Ukraine-Krieg und die sexistische Männerwehrpflicht – Teil 2

von MANNdat

Fortsetzung von Teil 1

Der Krieg in der Ukraine zeigt, wie schnell Politik und Gesellschaft ihr Männerbild von den „neuen Männern“ vergessen, wenn es zu Ende ist mit unserer Spaßgesellschaft. Dann plötzlich wird das archaische Männerrollenbild des Kriegers herausgekramt und unsere Söhne auf beiden Seiten der Front wieder brav zum Verheizen geschickt.

Die Lügen der Genderisten

Wo bleiben sie jetzt? Die, die sich als die großen Rollenbildänderer inszenieren? Wo bleiben die Grünen, die SPD, die Gleichstellungsbeauftragten, die Heinrich-Böller und die vielen anderen Gendernutznießer? Wo bleibt deren Aufschrei bei diesem archaisch rollenbildkonformen, sexistischen Männerverheizen?

Es gibt sie, vereinzelt. Bettina Arndt brandmarkt z.B. im Spectator Australia mit ihrem lesenswerten Beitrag “Ukraine’s ‘disposable’ men“ diese Verlogenheit.

Wo bleibt die Forderung des Feminismus nach Gleichbehandlung von Frauen, wenn alle Männer zwischen 18 und 60 Jahren gezwungen werden, zu bleiben und „ihr Land zu verteidigen“?
Eine einsame männliche Stimme auf TikTok wagte es, das Schweigen der Feministinnen anzuprangern. Er zog eine Welle der Kritik auf sich und sein Video wurde entfernt. Der TikTok-Nutzer @notpoliticalspeaking hatte die Frechheit, darauf hinzuweisen, dass die angegebenen 32.000 Frauen im ukrainischen Militär gar nicht so viele sind, wenn man bedenkt, dass das Land seiner Schätzung nach 17 Millionen Frauen im Alter hat.
(…)
Frauen sind zu wertvoll, um im Kampf eingesetzt zu werden“, sagte Caspar Weinberger, als er US-Verteidigungsminister war. Das war in den 1980er Jahren, als es militärischen Führungskräften noch erlaubt war, solche Dinge zu sagen. Heute bringen Feministinnen diese Äußerungen zum Schweigen und fordern, dass Frauen Zugang zu Kampfeinsätzen an vorderster Front erhalten – doch sie sehen schweigend zu, wie die Ukraine ihre gesamte erwachsene männliche Bevölkerung zwingt, ihr Land zu verteidigen, während die wertvollen Frauen geschützt werden.“

Sie endet mit dem Fazit:

„Wenn die Barbaren vor der Tür stehen, ist Männlichkeit plötzlich nicht mehr toxisch.“

Doch diese kritischen Beiträge sind selten. Und wenn es sie gibt, dann vor allem in der üblichen „Männer sind selbst schuld“-Masche. In der „Welt“ sieht Deniz Yücel z. B. das in diesen Regimen vorherrschende Verständnis von Männlichkeit als Grund, beleuchtet dabei aber lediglich den Aspekt der Schwulenfeindlichkeit. Auf die Männerzwangsrekrutierung auf Basis des Männerkriegerrollenbildes von Politik und Gesellschaft, wie er auch in westlichen Verfassungen zementiert ist, geht er nicht ein und bleibt damit in seiner Rollenbildkritik zu kurz. Wenn die Kriegsparteien keine Männerleben zum Verheizen hätten, könnten sie auch keine verheizen.

Als ich ein kleiner Junge war, hat man mir verboten mit Spielzeuggewehren zu spielen, weil dies Gewalt fördere. Als ich gerade 18 geworden war, konnte man mir dann nicht schnell genug ein echtes Gewehr in die Hand drücken und mich zum Töten auf politischen Befehl ausbilden, weil ich damit meine ureigene Männerrolle erfüllen würde. Meine gleichaltrigen Schulkameradinnen, von denen man mir sagte, sie wären diskriminiert, konnten sich derweil für die Zeit nach dem Abitur auf das Studium freuen. Geschlechterpolitik war verlogen. Und sie ist verlogen geblieben bis heute.

