Vorrang für Männer beim Covid-Impfschutz?

von MANNdat

In einem Artikel in der „Zeit“ fordert der Schriftsteller Ralf Bönt („Das entehrte Geschlecht: Ein notwendiges Manifest für den Mann“) eine frühere Impfung der Männer gegen COVID-19. Sie seien einem höheren Risiko ausgesetzt und verdienten deshalb stärkeren Schutz.

Wir gehen hier den Fakten auf den Grund, stellen dazu einige Studien vor, schreiben einen Brief an das Robert-Koch-Institut und werden sehen, dass die EU und Großbritannien auf die Realität pfeifen und Männer strukturell diskriminieren.

(Anm.: Wir verwenden den seltener verwendeten, aber korrekten Begriff Letalität für das Verhältnis der Todesfälle durch COVID-19 bezogen auf die Zahl der an COVID-19 Infizierten. Der dafür öfter verwendete Begriff Mortalität bezieht sich auf die ganze Bevölkerung.)

Die selbstgefällige Ignoranz

Eine Forderung, die in einer Gesellschaft des kognitiv bequemen Schwarz-Weiß-Denkens von Männerprivilegien und Frauenunterdrückung natürlich bei vielen zu Schnappatmung führt. Hier nur ein Beispiel von Margarete Stokowski, deren Kommafehler, neben der niederschwelligen Fachkompetenz, die Markenzeichen ihrer Tweeds sind:

WARNUNG! Wir warnen hier ausdrücklich davor, Stokowskis naiv inkompetenter Empfehlung zu folgen und zu meinen, mit dem Waschen von Händen sich ausreichend gegen Corona-Infektionen schützen zu können! Das ist Unsinn. Stokowski hat als typische Feministin lediglich wenig Empathie gegenüber dem Befinden von Männern. Im Gegenteil: Stokowski hatte sich auch schon über die Corona-Erkrankung Trumps gefreut: „Darf man sich freuen wenn Trump Corona hat – äh nein man muss.“

Und in einer Gesellschaft, in der gewinnbringend dämliche Witze über Männer gemacht werden, die bei Symptomen zum Arzt gehen (Klosterfrau-Männergrippekampagne), ist das Argument „Sollen sie doch bei Symptomen rechtzeitig zum Arzt gehen“ zumindest fragwürdig.

Als vor kurzem bekannt wurde, dass Irland vorrangig Männer an Corona sterben lassen würde, gab es weder eine Kritik noch abfällige Plattheiten von Stokowski.

Wir möchten hier aber nicht den Eindruck erwecken, dass wir die auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse aufgestellten Forderungen eines Ralf Bönt mit einer toxischen Krawallfeministin auf die gleiche intellektuelle Stufe stellen möchten. Wir möchten hier der Frage nachgehen, ob Ralf Bönts Forderung gerechtfertigt ist.

Die Zahlen bestätigen eine deutlich höhere Letalitätsrate von Männern

Das Robert Koch-Institut (RKI) veröffentlicht auf seiner Seite „Epidemiologischer Steckbrief zu SARS-CoV-2 und COVID-19“, bei welchen Personengruppen schwere Krankheitsverläufe häufiger beobachtet werden. Dabei wird auch „Männliches Geschlecht“ aufgeführt (Stand 25.2.2021).

Als Belege dafür werden aufgeführt eine Studie von

Ortolan A, Lorenzin M, Felicetti M, Doria A, Ramonda R. „Does gender influence clinical expression and disease outcomes in COVID-19? A systematic review and meta-analysis.“ International Journal of Infectious Diseases. 2020;99:496-504.

und eine Studie von

Sutton D, Fuchs K, D’Alton M, Goffman D. Universal Screening for SARS-CoV-2 in Women Admitted for Delivery. The New England journal of medicine. 2020;382(22):2163-4.

Nachfolgend die Graphik auf Basis der Daten der verstorbenen Männer und Frauen des RKI „Täglicher Lagebericht des RKI zur Coronavirus-Krankheit (COVID-19) mit Stand 30.07.2020“.

