Die Champions League des Sexismus, Halbfinale 1

von MANNdat

Ansprache der Kommentatoren

Informationen zum Turnierverlauf

Hier geht es zu den Zwischenständen

Sie wollen per Rundbrief über den Fortgang der Aktion informiert werden? Hier anmelden.

Sieger aus Viertelfinalgruppe 1: Mannschaft 10 – Hillary Clinton

Es gibt Zitate, die zeugen von so einer unglaublichen Ignoranz, dass einem erst einmal der Atem weg bleibt. Die ehemalige US-Außenministerin Hillary Clinton hat es in die Auswahl mit einem solchen  sexistischen Zitat geschafft:

Frauen sind Hauptopfer im Krieg. Frauen verlieren ihre Gatten, ihre Väter, ihre Söhne im Kampf.

Ob die mehr als 5000 – ausschließlich männlichen – Opfer beim Massaker von Srebrenica wussten, dass sie nur „Nebenopfer“ sind, als sie unter Mithilfe der UN (man hilft ja, wo man kann) zum Erschießen selektiert wurden? Unabhängig davon, dass die Unterteilung in „Hauptopfer“ und „Nebenopfer“, also Opfer 1. und 2. Klasse, mehr als fragwürdig ist, ist die Begründung für diese steile These schon mehr als abenteuerlich. So meinte Hillary Clinton weiter, dass Frauen viel stärker betroffen seien, weil sie ihre angestammte Umgebung verlassen müssen, die Mehrzahl der Flüchtlinge stellen, sie „manchmal, in der heutigen Kriegsführung immer öfter“ auch direkte Opfer werden und sie mit der Verantwortung für die Erziehung der Kinder allein gelassen würden.

Das ist wieder typisch Mann. Lässt sich lieber von Granaten zerfetzen, als sich um die Kinder zu kümmern. Gut, dass wir Hillary Clinton haben, die uns Männern zeigt, was echte Empathie ist.

Quellen: First Ladies‘ Conference on Domestic Violence 1998 , San Salvador, 17. November 1998; zitiert in http://en.wikiquote.org/wiki/Hillary_Rodham_Clinton

Zweitplatzierter aus Viertelfinalgruppe 2: Mannschaft 5 – Cornelia Pieper, FDP

Cornelia Pieper war von 2001 bis 2005 Generalsekretärin und von 2005 bis 2011 stellvertretende Bundesvorsitzende der FDP. 2007 versuchte sie sich in einem Interview mit der Bunten als Genetikerin, in einer Art, die selbst Herrn Sarrazin vor Neid erblassen lässt. Heraus kam das:

Während die Frau sich ständig weiterentwickelt, heute alle Wesenszüge und Rollen in sich vereint, männliche und weibliche, und sich in allen Bereichen selbst verwirklichen kann, blieb der Mann auf seiner Entwicklungsstufe stehen. Als halbes Wesen. (…) Er ist weiterhin nur männlich und verschließt sich den weiblichen Eigenschaften wie Toleranz, Sensibilität, Emotionalität. Das heißt, er ist – streng genommen – unfertig und wurde von der Evolution und dem weiblichen Geschlecht überholt.

Von politischen Konsequenzen für sie, einer öffentlichen Aufschreidiskussion wegen des Sexismus quer durch alle Medien oder gar einer Distanzierung ihrerseits ist uns nichts bekannt.

Quelle: FDP-Politikerin Cornelia Pieper in der Zeitschrift „BUNTE“ (9/2007)

Sieger aus Viertelfinalgruppe 3: Mannschaft 27 – Michaela Haas (SZ) und Karl Grammer, Anthropologe

Die gute Nachricht ist: Der Mann ist ein Auslaufmodell, seine Tage sind gezählt.

»Eigentlich«, sagt Grammer, »sind Männer überflüssig. Auch für die moderne Reproduktion brauchen Sie keine Männer mehr.«

Dass jeder Mensch an sich einen Wert hat und für jeden – unabhängig von „Reproduktionsaufgaben“ – das Grundgesetz gilt, scheint hier jemandem entgangen zu sein. Es wäre auch interessant zu wissen, wie die Süddeutsche Zeitung reagiert hätte, wäre eine blödsinnige Aussage in der Art gekommen: „Eigentlich sind Frauen ausschließlich dafür da, Kinder zu gebären. Für alles andere sind sie überflüssig.“

Und dass die SZ-Journalistin es als eine gute Nachricht empfinden würde, wenn die Tage der Männer gezählt wären, muss nicht zusätzlich kommentiert werden.

Quelle: http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/28735, Seite 3, April 2009, Abruf vom 25.3.2013

Zweitplatzierter aus Viertelfinalgruppe 4: Mannschaft 18 – TAZ und Plutonia Plarre

Unter dem Titel „Linke Frauen schlagen öfter zu“ beschäftigt sich Frau Plarre in der taz mit der Kriminalität von Frauen im linken und im rechten politischen Spektrum und schlussfolgert, dass vor allem in der linken Szene die Frauen auf dem besten Weg zur Gleichstellung seien. Das Ganze gipfelt in dem zur Abstimmung stehenden Zitat:

Doch im Vergleich mit Männern sind Frauen – egal welcher politischen Überzeugung – immer noch die besseren Menschen.

Quelle: TAZ und Plutonia Plarre, 4.4.2009, Abruf 25.03.2013, http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=ba&dig=2009/04/04/a0204&cHash=1f9f617b5a/

Die Resultate der Abstimmung:

1. Platz: Zweitplatzierter aus Viertelfinalgruppe 2: Mannschaft 5 – Cornelia Pieper, FDP

2. Platz: Sieger aus Viertelfinalgruppe 1: Mannschaft 10 – Hillary Clinton

3. Platz: Sieger aus Viertelfinalgruppe 3: Mannschaft 27 – Michaela Haas (SZ) und Karl Grammer, Anthropologe

4. Platz: Zweitplatzierter aus Viertelfinalgruppe 4: Mannschaft 18 – TAZ und Plutonia Plarre

 

<< Zur Viertelfinalgruppe 4 und den Ergebnissen

Zur Halbfinalgruppe 2 und den Ergebnisse >>

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit mit einer Spende.

Diesen Beitrag kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Zitate können mit <quote> ... </quote> gekennzeichnet werden.

Achtung: Wenn Sie einen Kommentar von einem Smartphone verschicken, wird der Text manchmal von der Autofill-Funktion des Smartphones durch die Adresse ersetzt. Wenn Sie den Kommentar absenden, können wir den originalen Text nicht wiederherstellen.