Die Genderpolitiker reden Jungen und Männern ein, sie wären an ihren Benachteiligungen selbst schuld, weil sie an ihren alten Rollenbildern hängen würden. Aber wenn ein Mann sein Rollenbild „Soldat“ im Kriegsfall überdenkt und zum Schluss kommt, dass er diesem Rollenbild nicht mehr folgen will, kann er bestraft, unter Kriegsrecht sogar standrechtlich erschossen werden. Es sind nicht die Jungen und Männer, die an ihren alten Rollenbildern festhängen. Es sind Politik und Gesellschaft, die darauf aus Bequemlichkeit nicht verzichten wollen und unsere Jungen bis heute darauf trimmen. Warren Farrell kommentierte dies so:

„All societies that have survived have survived based on their ability to prepare their sons to be disposable, in war and at work–and therefore as dads.“  – Alle Gesellschaften, die überlebt haben, haben auf der Grundlage ihrer Fähigkeit überlebt, ihre Söhne darauf vorzubereiten, im Krieg und bei der Arbeit entbehrlich zu sein – und damit als Väter. Warren Farrell, The Myth of Male Power (1993), Part 1

Männerverheizen als Frauenförderung?

Die Frauenförderpolitik hat schon lange alle moralischen Skrupel hinter sich gelassen, wenn sie überhaupt jemals welche hatte. In Quotengesetzen muss heute auch der alleinerziehende, prekäre Vater gegenüber einer kinderlosen, gut situierten Frau bei Einstellung und Beförderung diskriminiert werden, nur weil er als Mann geboren wurde. In §64 SGB IX (1) 3. wird ein Selbstbehauptungskurs ausschließlich für behinderte oder von Behinderung bedrohte Frauen und Mädchen als gesetzliche Sozialleistung erwähnt, für männliche Behinderte dagegen nicht – Zurücklassen von behinderten Jungen als Frauenförderung. Und die Bundesregierung ist dermaßen perfide, dass sie ihre „humanitären Hilfen“ für die Flüchtlinge auf den griechischen Inseln an das weibliche Geschlecht knüpfen und Jungen einfach ihrem Schicksal überlassen wollte, obwohl diese gut 90 Prozent der Minderjährigen in den Flüchtlingslagern stellten und sogar stärker von Gewalt betroffen waren.

Wer bei Frauenförderung auf Teufel komm raus dermaßen kaltschnäuzig ist und dafür sogar hilfsbedürftigen Jungen Hilfe verweigert, der hat auch kein Problem mit dem Verheizen von Männern. Ist nicht jeder Mann, der in diesem Krieg verheizt wird, vielmehr ein Gewinn für die Frauenquote? Die Frauenunion (CDU) und die UN Women loben unverblümt Länder wie Mexiko oder Ruanda mit ihren hohen Frauenquoten, die dadurch entstanden sind, dass durch hohe Mordraten und brutale Bürgerkriege der Männeranteil an der Bevölkerung deutlich stärker dezimiert wurde als der Frauenanteil. Siehe hierzu unseren Bericht „Frauenunion (CDU) lobt männermordende Länder“.

Wer gegen Krieg ist, muss Männerzwangsrekrutierungen beseitigen

Wer wirklich gegen Krieg ist, muss die Zwangsrekrutierung von Männern beseitigen. Daran können Sie den echten Menschenrechtler vom falschen Menschenrechter unterscheiden. Denn Machthaber können nur dann Krieg führen, wenn wir unsere Söhne dafür hergeben. Und unter hergeben ist auch gemeint, wenn wir ihnen eintrichtern, dass ein „echter Mann“ auch in den Krieg ziehen müsse, um Frauen zu beschützen und wenn Gesellschaft und Politikelite es wollen. Wir brauchen eine Geschlechterpolitik, die Männer emanzipiert und sie stärkt, für ihre Eigeninteressen einzutreten, anstatt für Staat und zum „Schutz von Frauen“ jederzeit verfügbar und im Zweifel entbehrlich zu sein.

Verlangt dein Staat laut nach ›Opfern‹, lauf um dein Leben und achte auf deine Brieftasche.

