Familienministerin Spiegels diskriminierendes Väter- und Männerbild

von MANNdat

Die neue Familienministerin Anne Spiegel gibt uns in mehreren Interviews und Twitter-Aussagen einen Einblick in ihr Männer- und Väterbild. Aber mehr noch: Sie liefert das Eingeständnis des geschlechterpolitischen Versagens beim Anspruch auf Vereinbarkeit von Familie und Beruf und sie zeigt, dass Feminismus nicht mehr glaubwürdig ist, wenn man den Mann als gleichberechtigten Menschen sieht.

Dass die neue Familienministerin Anne Spiegel („Einmal Feministin, immer Feministin“) wieder nur Frauenministerin ist und männliche Gewaltopfer marginalisiert, haben wir schon dargelegt. Ebenso haben wir schon berichtet, dass sie eine vehemente Verfechterin der Gendersprache ist, also der Sprache, mit der Jungen und Männer unsichtbar gemacht und damit dekonstruiert werden sollen. In einem Focus-Bericht erfahren wir aber auch viel über ihr Väter- und Männerbild:

Die Frau, die persönlich Hausmannskost liebt und eine gute Pasta samt kühlem Bier einem Fünf-Sterne-Menü vorzieht, engagiert sich seit Jahren im Kampf gegen jedwede Form von Sexismus und gilt als überzeugte Feministin. Wo sie kann hält sie ein Plädoyer für die Frauenquote, sieht bei diesem Thema einen „enormen Nachholbedarf“ sowohl in der Wirtschaft als auch in der Politik.

Gegen jedwede Form von Sexismus? Warum ist sie dann in einer Partei,

Gut, das ist nur eine rhetorische Frage. Wir wissen natürlich, dass sie sich eben nicht gegen „jedwede Form von Sexismus“ engagiert, sondern nur, wenn die Opfer des Sexismus weiblich sind – also quasi ein sexistischer Antisexismus.

Und an das Thema Gewalt an Frauen muss total neu herangegangen werden, die gesamte Infrastruktur für Frauen gilt es radikal anders zu regeln, so die Familienministerin.

Typisch: Vehement für‘s Gendern (also das angeblichen „Mitmeinen“ aller Geschlechter) aber bei Gewaltopfern meint sie nicht alle Geschlechter mit. Da geht es ihr nur um den weiblichen Teil der Menschheit.

Ein zweites Hauptprojekt der ambitionierten Grünen gilt der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. … Zudem plädiert sie für partnerschaftliche Gleichberechtigung.

Das klingt gut. Aber inwiefern soll diese Vereinbarkeit von Familie und Beruf auch für Männer gelten? Spiegel gibt darüber Aufschluss:

„Es darf nicht sein, dass die Frauen mit hängender Zunge durch ihren Alltag rennen und sich fragen, wann sie noch den Kuchen fürs Schulfest am Samstag backen sollen.“ Zu Hause hat das die Grüne schon geklärt – ihr Mann bäckt.  

Da sieh an. Bei umgekehrten Geschlechterrollen würde das als patriarchal verurteilt werden, aber hier… Unter „partnerschaftlicher Gleichberechtigung“ versteht Spiegel, dass die Frau klärt, wer bäckt. Auffallend: Kein Wort der Anerkennung oder gar des Dankes an ihren Mann, der für sie den Rücken freihält, damit sie Karriere machen kann. Im Gegenteil, in der „Welt“ findet Anne Spiegel das lustig:

Mein Mann hat schon bei der Geburt unserer ersten Tochter seinen Job aufgegeben. Bei uns ist also ein bisschen sehr umverteilt worden (lacht).“

Seine Vereinbarkeit von Familie und Beruf interessiert Spiegel nicht. Man stelle sich vor, ein Minister würde sagen „Meine Frau hat schon bei der Geburt unseres ersten Sohnes ihren Job aufgegeben. Bei uns haben wir das halt so verteilt“ und würde dabei lachen. Würde er einen weiteren Tag auf diesem Posten überstehen?

Auch auf Twitter geht es Spiegel nur um mehr Hausarbeit durch Männer:

„Eine gleichberechtigte und zukunftsorientierte Partnerschaft bemisst sich daran, dass Männer selbstverständlich die Hälfte der Familien- und Hausarbeit machen.“ Es brauche daher eine neue „Umverteilungsdebatte“, wie Männer mehr im Haushalt helfen und ihre Frauen leichter Karriere machen können.

Nein, das ist falsch. Eine gleichberechtigte und zukunftsorientierte Partnerschaft bemisst sich nicht daran, dass Männer selbstverständlich die Hälfte der Familien- und Hausarbeit machen, und den Beleg dafür liefert Spiegel selbst. Denn damit, dass, wie im Hause Spiegel, der Mann zuhause bleibt, und nahezu die ganze Hausarbeit macht, damit sie Karriere machen kann, hat die neue Familienministerin offenbar gar kein Problem. Hieß es von ihr nicht, sie wäre gegen jedwede Form von Sexismus?

