Dänemark: Sollen Männer beim Gewaltschutz gleichberechtigt werden?

von MANNdat

Während die Politik in Deutschland fleißig weiterhin Menschen- und Grundrechte teilt und Gewalt gegen Männer immer noch weitestgehend tabuisiert, ist in Dänemark zumindest eine politische Diskussion über die Gleichberechtigung von Männern beim Gewaltschutz entbrannt. Der Dänische Rundfunk berichtet:

„Bis zu seinem Selbstmordversuch lebte Peter Tuxen in einer Beziehung, in der er und seine damalige Ehefrau sich ‚gegenseitig schadeten‘, wie er es ausdrückt.

 Wenn man so sehr unter Druck steht wie wir, ist es unvermeidlich, dass man sich gegenseitig einer Form von psychologischer Gewalt aussetzt‘, sagt er.

Hätte Peter Petra geheißen und wäre er eine Frau gewesen, hätte es Hilfe in einem Krisenzentrum gegeben. Aber Peter ist ein Mann, und Männer haben vor dem Gesetz nicht die gleichen Rechte.

Abschnitt 109 des Dienstleistungsgesetzes ermöglicht es Frauen, ‚die Gewalt, Gewaltandrohung oder einer ähnlichen Krise im Zusammenhang mit der Familie oder dem Zusammenleben ausgesetzt waren‘, eine vorübergehende Unterkunft zu erhalten, aber er sagt nichts über Männer.

Stattdessen werden sie auf § 110 verwiesen, der sich mit ‚Personen mit besonderen sozialen Problemen, die keine eigene Wohnung haben oder nicht in ihr leben können‘ befasst.“

Die dänische Sozialministerin Astrid Krag ist zwar der Meinung, dass auch Männer Hilfe benötigen. Sie will aber Männern beim Gewaltschutz nicht die gleichen Rechte wie Frauen zugestehen.

In Dänemark gibt es derzeit ein Männerzentrum, das aber formal nur Obdachlosen Schutz bietet. Dass Männer vor gewalttätigen Partnerinnen Schutz suchen könnten, wurde in Dänemark bislang ebenso tabuisiert wie in Deutschland.

„Seit 2006 bietet das Männerzentrum kostenlose persönliche Beratung für Männer an, u. a. im Zusammenhang mit Scheidung und Gewalt in Beziehungen.

Das Zentrum, das an acht Standorten im ganzen Land Zweigstellen hat, bietet auch vorübergehende Unterkünfte an. Aber Sie müssen ‚funktionell obdachlos‘ sein.

Das bedeutet, dass man wegen einer konfliktträchtigen Situation mit dem Partner nicht eine Zeit lang in der eigenen Wohnung bleiben kann, um einen Platz zu bekommen, erklärt Direktor Michael Hammer von der Abteilung in Odense.

‚Im Moment kann man auf diese Weise in das Männerzentrum gelangen, aber wir sind der Meinung, dass die Hilfe für alle da sein sollte. Gewalt ist Gewalt, und es spielt keine Rolle, wer der Absender ist‘, sagt Michael Hammer.“

Das ist nicht viel anders als in Deutschland. Als wir vor über 10 Jahren  bei einer Veranstaltung zum Schutz vor häuslicher Gewalt eine Politikerin eines Bundeslandes fragten, wo geschlagene Männer hinsollen, sagte man uns, es gäbe ja Obdachlosenheime. Mit Empathie dürfen männliche Gewaltopfer nicht rechnen.

 „Peter Tuxen, der Kinder im Alter von sechs und acht Jahren hat, wurde nach Aufenthalten in Krankenhäusern und psychiatrischen Notaufnahmen vorübergehend im Zentrum für Männer untergebracht. ….

Im Zentrum für Männer ist die Zahl der Bewohner landesweit von 105 im Jahr 2018 auf 188 im Jahr 2020 gestiegen.

Michael Hammer, Leiter des Männerzentrums in Odense, ist der Ansicht, dass der Anstieg zum Teil darauf zurückzuführen ist, dass der Tatsache, dass auch Männer Opfer von Gewalt werden können, mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird.

‚Aber es ist immer noch ein großes Tabu. Dies gilt sowohl für das Selbstverständnis der Männer, dass sie als Männer in der Lage sein sollten, sich sowohl physisch als auch psychisch zu äußern, als auch für unser gesellschaftliches Verständnis. Wir sehen Männer nicht wirklich als gefährdet an, und wenn es welche gibt, sehen wir sie eher als Verlierer denn als Opfer‘, sagt er und erwartet, dass der Anstieg weiter anhält: ‚Ich glaube, wir haben nur an der Oberfläche gekratzt.‘

Das Männerzentrum ist eigentlich nur eine Unterkunft oder ein Wohnheim, in dem funktionell obdachlose Männer vorübergehend untergebracht werden können, und daher ist eine Gesetzesänderung erforderlich, wenn ähnliche Zentren den Status einer echten Unterkunft erhalten sollen

Michael Hammer sagt, dass das Men’s Centre versucht, Politiker zu beeinflussen, um das Gesetz zu ändern, damit Männer den gleichen Zugang zu Hilfe haben wie Frauen, die Opfer von Partnergewalt geworden sind.

Er ist der Ansicht, dass die Gleichstellung von Männern und Frauen in der Gesetzgebung von großem Wert ist. In der Praxis bedeutet dies aber auch eine bessere Behandlung sowohl für die Männer als auch für ihre Kinder, wenn sie diese im Zentrum haben.

