Geschlechterpolitisches Versagen in Sachsen soll wegbombardiert werden

von MANNdat

Warum fragen die Medienmacher nicht mal kritisch nach, wenn sich Politiker öffentlich so etwas wieder wünschen?

Not am Mann

Im Jahr 2007 hat das Berliner Institut für Bevölkerungsentwicklung die Studie „Not am Mann“ verfasst, in der es die Lebenslage junger Männer in den neuen Bundesländern analysiert hat.

Die Macher der Studie wiesen auf einen Zusammenhang in der prekären Lage junger Männer, die „auf dem Arbeitsmarkt, in der Bildung und bei der Partnerfindung benachteiligt“ seien. „Diese Personen sind damit von einer Teilhabe in wesentlichen gesellschaftlichen Bereichen ausgeschlossen. Da sich dieser Zustand bereits über Jahre verfestigt, ist zu befürchten, dass in den entsprechenden Regionen eine neue, männlich dominierte Unterschicht entstanden ist, die sich dauerhaft zu etablieren droht.“ Das Berliner Institut mahnte den sozialen Sprengstoff an, den das Ignorieren der Zukunftsprobleme junger Männer in sich birgt, u. a. auch das Ignorieren der Offenheit dieser Klientel zu dem, was man heute als „rechtspopulistisch“ bezeichnen würde.

Das Berliner Institut für Bevölkerungsentwicklung hat deshalb als wirksame Maßnahme für das Abdriften junger Männer in den Rechtsextremismus vor allem eine Bildungsförderung von Jungen und jungen Männern vorgeschlagen. Dabei sollten auch schon im Vorfeld Defizite, die die Bildungskarriere erschweren, ermittelt und beseitigt werden.

Überall, wo soziale Defizite bei Jungen vorhanden oder im Entstehen waren oder kommunikative Fähigkeiten von Jungen Defizite aufwiesen, sollten Sozialarbeiter, Sozialverbände, die Jugendhilfe, der jugendpsychologische Dienst oder Jugendgruppen gemeinsam mit Schulen Programme anbieten, die das Selbstvertrauen und die Motivation von männlichen Jugendlichen hebt. In Einzelfällen wurde sogar geschlechtergetrennter Unterricht zur Förderung von Jungen vorgeschlagen.

Des Weiteren wurde als wichtig angesehen, Männern von Frauen dominierte Berufsbereiche, wie z. B. den pädagogischen oder erzieherischen Bereich, die Dienstleitungsbranchen und den Tourismus, zu erschließen und sie in diese Berufe zu integrieren. Informationskampagnen wie z. B. „Mehr Jungen an Gymnasien“ wurden vorgeschlagen, die auch von Schulen, Kirchen, Jugendclubs usw. mitgetragen werden sollten. Solche Kampagnen seien schon seit den 1960er Jahren bekannt und erfolgreich erprobt, damals, um Mädchen aus dem Bildungsabseits herauszuholen.

Die etablierten Parteien haben sich aber weder um die Entwicklung der Lebenslage junger Männer in den neuen Bundesländern noch um die vorgeschlagenen Maßnahmen geschert.

12 Jahre nach dieser Studie ist exakt das eingetreten, was das Berliner Institut für Bevölkerungsentwicklung vorhergesagt hat. Die ehemaligen „Volksparteien“ CDU und SPD verlieren in den Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg trotz massiver Unterstützung der öffentlich-rechtlichen Medien erdrutschartig. In Sachsen ist die SPD sogar nur noch einstellig. In Brandenburg fliegt die FDP raus. Stattdessen wird die 2007 noch gar nicht  existierende AfD in beiden Landtagen jeweils zweistärkste Fraktion. Jene Partei, denen die politisch Verantwortlichen der etablierten Parteien Rechtspopulismus unterstellen.

Populistische Lösungen und der Hass auf die Sachsen

Wer geglaubt hat, dass nach diesen eingetretenen Prophezeiungen die damalige Studie des Berliner Instituts für Bevölkerungsentwicklung bei den Verantwortlichen nun mehr Beachtung finden würde, sieht sich getäuscht. Denn die Verantwortlichen ziehen einfache, populistische Lösungen vor.

Nach Michael Lühmann, Politikwissenschaftler und Demokratieforscher am Göttinger Institut für Demokratieforschung und Fachmann für Ostdeutschland, haben einfach ein Drittel der männlichen Wähler „Scheiße im Kopf“. Nach dieser These übrigens auch ein Fünftel der weiblichen Wähler.