Bis zur Altersgruppe 70-79 gibt es sehr viel mehr männliche Todesfälle als weibliche. Ab der Altersgruppe 80-89 gleichen sich diese weitestgehend an und kehren sich ab 90-99 um. Doch hier ist zu beachten, dass aufgrund der kürzeren Lebenserwartung von Männern das Verhältnis von Frauen zu Männern in den höheren Altersgruppen deutlich steigt, wie die orange Linie in der Graphik zeigt. Man muss deshalb das Letalitätsrisiko altersbereinigt betrachten, z. B. bei einem Vergleich der Letalitätsraten bezogen auf den jeweiligen Bevölkerungsanteil von Männern und Frauen in der Altersgruppe. Die nachfolgende Graphik zeigt die Letalitätsraten je Altersgruppe altersbereinigt. Sie zeigt, um wievielfach höher die Letalitätsraten von Männern je Altersgruppe gegenüber Frauen sind. Bei 1 wären die Letalitätsraten gleich.

Wie man sieht, können für 0-19 keine Verhältniszahlen angegeben werden und ab 100+ haben Frauen eine höhere Letalitätsrate. Die nachfolgende Tabelle zeigt die konkreten Daten aus der RKI-Information. In den niederen Altersgruppen sind die Zahlen zu gering, um belastbare, signifikante Verhältniszahlen zu bilden (3 Todesfälle). Auch in der Altersgruppe ab 100 aufwärts gibt es geringe Zahlen (insgesamt 50).

Dr. Michael Klein auf https://mens-mental-health.de/ dazu:

„Corona-Pandemie als Testfall für die klassische Männerrolle?

Die Mortalitätsquoten schwanken um 65% für Männer an der Gesamtzahl der Todesopfer. Männer haben im Verhältnis zu Frauen ein 2.3-fach erhöhtes Risiko im Falle einer Infektion an dem Virus oder Begleit- und Folgeerkrankungen zu versterben. Wie eine Arbeitsgruppe am Robert-Koch-Institut (RKI) um Dr. Alexander Rommel im Februar 2021 publizierte, verloren die an COVID-19 Verstorbenen Personen durchschnittlich 9.6 Lebensjahre durch frühzeitigen Tod, die Männer dabei 11.0 Jahre, die Frauen 8.1 Jahre. Diese als Burden-of-Disease bezeichneten Berechnungsmethoden analysieren die Implikationen bestimmter Erkrankungen auf Lebensqualität und Frühsterblichkeit. 

Es handelt sich bei diesen Geschlechtsunterschieden um ein markantes Beispiel gesundheitlicher Ungleichheit zu Lasten der männlichen Bevölkerung. Dabei gibt es in den Infektionszahlen keinen Unterschied zwischen Männern und Frauen. Das erhöhte Sterberisiko für Männer gilt über alle Altersgruppen ab dem 18. Lebensjahr bis zu den 79-Jährigen. Danach gleicht sich das Risiko zwischen den beiden Geschlechtern scheinbar an und in der höchsten Altersgruppe (90 bis 99 Jahre) sind mehr Frauen betroffen. Dies ist aber ein Scheineffekt, der in den RKI-Statistiken nicht aufgeklärt wird. Denn in der Gruppe der 90- bis 99-Jährigen liegt der absolute Anteil von Männern deutlich geringer. Immerhin sind 73% der über 85-Jährigen in Deutschland Frauen.

In der Tabelle des RKI sind die relativen Wahrscheinlichkeiten auf der Basis der tatsächlichen Bevölkerungsanteile von Männern und Frauen leider nicht wiedergegeben. In der Gruppe der 60- bis 69-Jährigen, wo der absolute Anteil der Frauen in der Gesamtbevölkerung bei ca. 55 % liegt, weisen die Männer hinsichtlich COID-19-Sterblichkeit einen Anteil von 72% (RKI-Daten vom 01.12.2020) auf. Die Ursachen für diese erhöhte Sterblichkeit der Männer im Vergleich zu den Frauen sind nicht vollkommen klar und können nur zum Teil mit dem ungünstigeren Gesundheitsverhalten, der höheren Zahl von Vorerkrankungen und dem ungesünderen Lebensstil der Männer erklärt werden. Weitere Ursachen biopsychosozialer Natur sind zu vermuten und sollten dringend erforscht werden.“

(https://mens-mental-health.de/corona-impfung/, 27.2.21)

Nachfolgend die von Dr. Klein angesprochene Studie zu den Lebensjahrverlusten:

„COVID-19-Krankheitslast in Deutschland im Jahr 2020

Durch Tod und Krankheit verlorene Lebensjahre im Verlauf der Pandemie

The COVID-19 disease burden in Germany in 2020—years of life lost to death and disease over the course of the pandemic

Dtsch Arztebl Int 2021; 118: 145-51; DOI: 10.3238/arztebl.m2021.0147; ONLINE first