Das Zitat soll vom Ökonomen und Philosophen Murray N. Rothbard stammen. Seiner Ansicht nach sei Wehrpflicht im Wesentlichen Sklaverei. „Wenn die Repräsentanten des Staates der Auffassung seien, dass der Staat verteidigt werden müsse, dann sollten sie sich, wie jeder Bürger in seinen Geschäften auch, an den Markt wenden und dort durch entsprechende Offerten Personen anwerben.“ (Wikipedia, Murray_Rothbard; Abruf 31.3.2022)

Wiedereinführung der sexistischen Männerwehrpflicht

Aufgrund des Ukraine-Krieges gibt es mittlerweile wieder Stimmen zur Wiedereinführung der Wehrpflicht auch in Deutschland, so z. B. durch die CDU Niedersachsen und durch den Experten für Sicherheitspolitik Joachim Krause. In Deutschland ist die Wehrpflicht zwar ausgesetzt, aber immer noch im Grundgesetz verankert. Und auch bei uns ist es natürlich immer noch keine allgemeine, sondern eine rein sexistische Männerwehrpflicht.

Verteidigungsministerin Lambrecht (SPD) ist noch skeptisch, allerdings weniger wegen des Verheizens von Männerleben:

Sie erwähnte die Frage, ob dann auch Frauen zum Dienst bei der Bundeswehr verpflichtet werden sollten.

Tja, Frauen zu privilegieren und sie gleichzeitig als patriarchal unterdrücktes Opfer darzustellen ist nicht immer so leicht. Tatsächlich hat die Frauenpolitik und insbesondere die SPD schon immer intensiv daran gearbeitet, dass für Frauen bei gleichen Rechten nicht auch gleiche Pflichten gelten. Das reicht zurück bis zur Entstehung des Grundgesetzes. Ursprünglich war im Grundgesetz die Formulierung vorgesehen:

Männer und Frauen haben die gleichen staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten.

Wie es die SPD schaffte, den Frauen zwar gleiche Rechte zu geben, aber ihnen keine gleichen Pflichten, wie z. B. die Wehrpflicht, abverlangte, um ihre Sonderrechte nicht zu gefährden, ist eine sehr interessante Geschichte, die Sie in einem Beitrag von Gunnar Kunz vom 21.5.2021 auf https://alternativlos-aquarium.blogspot.com/2019/05/elisabeth-selbert-die-andere-haelfte-der.html unter dem Titel: „Elisabeth Selbert: Die andere Hälfte der Wahrheit #DHMDemokratie“ nachlesen können. Wir beschränken uns auf die Historie, wie es die Frauenpolitik immer wieder schaffte, sich vor der Wehrpflicht zu drücken.

Dazu ein Auszug aus einem weiteren Beitrag „Von der Wehrpflicht“ von Gunnar Kunz auf Alternativlos Aquarium vom 11. April 2020 (der Beitrag ist in Gänze lesenswert):

„Elisabeth Schwarzhaupt (CDU) sorgte bei der Einführung der Wehrpflicht 1955 dafür, dass im Art. 12a GG der Satz ‚Frauen (…) dürfen auf keinen Fall Dienst mit der Waffe leisten‘ eingefügt wurde, und begründete dies damit, dass ‚unsere Auffassung von der Natur und von der Bestimmung der Frau einen Dienst mit der Waffe verbietet’.

1978 wurde die Gewissensprüfung von Kriegsdienstverweigerern verschärft, zugleich begingen vermehrt Soldaten Selbstmord (allein 1977 wollten sich über 1.000 Soldaten das Leben nehmen). Alice Schwarzer forderte derweil aus ‚Kritik am Gewaltmonopol der Männer’ den freiwilligen Zugang von Frauen zur Bundeswehr, einen Zwangsdienst lehnte sie selbstverständlich ab. Liselotte Funcke (FDP) war der Ansicht, ‚Frauen, die bestimmt sind, Leben zu geben, dürfen nicht zum Töten gezwungen werden’.