Ein fragwürdiges Verständnis von Demokratie für einen Demokratieforscher. „Demokratie ist ein zweischneidiges Schwert“, sagte Peter Scholl-Latour, als die Hamas 2006 bei den demokratischen Wahlen in den von Israel besetzten Palästinensergebieten gewann. Was ist, wenn bei einer demokratischen Wahl die Wähler nicht so entscheiden, wie es den regierenden Demokratiewächtern passt? In Deutschland versucht die politische Elite derzeit die Wahlen so zu sanktionieren, dass mit höherer Wahrscheinlichkeit das herauskommt, was sie sich wünscht.

Der unsachliche Umgang mit der politischen Entwicklung in Sachsen, wie der Tweet des Demokratieforschers verdeutlicht, ist aber nicht Neues. Und er ist vor allem politisch initiiert.

Die Komikerin Maria Clara Groppler forderte Anfang Juni dieses Jahres in der Comedyshow „NightWash“, notfalls Napalm über Chemnitz abzuwerfen. Seit der Sachsen-Wahl sorgt dieses Video für Aufsehen. Natürlich darf auch der unvermeidliche Jan Böhmermann nicht fehlen: „Das einzige, was dieses Bundesland noch retten kann, ist eine Koalition aus Roter Armee und Royal Air Force.“ Der Blogger Hadmut Danisch ist übrigens auf Twitter gesperrt worden, als er dieses Statement Jan Böhmermanns wiedergegeben hat. „Quod licet Iovi, non licet bovi“ (deutsch: „Was dem Jupiter erlaubt ist, ist dem Ochsen nicht erlaubt“), wie der Lateiner sagt.

Aber weder Böhmermann noch Groppler sind die Ersten, die Gewalt gegen ostdeutsche Mitbürger auf diese Art marginalisieren. 2018 forderte der Detmolder Theaterregisseur Reiner Woop auf Twitter, eine Mauer um Sachsen zu errichten, um anschließend Napalm einzusetzen. Wörtlich schrieb Woop: „#Chemnitz Mauer um Sachsen, AfD rein, Dach drüber, Napalm und Tür zu.“

Doch es waren Politiker, die diese Gewaltphantasien hoffähig machten. 2016 nach zwei Anschlägen und Weltkriegs-Bombe im Stadtteil Räcknitz in Dresden postete der Grünenpolitiker Matthias Oomen auf Twitter: „In #Dresden ist #FliegerbombeDD in den Trends? Das lässt ja hoffen. Do! It! Again!“

Und schon 2014 sorgte die Piratin Anne Helm gemeinsam mit Deborah Andersen, der Sprecherin der Femen-Bewegung in Berlin, mit nackten, bemalten Brüsten für Schlagzeilen: „Thanks Bomber Harris“. Eine Anspielung an den Befehlshaber der britischen Royal Air Force, der für die Bombardierung der sächsischen Landeshauptstadt kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs mitverantwortlich war.

Politik und Gesellschaft haben sich offenbar derart radikalisiert, dass sie das Ergebnis demokratischer Wahlen und damit essentielle Teile unserer Verfassung ignorieren und teilweise Mitbürger übel attackieren, die lediglich von ihren legitimen Rechten Gebrauch machen.

Besonders geschmacklos sind die Napalm-„Witze“ wenn man bedenkt, dass 2019 in Dresden Kim Phuc Phan Thi mit dem Dresdener Friedenspreis ausgezeichnet wurde. Kim Phuc Phan Thi ist bekannt als das „Napalm-Mädchen“. Wer kennt es nicht, das Schwarz-Weiß-Foto, das ein nacktes Mädchen mit Verbrennungen am Körper im Vietnamkrieg kurz nach der Napalm-Bombardierung ihres Dorfes zeigt. Heute setzt sich die 55-Jährige als Friedensbotschafterin weltweit für Versöhnung ein.

Bomben auf Sachsenland

Bomben waren schon immer einfache Lösungen von einfachen Gemütern. „Bomben auf Engeland“ ließ man im Krieg singen. Heute leben wir in Zeiten, in denen auch im Wahlkampf von etablierten Parteien zunehmend Gewalt als Lösung propagiert wird. Das SPD-Plakat zur Europawahl mit dem Spruch „Nationalismus eiskalt abservieren“, das eine junge Frau im Europa-Pullover mit einem Schläger in den Händen zeigte, ist ein Beispiel dafür.

Gunnar Schupelius in der bz dazu:

Das Plakat kann in der Tat als Aufruf zur Gewalt verstanden werden, was sollte sonst seine Aussage sein? Die Dame im Europapulli befindet sich ja nicht auf dem Spielfeld, sondern im Wahlkampf. Sie hält den Schläger, um die ‚Ideologie des Nationalismus‘ zu bekämpfen, also alle, die sie dieser Ideologie zuordnet.