Rommel, Alexander; von der Lippe, Elena; Plaß, Dietrich; Ziese, Thomas; Diercke, Michaela; an der Heiden, Matthias; Haller, Sebastian; Wengler, Annelene

Hintergrund: Die SARS-CoV-2-Pandemie hat im Jahr 2020 das Gesundheitswesen vor große Herausforderungen gestellt. Die COVID-19-Krankheitslast lässt sich durch den Verlust an Lebensjahren durch Krankheit oder Tod ausdrücken. Dabei gehen beispielsweise durch Versterben im Alter von 40 Jahren deutlich mehr Lebensjahre verloren als bei Tod mit 80 Jahren.

Methode: Auf Basis laborbestätigter SARS-CoV-2-Meldefälle im Jahr 2020 (Datenstand 18. Januar 2021) werden durch Tod verlorene Lebensjahre („years of life lost“, YLL) und durch gesundheitliche Einschränkungen verlorene Lebensjahre („years lived with disability“, YLD) zur Krankheitslast insgesamt („disability-adjusted life years“, DALY) aufsummiert. Die Methodik ist angelehnt an die „Global Burden of Disease“-Studie. Bestehende Vorerkrankungen werden bei der Berechnung der YLL nicht berücksichtigt. Die angelegte Restlebenserwartung berücksichtigt aber ein mittleres altersspezifisches Niveau an Morbidität.

Ergebnisse: Im Jahr 2020 gingen in Deutschland 305 641 Lebensjahre durch COVID-19 verloren. Bei Männern entfielen 34,8 % der DALY auf Personen unter 70 Jahre, bei Frauen 21,0 %. 99,3 % dieser Krankheitslast machten verlorene Lebensjahre durch Versterben aus (YLL). Die durch COVID-19 im Tagesmittel entstandene Krankheitslast durch Versterben lag unter der für wichtige nichtübertragbare Erkrankungen. Eine verstorbene Person verlor im Mittel etwa 9,6 Lebensjahre, Personen unter 70 Jahre verloren 25,2 Lebensjahre. Männer hatten durch Tod einen größeren Verlust an Lebenszeit als Frauen (11,0 versus 8,1 Jahre).“

(https://www.aerzteblatt.de/archiv/217880/COVID-19-Krankheitslast-in-Deutschland-im-Jahr-2020, 28.2.21)

Auch internationale Studien bestätigen die höhere Letalitätsrate bei Männern

Auch die Metastudie, die am 9. Dezember in der Fachzeitschrift Nature Communications erschien, bestätigt diese Erkenntnisse. Im Abstract dieses Artikels von Hannah Peckham, Nina M. de Gruijter, Charles Raine, Anna Radziszewska, Coziana Ciurtin, Lucy R. Wedderburn, Elizabeth C. Rosser, Kate Webb & Claire T. Deakin „Male sex identified by global COVID-19 meta-analysis as a risk factor for death and ITU admission“ heißt es u. a.:

„Hier präsentieren wir eine Meta-Analyse von 3.111.714 gemeldeten Fällen weltweit, um zu zeigen, dass es zwar keinen Unterschied im Anteil von Männern und Frauen mit bestätigter COVID-19 gibt, männliche Patienten aber eine fast dreimal so hohe Wahrscheinlichkeit haben, auf die Intensivstation (ITU) eingeliefert zu werden (OR = 2,84; 95% CI = 2,06, 3,92) und eine höhere Sterblichkeitsrate (OR = 1,39; 95% CI = 1,31, 1,47) im Vergleich zu Frauen haben. Mit wenigen Ausnahmen ist das in COVID-19 beobachtete Geschlechtsbias ein weltweites Phänomen.“ https://www.nature.com/articles/s41467-020-19741-6

Auch die Daten der Forschungsinitiative Global Health 50/50 „The COVID-19 Sex-Disaggregated Data Tracker“ aus mehr als 20 Ländern bestätigen die Ergebnisse.