Während es sich Männer auch 1979 nicht aussuchen konnten, ob sie zum Wehrdienst eingezogen wurden, inszenierten sich Frauen als das friedliche Geschlecht, indem sie die Initiative Frauen in die Bundeswehr? Wir sagen nein! gründeten und Sätze von sich gaben wie ‚In nichts hat es die Männertechnologie weitergebracht als im Töten’.

Am 6. Dezember 1980 demonstrierten Frauen in Bonn, Hamburg und München erneut, weil Verteidigungsminister Manfred Wörner (CDU) über einen freiwilligen Wehrdienst von Frauen nachdachte.

Da sie laut Art. 12a GG im Verteidigungsfall im zivilen Sanitätswesen und in militärischen Lazarettorganisationen eingesetzt werden könnten, verweigerten Frauen, die keinerlei Konsequenzen zu fürchten hatten, 1981 öffentlichkeitswirksam den Kriegsdienst. Und die Delegierten der Bundesfrauenkonferenz des DGB wandten sich ‚gegen alle Bestrebungen, die in Art. 12 Abs. 2 und Art. 12 Abs. 4 des Grundgesetzes festgelegten Grundrechte durch die Einführung der allgemeinen Dienstpflicht für Frauen auszuhöhlen’. Eine Emanzipation sei schon deshalb mit dem Beruf der Soldatin nicht verbunden, weil ‚die besonderen hierarchischen Strukturen der Bundeswehr Anpassung und Unterordnung voraussetzen’.

Immer wieder wurde als Gegenargument gebracht, Frauen würden ja ‚durch die Geburt und Erziehung von Kindern’ bereits ‚einen unverzichtbaren Beitrag für die Gemeinschaft’ leisten (Roswitha Verhülsdonk, CDU). Abgesehen davon, dass es eine Frechheit ist, den Beitrag der Männer zu ignorieren, die diese Wahlmöglichkeit erst durch ihre Arbeit finanzieren, zeigt es auch die Kaltschnäuzigkeit derjenigen, die das Leben mit Kindern, das neben Anstrengungen zweifellos auch Lebensfreude mit sich bringt, gegen Gewalt und die Gefahr von Tod und Verstümmelung aufrechnen.

Nachdem der Ausschluss von Frauen vom freiwilligen Dienst an der Waffe für unvereinbar mit der europäischen Gleichbehandlungsrichtlinie 76/207/EWG erklärt wurde, beeilte sich die Frauenlobby im Bundestag und anderswo 2000 und 2001 klarzustellen, dass daraus keinesfalls eine Wehrpflicht von Frauen abzuleiten sei. Gern wurde dabei behauptet, Frauen trügen ja bereits den Hauptteil ehrenamtlicher Tätigkeit, eine Behauptung, die im 3. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung klar widerlegt wurde.

2002 verlangten die Gleichstellungsministerinnen von der Bundesregierung, ‚sich mit allem Nachdruck Forderungen nach einer Dienstpflicht für Frauen (…) entgegenzustellen‘. Und das Bundesverfassungsgericht befand, dass Gleichberechtigung und Wehrpflicht nicht gegeneinander ausgespielt werden dürften, die Wehrpflicht für Männer daher nicht gekippt werde und Männer durch die Wehrpflicht ja nicht benachteiligt seien.

Dass Schlusswort überlasse ich dem Totalverweigerer Alexander Hense, der auf die anmaßenden Worte der Staatsanwältin Friederike Tenckhoff (‚Sie haben sich bewusst gegen das Gesetz entschieden. Das ist ein Schlag ins Gesicht gegenüber denjenigen, die sich daran halten‘) 2008 antwortet:

‚Es ist eine Ohrfeige, dies von einer Frau zu hören, die in Deutschland keinen Wehr- und Ersatzdienst leisten musste‘.“

Über den Zustand der sexistischen Männerzwangsrekrutierung in verschiedenen Ländern können Sie sich bei unseren EU-Männerbericht Teil 1 „Männerzwangsdienste“ informieren.

 

Bildquelle: bundeswehr_by_Gemen64_pixelio.de.jpg

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Lesermeinungen

  1. Von Gary

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  2. Von Gary

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    • Von nico

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  3. Von Mathematiker

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