Das Plakat erregte wenig Aufsehen. (…) Wo sind die engagierten Demonstranten, die am Wochenende unter dem Motto ‚Vereint glänzen‘ und ‚Die Vielen‘ für ein tolerantes Europa eintraten? Stört sie der Softballschläger nicht?

Er sollte sie stören, denn die Gewalt der Straße behindert in Berlin ganz ernsthaft den Europawahlkampf und also die Demokratie. Die AfD musste ihre Wahlparty in Tiergarten am Sonntag absagen, nachdem die Betreiberin des Veranstaltungssaals von Linksextremisten massiv bedroht wurde, übrigens auch ihre Familie, Nachbarn und Mitarbeiter.

Nach einer Auswertung der Polizei wurden in diesem Wahlkampf in Berlin 1006 Wahlplakate zerstört, darunter 862 von der AfD. Wahlhelfer werden permanent angegriffen und eingeschüchtert. Am 11. Mai verabredeten sich die Jusos von Treptow-Köpenick, auf dem Bölschefest in Friedrichshagen einen ‚Stand der AfD einen ganzen Tag lang lahmzulegen‘.

Die Gewalt der Straße trifft bei weitem nicht nur AfD-Politiker. Publizisten werden bedroht und Professoren, wenn sie die falsche Meinung äußern. Anwohner müssen in Friedrichshain-Kreuzberg aufpassen, wenn sie in einer zu teuren Wohnung wohnen.

Autos brennen, Steine fliegen, Fenster gehen zu Bruch. Sogar Politiker der Grünen geraten ins Visier, wenn sie sich zu liberal verhalten. Denn die Linksextremisten akzeptieren den demokratischen Staat nicht, sie bekämpfen ihn.

Die SPD-Jugend macht mit diesen Feinden der Demokratie immer wieder gemeinsame Sache. Das Schläger-Plakat ist dafür ein anschauliches Beispiel.

Warum wählen viele Männer die AfD?

Eigentlich müssten die etablierten Parteien begeistert sein. Alle wollen vorrangig von Frauen gewählt werden. Dafür gibt es in allen Parteien spezielle frauenpolitische Einrichtungen, die sich ausschließlich um die Anliegen von Frauen und Mädchen kümmern, bis hin zu Quoten bei Führungspositionen, bei der es allein darauf ankommt, dass man eine Vagina zwischen den Beinen hat. Und da es einen stillschweigenden Konsens gab, dass keine der etablierten Parteien sich um die berechtigten Anliegen und Belange von Jungen, Väter und Männer kümmerte, konnte auch niemand vom männlichen Wählerpotential profitieren. Nach den etablierten Parteien sollten Männer offenbar am besten gar nichts wählen. Und solange die Stimmen der Protestwähler sich auf die unzähligen Kleinparteien verteilten, störte es die etablierten Parteien nicht. Die AfD hat es offenbar geschafft, viele dieser politikverdrossenen Männer zu aktivieren.

Aber wie ist ihr dies gelungen? Denn auch die AfD ist keine Partei, die sich bislang für die Anliegen und Belange von Jungen, Vätern und Männern einsetzen würde. Im Gegenteil: Gegenüber dem Wechselmodell zeigt sie sich ebenso abgeneigt wie die etablierten Parteien außer der FDP. Und ähnlich wie in der CDU gibt es dort Stimmen zur Wiedereinführung der Männerzwangsdienste. Ein Interesse an der Bildungsförderung der im Bildungssystem vernachlässigten Jungen ist bei der AfD ebenso wenig zu finden wie bei den etablierten Parteien. Kurzum: Männerpolitisch ist die AfD alles andere als „alternativ“.

Vielleicht liefert uns das Ausland Ideen, wie es dazu kommen kann.

Der bekannte britische und auch im US-Fernsehen äußerst prominente Journalist, Fernsehmoderator und Kommentator Piers Morgan ist der Auffassung, dass der Populismus [Anm.: gemeint ist hier ausschließlich der „Rechtspopulismus“] wachse, weil die [Links-] Liberalen unerträglich geworden seien. „Das sei, so Morgan, ein massives Problem geworden. Die Bürger haben die übertriebene »political correctness« satt.“ Die Linksliberalen seien zudem extrem autoritär geworden. Sie wollen allen anderen vorschreiben, wie man zu leben habe. Und wenn man ihren Anweisungen nicht folgt, wird man sogleich als „Faschist“ beschimpft, kritisiert Morgan. Es werde manchmal regelrechter Terror aufgebaut, bei dem unbescholtene Bürger wegen Kleinigkeiten von ihrem Job gefeuert werden oder vor anderen sozial bloßgestellt werden, nur weil sie sich weigern, den Idealen der „Linksliberalen“ zu gehorchen. (Danke für die Übersetzung an Arne Hoffmann von Genderama)