Das was Spiegel uns hier mit ihrem eigenen Lebensentwurf präsentiert, ist nichts anderes als das Eingeständnis des geschlechterpolitischen Versagens bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Aber es zeigt noch mehr. Es zeigt, dass Feminismus nicht für Gleichberechtigung steht.

Das, was Feministinnen Männern als hegemoniale Unterdrückung der Frau unterstellen, nämlich, dass die Frau zuhause bei den Kindern bleibt und den Haushalt versorgt, während der Mann das Geld für die Familie verdient, wird bei umgekehrten Rollen von den gleichen Feministinnen als selbstverständliches Recht der partnerschaftlich vereinbarten Arbeitsteilung gesehen. Das zeigt, dass Feminismus nicht mehr glaubwürdig ist, wenn man den Mann als gleichberechtigten Menschen sieht.

Hinzu kommt noch, dass die Karrierefrau den Mann, der sich vorrangig um die Kinder gekümmert hat, dann, wenn die Beziehung in die Brüche geht, aufgrund unseres väterfeindlichen Sorge- und Umgangsrechtes relativ einfach zum reinen Versorgungsvater degradieren kann.

Sorgerechtsdiskriminierung von Vätern soll bleiben

Die enorme Väterfeindlichkeit in Deutschland ist erkennbar in den Fällen, in denen Väter bis vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) wegen Menschenrechtsverletzungen zogen und dort Recht bekamen. Siehe hierzu auch unsere Auflistung solcher Fälle. Diese Liste zeigt dabei nur die Spitze des Eisbergs. Auch beim EGMR wird nicht jeder Fall bis zum Ende verhandelt.

Die von Spiegels Vorgängerin, ehemaligen Bundesjustizministerin und jetzigen Verteidigungsministerin Lambrecht (SPD) angestoßene Ausbau der Diskriminierung von biologischen Vätern will Spiegel dagegen beibehalten. So Spiegel dazu in der Welt:

„Wir müssen auch endlich dafür sorgen, dass lesbische Mütter, die zusammen ein Kind bekommen, von Anfang an die rechtliche Anerkennung als Eltern bekommen.“

Eine rechtliche Gleichstellung von nicht gebärenden Frauen von Anfang an, die man biologischen Vätern bislang vehement verweigert. Diese Diskriminierung will Spiegel nicht abbauen. Stattdessen soll der biologische Vater, zum Beispiel aus dem Freundeskreis, aktiv seine Vaterrolle wahrnehmen können. Man brauche, so Spiegel, ein kleines Sorgerecht für „Bonuseltern“.

Wie gütig. Wir wissen nicht, ob sie das so beabsichtigte, aber sie bestätigt hier in verschiedenen Artikeln und Beiträgen das Klischee der männerfeindlichen, narzisstischen Feministin, die die Privilegierung der Frau als völlig selbstverständlich wahrnimmt, die Rolle des Mannes und Partners ebenso selbstverständlich lediglich als Mittel zum Zweck für ihre Wünsche sieht und für die Frauenrechte die Menschenrechte abgelöst haben.

Und Vereinbarkeit von Familie und Beruf soll offenbar nur für die Frau gelten. Es dürfe, so Spiegel, nicht sein, dass die Frauen mit hängender Zunge durch ihren Alltag rennen und sich fragen, wann sie noch den Kuchen fürs Schulfest am Samstag backen sollen. Hier muss man bedenken, dass Spiegel vehemente und begeisterte Gendersprachlerin ist. Das heißt, wenn sie Männer weglässt, meint sie Männer auch explizit nicht. Somit ist davon auszugehen, dass es für sie, als oberste für Väter zuständige Ministerin in Deutschland, egal ist, wenn Väter mit hängender Zunge durch ihren Alltag rennen und sich fragen, wann sie noch den Kuchen fürs Schulfest am Samstag backen sollen.

Kurzum: Spiegel ist wie ihre 13 weiblichen Vorgänger wieder nur eine Familienministerin für die Anliegen des weiblichen Teils der Familie. Und die Lebensaufgabe männlicher Partner besteht bei Spiegel offenbar darin, die Anliegen der Frau zu erfüllen. Eine gleichberechtigte und zukunftsorientierte Partnerschaft bemisst sich deshalb nicht daran, ob Männer selbstverständlich die Hälfte der Hausarbeit machen, wie Spiegel behauptet, sondern daran, wie weit Väter selbstverständlich entsprechend Art 3 GG im Sorge- und Umgangsrecht gleichberechtigt sind.

 

Bildquelle: Urheber: MINISTERIUM FÜR FAMILIE, FRAUEN, JUGEND, INTEGRATION UND VERBRAUCHERSCHUTZ RHEINLAND-PFALZ; Link zur Lizenz: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Datei:Pressefoto_2_Anne_Spiegel_11-15_nahe.jpg

Die Datei ist lizenziert unter der Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international“.

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Lesermeinungen

  1. Von Thorsten dröge

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  2. Von Mario

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