Alle Artikel der Kategorie "Rundbrief Archiv"

Malu, Miss Piggy und die Machos

Sind Frauen die besseren Politiker? Ja. Jedenfalls, wenn man der Kolumnistin Dagmar Rosenfeld Glauben schenken will. Wenn es darum geht, die Vorzüge von Politikerinnen hervorzuheben, schreckt sie nicht einmal vor den plattesten Platitüden, den gröbsten Verallgemeinerungen und dem peinlichsten Selbstlob zurück. Grund genug für uns, ihre grausigen Ausführungen einmal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

Peer und die Frauen

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat ein Problem mit Frauen. Jedenfalls wollen uns das einige Journalistinnen weismachen. Hinter dem künstlich inszenierten Sturm im Wasserglas steckt in Wahrheit eine clevere Strategie, mit der die Frauen-Medien-Netzwerke den Kandidaten am Nasenring durch die Manege führen, um für ihre Klientel möglichst viele Wahlgeschenke herauszuholen. Lesen Sie unseren Kommentar über "Peer und die Frauen".

Pferde an die Macht!

Diese Nachricht hat uns einigermaßen verblüfft: Der VW-Patriarch Ferdinand Piëch hat seine Ehefrau Ursula für den Aufsichtsrat des Volkswagenkonzerns … tja, wie soll man es nennen? … vorgeschlagen? … berufen? Inzwischen bestimmt sie die Geschicke des größten europäischen Automobilkonzerns mit. Die Geschichte der Menschheit ist voll von überraschenden Personalentscheidungen. Das fängt an mit der Absicht des römischen Kaisers Caligula aus dem Jahr 42 n. Chr., seinem Lieblingspferd Incitatus die Konsulwürde und einen Sitz im römischen Senat zu verleihen, und endet vorerst mit der Verpflichtung von Otto Rehhagel als Trainer von Hertha BSC Berlin.

Der Kaiserinnen neue Kleider

Uns ist durchaus bewusst, dass es sich hier nicht um ein Märchen der Gebrüder Grimm, sondern um eines des dänischen Schriftstellers Hans Christian Andersen handelt. Wir gehen allerdings davon aus, dass auch diese Märchen dringend einen modernen Anstrich brauchen. Nach wie vor leben in Europa Kaiserinnen, die so ungeheuer viel auf neue Benachteiligungskleider halten, dass sie weder Kosten noch Mühen noch Lügen scheuen, nur um recht geputzt zu sein. Sie klagten bisher viel und taten bisher wenig, außer ihre neuen Benachteiligungskleider zu zeigen. Sie hatten Röcke für jede Gelegenheit, und ebenso wie man von einem König sagte, er ist im Rat, so sagte man hier immer: "Die Kaiserin ist gerade strukturell benachteiligt!"

Der Aufstand der Pussys

So ungefähr einmal im Jahr liest man irgendwo in einer Zeitung oder im Netz, dass die Wiederkehr des Feminismus kurz bevor steht. Hat man solche Prophezeiungen anfangs noch mit Erstaunen und leichter Besorgnis zur Kenntnis genommen, so hat man sich inzwischen längst daran gewöhnt und weiß, dass es sich bei ihnen lediglich doch nur um unverbindliche Gedankenspiele handelt, die gerne schonmal in den nachrichtenarmen Sommermonaten kolportiert werden und die bislang stets folgenlos blieben.

Von Märchen und Realsatiren

Wir können es letztlich nur vermuten, aber: Vieles spricht dafür, dass das bekannte Märchen "Des Kaisers neue Kleider" von Hans Christian Andersen das unangefochtene Lieblingsmärchen der meisten Feministinnen ist. Wie anders ist es zu erklären, dass sie es Jahr für Jahr mehrfach und immer wieder neu aufführen? Auch in diesem Jahr. Es begann harmlos wie immer. Ende März oder Anfang April feiern Feministinnen einen ihrer großen Feiertage (wobei zum Vorheizen schon der Zeitpunkt um den Frauentag am 8. März dient): Den "Equal Pay Day". An diesem Tag würden Frauen bei gleicher Arbeit endlich genau soviel verdient haben wie Männer zum 31. Dezember des Vorjahres. Denn, so die landläufige Legende: Weil sie im groben Durchschnitt knapp ein Viertel weniger verdienen würden als Männer, erreichten sie erst mit einem Vierteljahr Verspätung rein rechnerisch die Lohngleichheit.

Schneeweißchen und das Rosenböckchen

Im MANNdat-Rundbrief 4/2010 berichteten wir über Frau Cornelia Funke, die sich über die reaktionären, patriarchalen und frauenfeindlichen Märchen beklagte, welche nicht mehr zeitgemäß seien. Eines der besonderen Dramen bestand für sie darin, dass die Helden immer wieder ins bürgerliche Leben zurück kehrten. Geradezu undenkbar! Insbesondere, wenn man die Zeit betrachtet, in der die Gebrüder Grimm die Märchen aufschrieben. Es war uns natürlich eine Freude, die Anregung aufzugreifen und die bösen Grimmschen Märchen auf einen zeitgemäßen Stand zu bringen. Nach der Aktualisierung vom Rotkäppchen, dem Dornröschen und dem Tischlei-deck-dich – ganz getreu dem Gender Mainstreaming-Ansatz: Frauen und weibliche Helden vor – bringen wir nun heute die aktuelle Version vom Schneeweißchen und Rosenrot.

Schneeweißchen und das Rosenböckchen

Es war einmal eine alte Witwe, die lebte in einem Haus nahe am Wald des wahren Lebens. Mit ihr lebte ihre schöne Tochter und ein lila Ziegenböckchen, der ihnen zugelaufen war. Vermutlich floh er vor dem Knüppel aus dem Sack und erweckte das Mitleid der beiden Frauen, die es ihm weder zutrauten, im Wald des wahren Lebens den Tag zu überstehen, noch wollten, dass er im Gasthaus Zur freien Marktwirtschaft“ auf der Speisekarte landete. Also boten sie ihm Unterschlupf, aber so richtig glücklich waren sie

Der Angriff der Killertomaten

Von Mahatma Gandhi wissen wir, wie das normalerweise so abläuft mit Freiheitsbewegungen, die sich zum Ziel gesetzt haben, verkrustete Machtstrukturen aufzubrechen und diejenigen, die das Sagen haben, ein wenig aufzuschrecken aus ihrer Erstarrung und Selbstgenügsamkeit: Zunächst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich, und am Ende gewinnst du.“

Sollte sich dieses Schema im Hinblick auf uns Kritiker und Gegner des Feminismus bewahrheiten, wäre das ein Grund für uns, schon einmal den Sekt kaltzustellen, denn dann könnten wir wohl schon bald auf unseren Sieg anstoßen. Denn so wie es aussieht, hat die Auseinandersetzung der feministischen Spaßguerilla mit uns mittlerweile die dritte und somit vorletzte Phase erreicht: die offene Bekämpfung aller Bestrebungen, den Feminismus zu hinterfragen und aktiv die Rechte von Jungen und Männern zu vertreten.

Dass diejenigen, die in Geschlechterfragen über die Macht, das Geld, die Netzwerke und die Definitionshoheit verfügen, sich nicht kampflos ergeben würden wie die Prinzengarden dem Ansturm des Narrenvolks an Altweiberkarneval, war dabei zweifellos vorauszusehen.