Ukraine-Krieg und die sexistische Männerwehrpflicht – Teil 1

von MANNdat

Stell dir vor, es ist Krieg und wir würden unsere Söhne dafür nicht verheizen lassen.

1989 endete der Kalte Krieg. In den 90er Jahren des letzten Jahhunderts folgten die Jugoslawienkriege. Nun haben wir wieder einen heißen Krieg in Europa. Anstatt aus der großen Chance 1989 einen nachhaltigen Frieden zu machen, beschäftigten sich die politisch Verantwortlichen aber lieber mit spaßpolitischen Luxusproblemen, wie Sternchensprache. Dieses politische Versagen lässt nicht nur die Furcht vor einem 3. Weltkrieg aufflammen. Sie lässt auch wieder einer der größten Sexismen unserer Zeit und gleichzeitig eine der größten Lügen der Genderpolitiker zutage treten – die sexistische Männerzwangsrekrutierung.

Frauen ziehen in den Krieg – auf Bildern

Wie RTL berichtet, hat sich die ukrainische Abgeordnete Kira Rudik mit einem Gewehr in der Hand fotografieren lassen und kommentiert:

Unsere Frauen werden unser Land genauso verteidigen wie unsere Männer. (…) Ich bin bereit andere Menschen zu erschießen.

Auch viele ukrainische Models wie die Miss Ukraine lassen sich bewaffnet ablichten.

Soweit die Propaganda. Die Realität sieht anders aus.

Das Männerverheizen im Ukraine-Konflikt

Auch im Ukraine-Krieg gilt wieder die übliche „Srebrenica-Methode“, jene typische Teilung der Menschenrechte, wie sie von UN, EU und Deutschland unterstützt wird: Männer verheizen, Frauen retten. Die britische Zeitung Metro berichtet:

Denis Puschilin, Chef der prorussischen Separatistenregierung in der Region Donezk, gab am Samstag eine Erklärung ab, in der er eine vollständige Mobilisierung der Truppen ankündigte und die Reservisten aufforderte, sich bei den Einberufungsstellen zu melden.
(…)
Puschilin sprach von einer „unmittelbaren Bedrohung durch die ukrainischen Streitkräfte“, was von ukrainischer Seite zuvor vehement bestritten wurde.
Er sagte: „Ich appelliere an alle Männer in der Republik, die Waffen in der Hand halten können, ihre Familien, ihre Kinder, Ehefrauen und Mütter zu verteidigen.“

Auch Marc Felix Serrao teilt in der Neuen Zürcher Zeitung die Menschenrechte:

Die Länder Europas können keine grenzenlose Zahl von Migranten aus aller Welt aufnehmen, wie manche meinen. Aber sie müssen der Ukraine im Angesicht der russischen Bedrohung beistehen. Das gilt vor allem für die Frauen und Kinder.

Und natürlich hegen auch die Vereinten Nationen wieder ihr „Srebrenica-Modell“ und sind um „Frauen und Kinder“ besorgt. Die verheizten Männerleben sind ihnen nicht so wichtig.

Geschlechterpolitik als Luxuseinrichtung nur für Frauen

Hier zeigt sich, dass Geschlechterpolitik eine Luxuseinrichtung nur für Frauen ist. Wird es kritisch, ist das genderpolitische Schönwettergeschwätz von den „neuen Männerrollenbildern“ und der „Gleichstellung der Geschlechter“ zu Ende und es ist wieder der uralte, archaisch-kriegerische Beschützertyp angesagt. Männer haben so zu sein, wie Staat und Gesellschaft es gerade eben wollen.

In der Ukraine sind aus den anfänglichen Appellen mittlerweile brutale Zwangsdienstrekrutierungen geworden. Schon frühzeitig durften aufgrund des verhängten Ausnahmezustandes männliche ukrainische Staatsbürger im Alter von 18 bis 60 Jahren das Land nicht mehr verlassen. Man werde sie nicht über die Landesgrenze lassen, teilte der Leiter der ukrainischen Zollbehörde in Lemberg, Danil Menschikow, zu Beginn der Krise auf Facebook mit. In der Metro berichtet Manny Marrotta, freier Journalist aus Pennsylvania, von der brutalen Männerzwangsrekrutierung. Männer im kampffähigen Alter wurden von ihren schreienden Familien weggezerrt, um sich dem zunehmend vergeblichen Kampf gegen Russland anzuschließen:

Etwa 10 bis 15 Kilometer von der Grenze entfernt kamen Soldaten der ukrainischen Armee mit Lautsprechern auf die Straße und verkündeten: ‚Kein ukrainischer Mann zwischen 18 und 60 Jahren darf das Land verlassen – ihr müsst in den Osten gehen und kämpfen‘.
Die ukrainische Regierung hat die Wehrpflicht verkündet, d. h. gesunde erwachsene Männer müssen sich bei den Streitkräften melden.
Sie sagten: ‚Verabschiedet euch von eurer Freundin, von eurer Frau, von euren Müttern und Töchtern, ihr geht in den Osten.‘
Ich sah diese surrealen Szenen von Vätern, die sagten: ‚Ich will meine Familie nicht verlassen‘, und ukrainische Soldaten zerrten sie weg … Die Mütter protestierten, sie schrien: ‚Warum tut ihr das?‘

RTL hat das Video eines Vaters, der sich unter Tränen von seiner kleinen Tochter verabschiedet, online gestellt.