Es ist an der Zeit, das altmodische Gesetz zu ändern. Diese Ansicht vertritt die sozialpolitische Sprecherin der Dänischen Volkspartei, Karina Adsbøl, die im Februar dieses Jahres gemeinsam mit den Neuen Liberalen vorschlug, die Regierung zu verpflichten, einen Gesetzentwurf vorzulegen, der die Gleichstellung von Männern und Frauen vorsieht. erklärt Karina Adsbøl:

‚Daran arbeiten wir schon seit vielen Jahren. Jede Form von Gewalt ist völlig inakzeptabel, unabhängig davon, wer die Gewalt ausübt. Und deshalb müssen wir dafür sorgen, dass auch Männer unter das Gesetz fallen‘, sagt sie.“

Das klingt hoffnungsvoll, aber in Dänemark gibt es, wie in Deutschland, auch massive Widerstände gegen die Gleichberechtigung von Männern beim Gewaltschutz. Der Vorschlag wurde deshalb abgelehnt. Während z. B. die dänischen Liberaldemokraten der Meinung sind, dass Männer und Frauen gesetzlich gleichgestellt werden sollten, ersetzen andere Menschenrechte durch Frauenrechte und wollen deshalb Männern nicht die gleichen Rechte wie Frauen beim Schutz vor Gewalt einräumen.

„Eine von ihnen ist Trine Torp aus SF. Sie ist Sozialsprecherin von SF und weist darauf hin, dass die Art der Gewalt, die Männer und Frauen erfahren, unterschiedlich ist.

‚Die Gewalt, der Frauen ausgesetzt sind, ist eine schwerwiegendere und ernstere Gewalt, und es sind auch die Frauen, die Gefahr laufen, von ihrem Partner getötet zu werden. Das soll nicht heißen, dass die Bedürfnisse von Männern vernachlässigt werden, aber es handelt sich um eine andere Art von Gewalt‘, sagt sie und argumentiert, dass Männer nicht unbedingt die gleichen Rechte haben sollten wie Frauen.“

Nein. Wenn Frauen Männer schlagen, ist das keine „andere“ Gewalt als wenn Männer Frauen schlagen. Es ist eine anders wahrgenommene Gewalt. Wenn ein Mann eine Frau schlägt, wird diese Gewalt als das wahrgenommen, was es ist, nämlich als Gewalt. Wenn eine Frau einen Mann schlägt, wird diese Gewalt in Medien und Gesellschaft als „Frauenpower“ nicht nur verharmlost, sondern glorifiziert. Diese Ambivalenz von Gewaltwahrnehmung wird schon Kindern in Schule und Kinderprogrammen im Fernsehen eingetrichtert.

Hier zeigt sich wieder die absolute Realitätsferne und das Streben zur Teilung von Menschenrechten bei Politfeministinnen. Als hätte es noch nie Fälle gegeben, bei denen ein Mann von seiner Frau getötet wurde. Wenn Männer beim Gewaltschutz gleichgestellt wären, würden nicht weniger weibliche Gewaltopfer davon profitieren. Aber weibliche Gewalttäterinnen könnten dann häufiger und stärker belangt werden. Trine Torp geht es hier also nicht um mehr Schutz für Frauen, sondern es geht ihr um das Vorenthalten von Schutz vor Gewalt für Männer und es geht ihr um Gewalttäterinnenschutz. Ihr geht es nicht um Grund- und damit auch Menschenrechte, sondern um frauenpolitische Klientelinteressen, sprich um Frauenprivilegierung.

Wenn es nach Peter Tuxen ginge, sollte das Gesetz so umgeschrieben werden, dass § 109 für beide Geschlechter gilt. Aus diesem Grund hat er sich entschieden, seine Geschichte zu erzählen.

‚Die ganze Gleichstellungsdebatte basiert auf der Idee, dass wir gleiche Rechte haben sollten, aber das ist nicht der Fall, wenn es zwei verschiedene Abschnitte in der Gesetzgebung gibt. Und ich denke, dass es wichtig ist, sich darauf zu konzentrieren. Denn eine Krise kann lebensverändernd und lebensbeendend sein‘“.

Peter Tuxen ist zweifelslos für seinen Mut zu bewundern. In Deutschland würde er für solche Meinungsäußerungen schon auf Dissidentenlisten und Internetpranger verbaler Schlägertrupps neben Neonazis stehen. Aber er irrt an einer Stelle. Bei der Gleichstellungsdebatte ging es nie darum, dass alle gleiche Rechte haben sollten. Bei der Gleichstellungsdebatte ging und geht es immer nur um frauenpolitische Partikularinteressen und die Privilegierung von Frauen. Das kann man gerade in Deutschland in den Gleichstellungsgesetzen erkennen. Dort wurde Gleichstellung als reiner frauenpolitischer Lobbyismus in den Gleichstellungsgesetzen  ausdrücklich gesetzlich zementiert. Gleichstellungsstellen sind damit reine privilegierte, männersterile Frauenclubs und haben Fraueninteressen zu vertreten. Männer haben dabei weder das aktive noch das passive Wahlrecht.

Wir wünschen den dänischen Männern, dass die Diskussion um ihre Gleichberechtigung beim Gewaltschutz ihnen zumindest ein klein wenig weiterhilft, und dass die politisch Verantwortlichen nicht wie bei der Körperverletzung von Jungen durch Beschneidung durch Druck anderer Regierungen wieder Angst vor der eigenen Courage bekommen.

 

Quelle Beitragsbild: adobestock-140432298-scaled.jpeg

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