Nils Pickert und seine seltsame Partnerschaft auf Augenhöhe

von Manndat

Nils Pickert und seine seltsame Partnerschaft auf Augenhöhe

Wir hatten darauf hingewiesen, dass der Spiegel im November letzten Jahres scheinbar wieder durch eine Artikelserie seinen Ruf als „Misandrieblatt“ gerecht werden wollte. Wir möchten aber der Vollständigkeit halber darauf hinweisen, dass Ralf Neukirch mit dem Spiegel-Artikel „Ohne euren Männerhass wäre die Welt noch schöner“ immerhin einen Kontrapunkt setzen durfte. Prompt lieferte der Feminist Nils Pickert einen Männerbashing-Artikel in PinkStinks in dem er den vorgenannten Artikel Neukirchs selbstgefällig kritisiert.

In dem Artikel von Nils Pickert heißt es:

Jedes Mal, wenn ich einen Text über Gewalt gegen Frauen schreibe, kotzen mir irgendwelche Dudes in die Kommentare, was denn mit Gewalt gegen Männer sei? Also habe ich mir angewöhnt, zurückzufragen: Ja, was ist denn damit? (…) Und was zur Hölle ist eigentlich mit dir Ralf, dass du ganz entspannt verschweigst, wer in den meisten Fällen die Täter sind.

Aber wer bedroht denn Jungen, dass sie das Handy herausrücken? Wer bricht Nasen? Wer hat denn den Sohn deines Bekannten zusammengeschlagen? Ja genau, Ralf. Einfach nicht dazuschreiben. Einfach so tun, als wären Jungen und Männer nicht durch allgegenwärtige Männlichkeitszurichtungen die größte Gefahrenquelle für Jungen und Männer. Als würden Jungen und Männer nicht mehrheitlich durch andere Jungen und Männer bestohlen, beraubt, geschlagen, vergewaltigt und getötet. Und dann am Ende Frauen noch vorwerfen, sie würden das alles nicht sehen wollen. (…) Frauen wollen einfach nur das Mindeste und es wird ihnen zumeist von Männern vorenthalten. Sie würden gerne nicht betäubt, geschlagen, vergewaltigt und ermordet werden.

Und er betont:

Dann also noch einmal ganz langsam für die Ralfs in den hinteren Reihen.

Jede. Dritte. Frau.

Ja, es gibt Männer, die Frauen Gewalt antun und das ist zu verurteilen. Und ja, es sind häufiger Männer, die anderen Männer physische Gewalt antun. Aber macht das die männlichen Opfer zu Opfern zweiter Klasse? In einem Land, das in seiner Verfassung die gleiche Würde und das gleiche Recht auf körperliche Unversehrtheit aller Menschen festgeschrieben hat, aber keine Rechtfertigung, männliche Gewaltopfer, egal ob Opfer von Männern oder Frauen, deswegen weniger Aufmerksamkeit zu schenken. Und trotzdem werden männliche Opfer von Gewalt in einem Gewalthilfegesetz einfach ignoriert, so als gäbe es sie nicht.

Zurecht kritisiert Pickert Whataboutism als Scheinargument bei dem auf eine Frage/Anschuldigung mit einer Gegenfrage/Gegenanschuldigung begegnet und so auf ein anderes Thema gelenkt wird, ohne, dass auf das ursprüngliche Thema sachlich eingegangen wird. Aber seine Kritik ist nicht authentisch, denn er macht ja genau das Gleiche. Auch er lenkt mit einem Whataboutism als Scheinargument von einem wichtigen Thema ab, das Ralf Neukirch anspricht – der Misandrie.

Eine solche Scheinargumentation verwundert, setzt sich Herr Pickert doch angeblich für eine Partnerschaft auf Augenhöhe ein. Wenn dem so ist, weshalb ist es für ihn so unerträglich, wenn satt Frauen einmal Männer darlegen, was ihnen nicht passt? In einem Männertäter-Frauenopfer-Narrativ gibt es keine Partnerschaft auf Augenhöhe, da der Mann dann immer um Abbitte für seine Schlechtigkeit leisten muss und die Frau die Macht hat, Gnade walten zu lassen oder nicht. Kurz: Es ist das Gegenteil von Partnerschaft auf Augenhöhe.

Wenn wir die Scheinargumentation, die Nils Pickert bei anderen kritisiert, aber für sich selbst als legitim erachtet, könnten wir, wenn wir ebenso scheinargumentativ Herrn Pickert antworten wollten, ebenso fragen:

Wer grenzt männliche Opfer von Gewalt in einem Gewalthilfegesetz aus? Wer besteht denn auf das Männerrollenbild des Kriegers und möchte dieses jetzt aktiv wieder einführen? Wer hat 2012 Körperverletzung an Jungen durch Beschneidung, selbst durch medizinische Laien, legalisiert, weil man sich sonst schämte zu einer „Komikernation“ zu machen? Wer sieht seit dreißig Jahren tatenlos zu, dass Studien aus Deutschland und aus dem Ausland immer wieder belegen, das Jungen bei gleichen schulischen Leistung schlechtere Noten als Mädchen bekommen, also Jungen entgegen Artikel 3 des GG diskriminiert werden? Wer initiiert viele MINT-Mädchenförderprojekt aber nahezu keine Jungenleseförderprojekte und behauptet dann, wenn Jungen im Bildungswesen zurückbleiben, Jungen wären selber schuld und Mädchen seien einfach das begabtere Geschlecht? Wer lässt Jungen bewusst im Bildungswesen zurück und jammert dann über einen angeblichen Fachkräftemangel? Wer grenzt Jungen aus der geschlechterspezifischen Integrationsförderung aus? Wer implementiert eine von der Frauenpolitik bezahlte „Männerlobby“, die aber seit über 10 Jahren nicht Politik für Männer, sondern Frauenpolitik mit Männern macht und sich weigert mit denen in Dialog zu treten, die sie zu vertreten vorgeben und dafür sorgt, dass das Vorgenannte sich nicht ändert?  

Ja genau, Herr Pickert. Einfach nicht dazuschreiben. 

Dann also noch einmal ganz langsam für die Nils auf den Podesten.

Jeder. Zweite. Mann.

So könnten wir schreiben, wenn wir ebenso „argumentieren“ wollten, wie Nils pickert auf PinksStinks. Aber darum geht es nicht.

Männer, Herr Pickert, wollen einfach das Mindeste, nämlich, wie Frauen, Respekt, und es wird ihnen per Grundgesetz versprochen aber es wird ihnen von der Frauenlobby dominierten Geschlechterpolitik vorenthalten. Sie würden gerne nicht ausgegrenzt, ignoriert, marginalisiert, auf den Schlachtfeldern für die machthungrige Elite zwangsrekrutiert verheizt werden und ebenso wenig wie Frauen geschlagen, vergewaltigt und ermordet werden. Man verspricht Ihnen mit Gender Mainstreaming eine Geschlechterpolitik, die die Anliegen beider Geschlechter berücksichtigen würden, nutzt aber die dafür vorgesehenen prall gefüllten Fördertöpfe trotzdem wieder nur für Frauenförderung. 

Geschlechterpolitik geht es bis heute nur um die Frauenfrage, sonst nichts. Für Jungen und Männer gibt es nur die Täterrolle. Aber diese von der Geschlechterpolitik ihnen zugewiesene Rolle als Arschkarte der Nation stinkt Jungen und Männer zunehmend. Und das ist gut so. 

 

Quelle Beitragsbild: AdobeStock_339214783

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