Amy Maguire, außerordentliche Professorin für Menschenrechte und internationales Recht an der Universität Newcastle, sieht diese Praxis nur schwer mit den Menschenrechten vereinbar:

Der Internationale Pakt über bürgerliche und politische Rechte garantiert die Gedanken-, Gewissens- und Religions- oder Glaubensfreiheit. Obwohl er nicht ausdrücklich ein Recht auf Kriegsdienstverweigerung aus Gewissensgründen garantiert, hat der UN-Menschenrechtsausschuss bestätigt, dass sich dieses Recht aus dem Schutz der Konvention ableitet.
Das bedeutet, dass das Recht auf Kriegsdienstverweigerung aus Gewissensgründen geschützt werden muss, wenn das Gewissen, die Religion oder die Überzeugungen einer Person mit der Verpflichtung zur Anwendung tödlicher Gewalt gegen andere Menschen in Konflikt stehen.
Einige Menschenrechte können im Falle eines öffentlichen Notstands ausgesetzt oder eingeschränkt werden. Das Recht auf Gewissensfreiheit ist jedoch ausdrücklich von dieser Kategorie ausgeschlossen.

Bei den zum Verheizen vorgesehenen russischen Männern ist es derweil nicht anders. Der britische Telegraph berichtet:

Tausende von Russen versuchen, die Vereinigten Staaten zu erreichen, um politisches Asyl zu beantragen und der Einberufung zur Armee zu entgehen.
Einwanderungsanwälte in Amerika wurden mit Anfragen russischer Männer und ihrer Familien überschwemmt, die wissen wollten, ob die USA ihnen politischen Schutz gewähren würden, da sie nach Wladimir Putins Entscheidung, in die Ukraine einzumarschieren, die Einberufung zur Armee fürchten.
In den letzten Monaten wurde eine Rekordzahl russischer Staatsbürger an der US-Grenze zu Mexiko aufgegriffen, da der einfache Weg in die USA den Gegnern der Regierung von Wladimir Putin eine Fluchtmöglichkeit bietet.

Laut T-Online heißt es:

Die Soldaten der russischen Invasionsarmee in der Ukraine sind offenbar unter Druck und unter falschen Vorwänden zu dem Einsatz bewegt worden. Das berichtet die unabhängige russische Zeitung „Nowaja Gaseta“ und beruft sich auf Gespräche und Dokumente von Soldatenmüttern.

Auch die Neue Zürcher Zeitung geht darauf ein:

Darja Nikolajewa klingt unruhig am Telefon. Der letzte Anruf von ihrem Jegor sei aus Weissrussland gekommen, seitdem: drei Wochen Stille. (…) Der 24-Jährige brauche „diese Anstellung“, er müsse seine Familie versorgen, sein kleiner Sohn sei erst zwei. „Wir leben in der Provinz, arbeiten beim Staat. Viel anderes gibt es hier nicht. Der Staat ist ein zuverlässiger Arbeitgeber.“ Sie und ihr Mann hätten Jegor zum Dienst in der Spezialeinheit Omon gedrängt.
(…)   Die Menschenrechtsorganisation [„Komitee der Soldatenmütter“] hat es sich zur Aufgabe gemacht, Missständen in der russischen Armee auf den Grund zu gehen. „Viele der Jungs werden offenbar gezwungen, als Zeitsoldaten Verträge zu unterschreiben – und werden in die Ukraine geschickt.“ (…)
In Russland gibt es eine zwölf Monate dauernde Wehrpflicht. Bereits vorher können die Rekruten ihren Dienst verlängern und werden zu sogenannten „kontraktniki“, Vertragsmilitärs. Nur als solche dürfen sie bei „Militäroperationen“ eingesetzt werden, so steht es in einem Ukas des Präsidenten.

Die Menschenrechtsorganisation „berichtet von Wehrpflichtigen, denen die Verträge offenbar ausgefüllt vorgelegt werden, damit man sie schnell einsetzen kann. ‚Sie werden nicht gefragt, manche stellt man einfach in einer Reihe auf und lässt sie unterzeichnen. Da muckt doch keiner auf.‘“

Wo bleiben die starken Frauen?