Könnte es sein, dass, dies übertragen auf die Geschlechtersituation in Deutschland, viele Männer eine Geschlechterpolitik der etablierten Parteien satthaben, die bis heute im Geschlechterkriegsdenken der 80er-Jahre des letzten Jahrhunderts stehen geblieben ist? Eine Politik, die die berechtigten Anliegen von Jungen, Vätern und Männern ignoriert und deren Probleme lediglich als positive Rückmeldung ihrer einseitigen Geschlechterpolitik feiern, die sich bis heute ausschließlich auf die Frauenfrage reduziert? Und könnte es sein, dass die männlichen Wähler ihren Unmut dadurch ausdrücken, dass sie ihre Stimme der Partei geben, bei der sie wissen, dass die etablierten Parteien sich am meisten ärgern, wenn sie diese wählen?

Das geschlechterpolitische Alleinstellungsmerkmal der AfD ist nicht, dass sie sich um die Anliegen von Jungen, Vätern und Männern kümmern würde, sondern dass sie keine ausgeprägte Frauenförderung betreibt und man deshalb von dort bislang gezielt männerfeindliche Sprüche wenig vernimmt. Und das reicht bislang offenbar aus, männliche Wähler zu mobilisieren. Und hier muss man auch einen Grund für das feministische Wahlrecht sehen, das nach Willen der etablierten Parteien eingeführt werden soll. Damit soll die AfD konkret zu männerfeindlichen Schritten gezwungen werden, zu einer Geschlechterpolitik, die sich wieder ausschließlich um die Frauenfrage schert. Damit würde die AfD langfristig bedeutungslos werden. Warum sollten dann Männer eine „Alternative“ wählen, die gar nicht mehr alternativ ist?

Busse nur für Frauen

Es gibt viele Gründe, die berechtigten Anliegen von Männern in die geschlechterpolitische Agenda der Parteien aufzunehmen. Lucas Schoppe vom Blog Mantau dazu am Beispiel der Väterpolitik:

Dabei gibt es durchaus gute Gründe, die Männerpolitik von Parteien zu überdenken – oder überhaupt einmal zu fragen, ob Parteien Männer eigentlich noch ansprechen wollen. Die Interessengemeinschaft Jungen Männer Väter hat beispielsweise gerade eine Pressemitteilung veröffentlicht,  in der sie über die Vergabepraxis öffentlicher Mittel im Familienministerium berichtet. In der Geschlechterpolitik fördert das Ministerium ausschließlich Frauenverbände, und dies insgesamt mit Millionensummen, und es vergibt Hunderttausende aus öffentlichen Mitteln gar an den Deutschen Frauenrat und an den Deutschen Juristinnenbund, in dem Männer nicht einmal Mitglied werden können.

Auch der Verband der alleinerziehenden Mütter und Väter, der seit Jahren eine Politik der Ausgrenzung von Vätern aus der Beziehung zu ihren Kindern betreibt, wird mit Hunderttausenden aus öffentlichen Mitteln unterstützt – und dies gilt allein für die Bundesgeschäftsstelle, die Förderung von Landesverbänden ist noch nicht eingerechnet.

Für Gruppen aber, die sich für die Belange von Vätern, Männern oder männlichen Kindern und Jugendlichen einsetzen, gibt es – nichts. Das Ministerium begründet das mit dem Omibusprinzip„In einen vollen Bus könnten nur Fahrgäste zusteigen, wenn andere ausstiegen.“

Dieses Prinzip, das eigentlich beliebige Ausweitungen öffentlicher Forderungen verhindern soll, wird hier zynisch eingesetzt: Als wäre es irgendwie immer auch schon eine sinnvolle Väterpolitik, wenn die Ausgrenzung von Vätern zementiert werde, so dass dann für Väter auch schon alles Nötige getan und eine darüber hinaus gehende Förderung von Väterverbänden gar nicht mehr nötig wäre.