Tracking differences in COVID-19 infection, illness and death among women and men is essential to understanding the pandemic. (https://globalhealth5050.org/the-sex-gender-and-covid-19-project/). Ein Auszug:

“Weltweit gibt es fast gleich viele infizierte Fälle bei Männern und Frauen. (…)

Dieses Muster zeigt sich auch in den von der Weltgesundheitsorganisation gesammelten Daten, aus denen hervorgeht, dass es kaum Unterschiede in der Zahl der bestätigten Fälle bei Männern und Frauen gibt. Unter den mehr als 700.000 bestätigten Fällen von COVID-19, die der WHO bis zum 18. April 2020 gemeldet wurden, gibt es fast gleich viele Fälle bei Männern und Frauen

(…)

In fast allen Ländern, die wir verfolgen, auch in den Ländern, in denen es eine höhere Anzahl von bestätigten Fällen bei Frauen gibt, sind die meisten Todesfälle bei Männern zu verzeichnen.

Die von Global Health 50/50 gesammelten Daten zeigen, dass in der überwiegenden Mehrheit der Länder, für die Daten vorliegen, Männer durchweg eine höhere Sterberate aufweisen als Frauen. Diese Raten spiegeln die Todesfälle unter den bestätigten Fällen wider. In einer kleinen Anzahl von Ländern (N=3) gibt es höhere absolute Zahlen von Todesfällen bei Frauen als bei Männern, aber in diesen Ländern ist es wichtig, nicht nur die Gesamtzahl der sterbenden Männer und Frauen zu betrachten, sondern den Anteil der Todesfälle unter den Menschen, die als Fall diagnostiziert werden. In der überwiegenden Mehrheit der Länder ist die Sterberate unter den bestätigten Fällen bei Männern höher als bei Frauen. Mit anderen Worten: Sobald Männer infiziert sind und als Fall diagnostiziert werden, besteht für sie ein höheres Sterberisiko.

(…)

Das Geschlecht einer Person, d. h. die zugrunde liegende biologische Konstitution, bestimmt sowohl immunologische als auch hormonelle Profile, die für die Reaktion auf eine Infektion wichtig sein können. Diese Unterschiede in den biologischen Reaktionen von Männern und Frauen könnten bei der Bestimmung der klinischen Ergebnisse bei COVID-19 von Bedeutung sein. Es wird zum Beispiel vermutet, dass ein Enzym namens ACE2 (Enzym 2) wichtig für das Risiko ist, eine schwere COVID19-Erkrankung zu entwickeln. ACE2 sitzt auf Zellmembranen und kann es dem Virus ermöglichen, leichter in die Zellen einzudringen und damit seinen zerstörerischen Weg durch die lebenswichtigen Organe des Körpers zu beginnen. Der ACE2-Spiegel ist bei Männern generell höher, was bedeutet, dass mehr Zellen für das Virus anfällig sind, was wiederum bei Männern zu einem höheren Risiko für schwere COVID-Erkrankungen und Tod führen kann.”

Gründe für diesen Geschlechterunterschied kann auch das RKI nicht benennen.

Eine wichtige Rolle könnte aber der sogenannte ACE2-Rezeptor spielen. Dieser dient bei den durch Coronaviren ausgelösten Krankheiten COVID-19, SARS und MERS als eine Art Einfallstor. Tatsächlich seien auch beim früheren SARS-Virus und bei MERS Männer stärker betroffen gewesen, sagte im Juni Bernhard Zwißler, Direktor der Klinik für Anästhesiologie am LMU Klinikum.

Laut einer Studie vom University Medical Center Groningen kommt dieser ACE2-Rezeptor bei Männern in einer höheren Konzentration vor:

Abstrakt

Ziele

Das aktuelle pandemische Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert eine breite Altersgruppe, aber überwiegend ältere Menschen, insbesondere Männer und solche mit kardiovaskulären Erkrankungen. Jüngste Berichte deuten auf einen Zusammenhang mit der Einnahme von Hemmstoffen des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems (RAAS) hin. Angiotensin-converting Enzym 2 (ACE2) ist ein funktioneller Rezeptor für Coronaviren. Höhere ACE2-Konzentrationen könnten bei Patienten, die RAAS-Hemmer einnehmen, zu einer erhöhten Anfälligkeit für SARS-CoV-2 führen.

Methoden und Ergebnisse

Wir haben die ACE2-Konzentrationen bei 1485 Männern und 537 Frauen mit Herzinsuffizienz gemessen (Indexkohorte). Die Ergebnisse wurden bei 1123 Männern und 575 Frauen validiert (Validierungskohorte).

