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Bildungsbericht 2008 – Stellungnahme von MANNdat

Wie das Bundesministerium für Bildung und Forschung mitteilt, hat den alle zwei Jahre erscheinenden nationalen Bildungsbericht eine unabhängige Wissenschaftlergruppe unter Leitung des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) erarbeitet. Beteiligt waren das Deutsche Jugendinstitut (DJI), das Hochschul-Informations-System (HIS), das Soziologische Forschungsinstitut an der Universität Göttingen (SOFI) sowie das Statistische Bundesamt und die Statistischen Ämter der Länder. MANNdat hat sich den Bildungsbericht 2008 genauer angesehen, insbesondere unter dem Gesichtspunkt von Jungen als bildungspolitische Herausforderung und deren Benachteiligung im Bildungssystem.

Jungen und Geschlechterpolitik

Jungen weisen häufiger Entwicklungsverzögerungen auf und haben häufiger chronische Krankheiten sowie grob- und feinmotorische und sprachliche Beeinträchtigungen als Mädchen (Kultusministerium 2007). 82 bis 95 Prozent der ADHD-Therapierten sind Jungen (Guggenbühl 2006, S. 34). Der Jungenanteil in Gymnasien lag 2000 bei 46 Prozent und sank bis 2006 auf 44 Prozent (Statistisches Bundesamt 2006a, S. 130/ Preuss-Lausitz 2006, S. 68). In Hauptschulen beträgt dagegen der Jungenanteil heute bundesweit 56 Prozent (Preuss-Lausitz 2006, S. 68). Über 60 Prozent der Jugendlichen ohne Schulabschluss sind männlichen Geschlechts (Statistisches Bundesamt 2007).

Jungen brauchen eine jungengerechte Schule

Jungen brauchen eine jungengerechtere Schule. Dieses Fazit kann man nach der Podiumsdiskussion des SWR auf der DIDACTA, einer der größten Bildungsmessen in Europa, ziehen. Mit auf dem Podium war Dr. Bruno Köhler, Vorstandsmitglied von MANNdat und Leiter des Projektes „Jungenleseliste". Zusammen mit dem Psychologen und Buchautor Wolfgang Bergmann, Frau Dr. Margit Wienholz, Leiterin des Projektes „Kicken und Lesen", und dem Erzieher Robert Müller-Sinn diskutierte Renate Allgöwer vom SWR dieBildungssituation von Jungen.

Studie belegt: Politik grenzt Migrantenjungen seit Jahren aus

Die Studie „Migrantenjungen und Politik" des Vereins MANNdat e.V. zeigt, dass Migrantenjungen seit Jahren von allen Parteien aus ihrer geschlechtersensiblen Integrationspolitik ausgegrenzt werden. Die Studie bringt einen neuen Gesichtspunkt in die Debatte um gewalttätige Migrantenjugendliche. Es ist bekannt, dass die Gewaltbereitschaft mit sinkendem Bildungsniveau steigt. Ebenso ist bekannt, dass Migrantenjungen die größten Bildungsverlierer sind. Trotzdem blieben jungenspezifische Belange und Integrationsprobleme von der ersten Studie „Viele Welten leben" aus dem Jahr 2004 bis zum fertigen nationalen Integrationsplan 2007 bewusst aus der geschlechtersensiblen Integrationspolitik ausgeblendet.

Ministerielle Studie belegt: Jungen werden benachteiligt

Jungen erhalten in allen Fächern bei gleichen Leistungen schlechtere Noten als Mädchen. Jungen wird von den Lehrkräften außerdem bei gleichen Noten seltener eine Gymnasialempfehlung gegeben als Mädchen. Dies zeigte die Studie "Bildungs(Miss)erfolge von Jungen und Berufswahlverhalten bei Jungen/männlichen Jugendlichen" des Bundesbildungsministeriums. Wie früher schon bei der Lesekompetenz konnte auch bei der Rechtschreibkompetenz festgestellt werden, dass die geschlechtsspezifischen Leistungsunterschiede abnähmen, wenn man die jungenspezifischen Interessen bei der Auswahl der Texte besser berücksichtigen würde.

Pressemitteilung: Jungen bleiben die Stiefkinder deutscher Bildungspolitik

Die Ergebnisse der PISA-Studie 2006 zeigen, dass der geschlechterspezifische Unterschied in der Lesekompetenz zuungunsten der Jungen vom Jahr 2000 bis zum Jahr 2006 von 35 Punkten auf 42 Punkte angestiegen ist. Schon die PISA-Studie 2000 bezeichnete die schlechten Leseleistungen der Jungen als eine „bildungspolitische Herausforderung". „Nach sechs Jahren zunehmender Verschlechterung der geschlechterspezifischen Unterschiede in der Lesekompetenz bei 15-Jährigen darf man zu Recht behaupten, dass sich die Bildungspolitik dieser Herausforderung nicht stellt." Dies meint Dr. Bruno Köhler, jungenpolitischer Sprecher des gemeinnützigen Vereins MANNdat e.V.

Pressemitteilung: Baden-Württemberg will Jungen wieder mit ins Boot nehmen

Stuttgart: Der gemeinnützige Verein MANNdat begrüßt die Initiative von Sozialministerin Stolz (CDU) in Baden-Württemberg, neben dem „Girls-Day" nun auch einen „Boys-Day" einzuführen. Dabei sollen Jungen in der Praxis einen Einblick in geschlechteruntypische Berufsbereiche erhalten. Für Mädchen gibt es den „Girls-Day", auch Zukunftstag genannt, schon seit Jahren. In den meisten anderen Ländern bleibt es derzeit bei der Ausgrenzung von Jungen aus dem Zukunftstag. Eine gleichwertige Teilhabe von Jungen am Zukunftstag gibt es bereits in Brandenburg und Niedersachsen.

MANNdat in der Presse

In der Bruchsaler Rundschau vom 3./4.11.2007 fordert Bruno Köhler von MANNdat e.V. eine stärkere Jungenförderung - und bekommt Zustimmung vom Schulamt und der Psychologischen Beratungsstelle des Landkreises Karlsruhe. Im Rahmen des Interview mit der Zeitung konnte Bruno Köhler wesentliche Aspekte und Anliegen des Vereins MANNdat e.V. vorbringen.

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