Jahre und älter als 79 Jahre die Todeszahlen von Männern und Frauen ins Verhältnis gesetzt.

Im Diagramm ergeben sich Werte unter 1 in der Altersgruppe 80+ Jahre, wenn Frauen häufiger als Männer sterben. Das Diagramm hat Lücken, wenn sich das Verhältnis nicht bilden lässt, etwa, wenn es in einem Zeitraum keine Todesfälle von Frauen gab. (Rot = Altersgruppe 80+, blau = AG 60 – 79, türkis = AG 40 -59)

Fazit: Die Behauptung ist falsch

 

Die Behauptung: Frauen sind stärker von der Corona-Arbeitsmarktkrise betroffen

„Frauen in Corona-Krise stärker am Arbeitsmarkt betroffen als Männer“, so Anna Hammerschmid, Julia Schmieder, Katharina Wrohlich bei DIW aktuell No. 42 im Jahr 2020, https://www.econstor.eu/handle/10419/222873, Abruf 21.2.22

Das DIW (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung) ist uns bekannt aus seiner statistischen Trickserei bei der Haushaltsstudie zum Frauentag.

Entgegen solcher frauenpolitisch korrekten Behauptungen hat das Institut der deutschen Wirtschaft in einer Studie festgestellt, dass Frauen in der Corona-Krise nicht die Verlierer am Arbeitsmarkt sind. Quelle: https://www.iwkoeln.de/fileadmin/user_upload/Studien/Kurzberichte/PDF/2020/IW-Kurzbericht_2020_Frauenarbeitslosigkeit.pdf

Fazit: Die Behauptung ist falsch

 

Die Behauptung: Häusliche Gewalt gegen Frauen nimmt in Corona-Zeiten zu

„Die Fortschritte, die in den vergangenen 30 Jahren bei der Stärkung von Frauen erzielt wurden, sind in Gefahr“, sagte die Oxfam-Expertin für Entwicklungspolitik, Sandra Dworack. Millionen Frauen und Mädchen sowie Menschen aus der queeren Community erlebten eine „doppelte Pandemie“ von Gewalt und Covid-19. Quelle: https://www.zeit.de/gesellschaft/2021-11/oxfam-studie-gewalt-gegen-frauen-corona, Abruf 21.02.22

Die Fakten:

Das Ärtzteblatt stellte dazu klar:

Weder für die partnerschaftliche Gewalt aus Opferperspektive (…) oder die Täterperspektive (…) noch für die physische (…) und psychische Gewalt (…) gegenüber Kindern konnten signifikante Veränderungen der relevanten 12-Monats-Prävalenzraten (2016 versus 2021) festgestellt werden.

Trotzdem haben die üblichen frauenpolitischen Männervertretungen Bundesforum Männer, Dachverband Männerarbeit Österreich und männer.ch in vorauseilendem Gehorsam mit ihrem „Survival-Kit für Männer unter Druck“ die übliche Männertäter-Frauenopfer- Gehirnwäsche betrieben . Die Tatsache, dass bei uns jeder vierte Mann selbst Opfer häuslicher Gewalt wird, wird in der Broschüre politisch korrekt totgeschwiegen. Nur ganz am Schluss gibt es noch dazu zwei Alibisätze: „Nimm eigene Verletzungen und Verwundungen ernst. Such dir auch Unterstützung, wenn du selbst Opfer von psychischer oder physischer Gewalt bist.” Konkrete Beratungshilfe versagen die männlichen „Blinddärme“ der Geschlechterpolitik den männlichen Gewaltopfern. Als Mann hilft man sich schließlich selber. Und wenn er das nicht kann, ist er kein „echter Mann“, sondern nur ein Jammerlappen. Es sind die feministischen Männerorganisationen, die uralte, archaische Männerbilder zementieren.

Fazit: Die Behauptung ist falsch

 

Die Behauptung: Durch Corona gibt es eine Retraditionalisierung zuungunsten der Frauen

„Wir erleben eine entsetzliche Retraditionalisierung“, sagt Jutta Allmendinger, Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin und eine der renommiertesten Soziologinnen des Landes. „Väter treten deutlich seltener zurück, bleiben bei ihrem Arbeitsleben, auch dann, wenn sie im Homeoffice arbeiten oder in Kurzarbeit sind.“ Quelle https://www.deutschlandfunkkultur.de/bringt-corona-frauen-an-den-herd-wo-bleibt-die-100.html; Abruf 21.2.22

Jutta Allmendinger behauptete sogar quantitativ, die Pandemie habe die „Rollenverteilung und Gleichstellung“ um 30 Jahre zurückgeworfen – „dreißig Jahre“ behauptete auch Anne Will noch einmal auf Twitter.

Die Fakten:

Laut Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) „Familienrollen im Corona-Wandel: Neue Väter hat das Land“ gilt:

„Dank Homeoffice und flexibler Arbeitszeitmodelle sowie kurzfristiger und kreativer Vereinbarkeitspolitik von Unternehmen konnte ein Teil der Väter während Corona erstmals ein partnerschaftliches Familienmodell im Alltag ausprobieren.

Zwar haben Mütter nach wie vor den größten Anteil der Care-Arbeit übernommen. Allerdings ist der Sorgeanteil der Väter innerhalb des Jahres deutlich gestiegen: 2019 übernahmen Väter durchschnittlich nur 2,8 Stunden der täglichen Sorgearbeit, Mütter hingegen 6,7 Stunden. Im Frühling 2020 kletterte die Zahl bei den Vätern auf 5,3 Stunden und auf 9,6 Stunden bei den Müttern.“

Die WAZ hebt dabei sogar auf eine Väterstudie des Frauenministeriums (!) ab.

Fazit: Die Behauptung ist falsch

 

Zusammenfassung

Vier Behauptungen der Frauenpolitik zur Situation von Frauen im Rahmen der SARS-CoV2-Pandemie, die einem einfachen Faktencheck nicht standhalten. Dies zeigt, wie wichtig es ist, geschlechterspezifische Aussagen von Politik und Medien nicht unhinterfragt zu glauben und durch Quellenrecherche und Quellenvergleich selbst zu überprüfen, wenn man sich nicht am Zeitgeist, sondern an der Wahrheit orientieren will.

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Lesermeinungen

  1. Von wolf

    Antworten

    • Von Mathematiker

  2. Von Dr. Bruno Köhler

    Antworten

    • Von nico

  3. Von nico

    Antworten

  4. Von Mathematiker

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