Das mediane Alter lag bei 69 Jahren für Männer und 75 Jahren für Frauen. Der stärkste Prädiktor für erhöhte Konzentrationen von ACE2 in beiden Kohorten war das männliche Geschlecht (Schätzwert = 0,26, P < 0,001; bzw. 0,19, P < 0,001). In der Index-Kohorte war die Verwendung von ACE-Hemmern, Angiotensin-Rezeptor-Blockern (ARBs) oder Mineralokortikoid-Rezeptor-Antagonisten (MRAs) kein unabhängiger Prädiktor für ACE2 im Plasma. In der Validierungskohorte waren ACE-Hemmer (Schätzwert = -0,17, P = 0,002) und ARB (Schätzwert = -0,15, P = 0,03) unabhängige Prädiktoren für niedrigere Plasma-ACE2-Konzentrationen, während die Verwendung eines MRA (Schätzwert = 0,11, P = 0,04) ein unabhängiger Prädiktor für höhere Plasma-ACE2-Konzentrationen war.

Schlussfolgerung

In zwei unabhängigen Kohorten von Patienten mit Herzinsuffizienz waren die Plasmakonzentrationen von ACE2 bei Männern höher als bei Frauen, aber die Verwendung weder eines ACE-Hemmers noch eines ARB war mit höheren Plasma-ACE2-Konzentrationen assoziiert. Diese Daten könnten die höhere Inzidenz und Sterblichkeitsrate von COVID-19 bei Männern erklären, unterstützen aber nicht frühere Berichte, die nahelegen, dass ACE-Hemmer oder ARBs die Vulnerabilität für COVID-19 durch erhöhte Plasma-ACE2-Konzentrationen erhöhen.“

Iziah E Sama, Alice Ravera, Bernadet T Santema, Harry van Goor, Jozine M ter Maaten, John G F Cleland, Michiel Rienstra, Alex W Friedrich, Nilesh J Samani, Leong L Ng: „Circulating plasma concentrations of angiotensin-converting enzyme 2 in men and women with heart failure and effects of renin–angiotensin–aldosterone inhibitors“, European Heart Journal, Volume 41, Issue 19, 14 May 2020, Pages 1810–1817, https://doi.org/10.1093/eurheartj/ehaa373, 10 May 2020

Außerdem gibt es laut Virologe Thomas Pietschmann gegenüber der DW „genetische Gründe“, die Frauen bevorteilen. Der Grund sei, dass „einige immunrelevante Gene, beispielsweise Gene, die dafür verantwortlich sind, Erreger zu erkennen, auf dem X-Chromosom kodiert werden“. Da Frauen zwei X-Chromosomen besitzen und Männer nur eines, haben Männer hier Nachteile.

Im einem NDR-Podcast vom 9.3.2021 spricht auch die Virologin Sandra Ciesek darüber, warum Männer ein größeres Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben.

Ralf Bönts Forderung ist auf Basis der Fakten also durchaus plausibel.

Hierzu auch nochmals Dr. Michael Klein von https://mens-mental-health.de/:

„Im Hintergrund droht der Impfneid

In der akuten COVID-19-Impfsituation trifft der Gender-Empathy-Gap auf die Strukturen der Männerfeindlichkeit bis Männergleichgültgkeit in Gesellschaft und Medien. Und obendrein zeigen viele Männer selbst unbewusst ein Muster an Selbstherabsetzung und Selbstverleugnung, das sie in Erziehung, Bildungswesen und Gesellschaft gelernt haben. Resultat: Völlige Ruhe und Gleichgültigkeit. 

Wenn die Infektions- und Letalitätsquoten in Deutschland aufgrund der zahlreicher werdenden Virus-Mutanten wieder zunehmen sollten, droht eine ernsthafte Impfneid-Debatte. Dies zu verändern ist in Zeiten, in denen Gemeinsinn und Zusammenhalt mehr zählen sollten als Partikularinteressen, ein ernstes Anliegen. Es ist aber auch festzuhalten: Wenn Bundesregierung und EU ihre Hausaufgaben in Sachen Impfung gemacht hätten und ihre Fehler jetzt nicht so schamlos verschleiern würden, gäbe es auch keine Notwendigkeit über die bevorzugte Impfung der häufigsten Todesopfer der Erkrankung nachzudenken und damit auch keine Impfneiddebatte. Nunmehr aber steht sie vor der Tür. Besser wäre es, eine bessere Impfkampagne und mehr Sensibilität für den Gender-Empathy-Gap zu erreichen.“

(https://mens-mental-health.de/corona-impfung/, 27.2.21)

EU-Kommissionspräsidentin fordert Benachteiligung von Männern bei Corona; GB tut es schon

Ganz so rücksichtsvoll und sensibel ist Ursula von der Leyen (CDU), die Präsidentin der EU-Kommission nicht. In ihrer typisch empathielosen Art fordert sie dreist:

Frauen müssen bei den Covid-Rettungsplänen im Zentrum stehen„, fordert Ursula von der Leyen (CDU).