Auch die Website A Voice for Men kritisiert diesen Sexismus, zäumt das Pferd allerdings von der anderen Seite auf. Sie beleuchtet diesen Wehrpflichtsexismus nicht von der diskriminierten Männer-, sondern von der privilegierten Frauenseite:

Heute wurde ein Edikt verkündet. Kein Mann zwischen 18 und 60 Jahren darf das Land verlassen. Es wurde das Kriegsrecht verhängt. Ich nehme an, dass jeder Mann, der bei dem Versuch erwischt wird, dem Tod und der Zerstörung zu entkommen, verhaftet wird. Vielleicht wird er vor ein Erschießungskommando gestellt.
(…)
Doch seit dieser offenkundig sexistischen Ankündigung hat es keine Proteste gegeben. Auch in unserer modernen Welt der Gleichberechtigung der Geschlechter sind es wieder einmal Männer und Jungen, die kämpfen und sterben, und Männer und Jungen, die für all die Kämpfe und das Sterben verantwortlich gemacht werden.

Im Vorlauf zu dem Text über die sexistische Zwangsrekrutierung von Männern geht „A Voice for Men“ auf die übliche feministische Doppelmoral ein:

Feminismus kann nur in Zeiten von Frieden und Überfluss existieren. Mit anderen Worten, wenn die ganze schwere, lebensgefährliche Arbeit von Männern erledigt wurde und die Arbeitsumgebung bequem und mit Klimaanlagen ausgestattet ist (so sexistisch diese auch sein mögen) oder die Qualifikationen herabgesetzt wurden, um einer großen Quote von unverdienten Frauen den einfachen Zugang zu Berufen zu ermöglichen, in die sich Männer erst einarbeiten mussten, indem sie sich als würdig erwiesen – dann blüht der Feminismus.
In Zeiten des Friedens und des Wohlstands stellen Frauen endlose Forderungen, während sie die Männer anprangern und verunglimpfen. Sie stellen die Nützlichkeit des Mannes in Frage (…)
Feministinnen predigen laut und unaufhörlich das Mantra, dass Frauen den Männern nicht nur gleichgestellt, sondern ihnen moralisch und physisch überlegen sind.
(…) Wir sehen Frauen, die in Polizeiserien, Spionagefilmen und Superheldenfilmen große, brutale Männer verprügeln. In jeder Werbung tauchen Mädchen und Frauen auf, die die Männer in den einst von ihnen beherrschten Bereichen übertrumpfen. (…) In den Rekrutierungsanzeigen der Armee und der Luftwaffe sind Frauen in fast jeder Szene zu sehen.

Und „A Voice for Men“ stellt schließlich die auf der Hand liegende Frage, die all die sonst so lauten Gleichstellungsbeauftragten nicht stellen:

Wo sind all diese Frauen? Warum wurden sie nicht aufgefordert, zusammen mit den Männern in der Ukraine zu bleiben? Wenn die Kacke am Dampfen ist, sind es wieder einmal die Menschen mit Penissen, die mit Exkrementen bedeckt sind.

Zwar sind Anfang 2022 rund 32.000 Frauen freiwillig beim ukrainischen Militär und etwa 16.000 von ihnen haben auch schon an den Kampfhandlungen teilgenommen. Aber eine Wehrpflicht gibt es nur für Männer zwischen 18 und 27 Jahren. Seit Frühjahr 2021 müssen sich Frauen aus bestimmten Berufsgruppen zudem mustern lassen, wie z. B. Ärztinnen. Allerdings würde man sie im Verteidigungsfall nicht zum Frontdienst einberufen, sondern um dann rückwärtige Lücken in der Armee, z. B. bei der Verwundetenversorgung, zu schließen.

Anfang 2022 sollte die Liste dieser Berufe erweitert werden, um im Kriegsfall schnelle Hilfe für die zivile Bevölkerung organisieren zu können. Dagegen protestierten im Januar die feministischen Femen vor dem Präsidentenpalast. Und eine Petition, in der die neue Regelung als „Missbrauch gegen die Frauen“ bezeichnet wurde, wurde eingereicht. Am Missbrauch gegen die Männer wurde dabei natürlich nicht gerüttelt. Die Regierung lenkte daraufhin ein und kündigte an, die Zahl der meldepflichtigen Berufe auf das minimal Notwendige zu reduzieren und die meisten Strafen zu streichen.

(Quelle: mdr: Ukraine: Streit um Musterung von Frauen fürs Militär, von Denis Trubetskoy, Kiew, 02. Februar 2022; https://www.mdr.de/nachrichten/welt/osteuropa/politik/frauen-musterung-ukraine-militaer-100.html

Fortsetzung folgt

Der Krieg in der Ukraine zeigt, wie schnell Politik und Gesellschaft ihr rosarotes Geschwätz von den „neuen Männern“ vergessen, wenn es zu Ende ist mit unserer Spaßgesellschaft. Dann plötzlich wird das archaische Männerrollenbild des Kriegers herausgekramt und unsere Söhne auf beiden Seiten der Front wieder brav zum Verheizen geschickt.

Im zweiten Teil werden wir auf diese Scheinheiligkeit der Genderideologen näher eingehen und sagen, wie Sie einen echten Menschenrechtler vom nur Menschenrechte heuchelnden Lügner unterscheiden können.

 

Bildquelle: bundeswehr_by_Gemen64_pixelio.de_.jpg

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