Und das, obwohl, wie wir hier dargelegt haben, dass Männer eine höhere Letalitätsrate bei Covid-19 aufweisen. Hier ist einer der Erfolge der Frauenpolitik zu suchen. Frauenpolitikerinnen bleiben immer ausschließlich Frauenpolitikerinnen, auch wenn sie als EU-Kommissionspräsidentin für alle Menschen in der EU zuständig ist. Frauenpolitikerinnen sind in ihren Forderungen egozentrischer und rücksichtloser.

Währenddessen hat Großbritannien die erste Klinik eröffnet, in der ausschließlich Frauen gegen Corona geimpft werden: „Es ist ein besonderer Moment. Es ist etwas, das gefeiert werden muss, vor allem, weil ich meinen Impfstoff bei der Eröffnung der ersten Impfklinik nur für Frauen in Großbritannien erhalten konnte.“

Brief an das Robert-Koch-Institut

Wir haben aufgrund dieser Daten das Robert-Koch-Institut am 11.3.2021 angeschrieben:

„Sehr geehrte Damen und Herren,

auf Ihrer Seite „Epidemiologischer Steckbrief zu SARS-CoV-2 und COVID-19“ wird unter den Personengruppen mit häufigeren schweren Verläufen auch „Männliches Geschlecht“ aufgeführt (Stand 25.2.2021). Dies wird durch zahlreiche Studien belegt. Auch auf Ihren „Täglichen Lageberichten des RKI zur Coronavirus-Krankheit (COVID-19)“ haben Sie diese Erkenntnis belegen können. Männer infizieren sich etwa gleich häufig mit dem SARS-CoV-2-Virus, sterben aber zwei- bis dreimal so häufig wie Frauen. Dazu haben wir folgende Fragen:

  1. Warum wird auf Ihrer Seite „Epidemiologischer Steckbrief zu SARS-CoV-2 und COVID-19“ unter den Personengruppen mit häufigeren schweren Krankheitsverläufe zu Recht auch „Männliches Geschlecht“ aufgeführt, aber auf ihrer zentralen Seite „Informationen und Hilfestellungen für Personen mit einem höheren Risiko für einen schweren COVID-19-Krankheitsverlauf“, in dem Sie die Bevölkerung über den aktuellen Stand der Risikogruppen aufklären, dies verschwiegen?
  2. Aus welchen Gründen wurde entsprechend Gender Mainstreaming der Genderaspekt bezüglich der höheren Letalitätsraten von Männern bei Ihrer Impfempfehlung nicht beachtet?
  3. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen betonte bei der Konferenz zum Frauentag im Europaparlament, dass Frauen im Zentrum bei den Covid-Rettungsplänen stehen müssen. Wie weit hat diese Forderung Einfluss auf die Covid-Rettungsstrategie in Deutschland?

Für eine Rückantwort wären wir dankbar.“

Fazit

Eine nachgewiesene etwa 2- bis 3-fach höhere Letalitätsrate von Männern belegt die Forderung von Ralf Bönt, Männer stärker vor der Infektion zu schützen – was außerfrage stehen würde, wenn die Genderisten ihr Gender Mainstreaming wirklich ehrlich meinen würden. Stattdessen tun sie das Gegenteil. „Frauen müssen bei den Covid-Rettungsplänen im Zentrum stehen“, fordert die EU-Kommissionspräsidentin.

An solchen Beispielen zeigt sich aber wieder die Doppelmoral der Geschlechterpolitik. Man fabuliert von Gleichberechtigung und sogar von Gleichstellung. Dabei ist die Geschlechterpolitik geblieben, was sie seit den 80er Jahren ist, nämlich die lineare Fortsetzung der reinen rosinenpickenden Frauenförderpolitik. Dort wo der Gender-Mainstreaming-Ansatz Nachteile von Männern ausgleichen könnte, beharren die Genderisten auf archaische Rollenbildzementierung. Der toxische Feminismus verwechselt hier Empathie mit Egozentrik und Narzissmus. Oder er tut zumindest so, als würde er es nur verwechseln.

 

Quelle Beitragsbild: AdobeStock_231278849

 

 

 

 

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