Tatsächlich ist das grundsätzlich durchaus sinnvolle Omnibus-Prinzip nur dann legitim, wenn überhaupt eine faire Verteilung von Mitteln gewährleistet ist und die Zuwendung öffentlicher Mittel nicht schlicht durch Besitzstände legitimiert wird – was allerdings das SPD-geführte Ministerium demonstrativ nicht interessiert. Regelrecht höhnisch ist der bürokratische Zynismus, mit dem eben dieses Ministerium der Interessengemeinschaft Jungen Männer Väter, die keinen Cent öffentlicher Mittel erhält, eine Rechnung von 240 Euro für die Auskunft über die finanzielle Förderung von Frauen- und Männerverbänden ausstellte. 

Bei den Grünen können Männer nicht mehr erwarten als bei den Sozialdemokraten. Gerd Riedmeier, Sprecher der Interessengemeinschaft, berichtet von einem Anruf der familienpolitischen Sprecherin der Grünen im Bundestag, Katja Dörner: Allein der Gedanke, sie könne zu einem Gespräch mit Vertretern eines jungen- und männerpolitischen Verbandes bereit sein, habe bei den Mitarbeiterinnen im Büro einen nachhaltigen Lachanfall ausgelöst.

Die IG JMV hat dabei nur die Spitze des Eisbergs beleuchtet. Zu den 3,1 Millionen Euro, mit denen jährlich ausschließlich frauenpolitische Lobby mit Steuergeldern mitfinanziert wird, kommen 2019 und 2020 nochmals 35,1 Millionen Euro ausschließlich zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen. Für männliche Gewaltopfer gibt es kein Cent. Das sind zusätzlich zu dem ausschließlich für Frauen reservierten Lobbyförderbus nochmals 12 ausschließlich für Frauen reservierte Busse.

Und seit 2008 hatten Hochschulen im Rahmen des „Professorinnenprogramms“ bislang insgesamt 300 Millionen Euro dafür erhalten, dass sie Professuren ausschließlich danach vergaben, dass die berufenen Personen eine Vagina zwischen den Beinen haben. Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) der Kultusministerien der Länder und des Bundesbildungsministerium (BMBF) haben beschlossen, weitere 200 Millionen Euro bis zunächst 2022 in dieses Professorinnenprogramm zu stecken, in der Summe also eine halbe Milliarde Euro. Eine vergleichbare Förderung männerunterrepräsentierter Studiengänge, z. B. im medizinischen oder pädagogischen Bereich, gibt es nicht. Das sind zusätzlich nochmals 167 Busse ausschließlich mit für Frauen reservierten Sitzplätzen.

Hinzu kommen dann noch die Frauenministerien und Gleichstellungs- und Frauenbeauftragte, die dafür sorgen, dass von der kommunalen politischen Ebne über die landespolitische bis zur bundespolitischen Ebene die Anliegen von Mädchen und Frauen explizit Berücksichtigung finden, die von Jungen und Männern jedoch nicht. Eine strukturelle Diskriminierung von Männern.

Dann kommen noch die MINT-Förderprogramme für Mädchen hinzu, während Jungen bildungspolitisch zurückgelassen werden.

Und die ausschließliche Migrantinnenförderpolitik bei gleichzeitiger gezielter Ausgrenzung von männlichen Migrantenjugendlichen ist schon längst politischer Standard aller Parteien auf allen politischen Ebenen.

Busse über Busse ausschließlich für Frauen. Das nennt man Gender-Budgeting, d. h., Fördergelder gibt es nur für Frauenförderpolitik.

Die Krüger-These vom „Problem“ des „berufsaktiven Menschen“

Wie schon erwähnt, könnten die Wahlergebnisse Anlass geben, sich über die Situation von Männern, nicht nur in Ostdeutschland, Gedanken zu machen. Die politisch Verantwortlichen bleiben allerdings ihren kleingeistigen „Lösungen“ treu. Der Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, Thomas Krüger, hat deshalb eine ganz andere These. Nach seiner Meinung seien nicht prekäre Jugendliche das „Problem“, wie die Studie „Not am Mann“ meint. Seine Ansicht, laut Epoch Times vom 10. September 2019: „Die Problemgruppe Nummer eins sind die berufsaktiven Menschen.“ Belege dafür nennt er keine.

Was er mit dem selbst kreierten Adjektiv „berufsaktive“ meint, wird klar, als er weiterhin darlegt, dass Berufstätige nicht in „formalen Infrastrukturen politischer Bildung eingebunden [sind] und […] neben Job und Familie ein relativ geringes Zeitbudget zur Verfügung [haben]“. Die Berufstätigen sind also – nach Meinung Krügers – das Problem, sprich die arbeitende Bevölkerung. Man beachte, dass Krüger einer Partei (SPD) angehört, die gegründet wurde, um sich für Arbeiter einzusetzen, allerdings in einer Zeit, in der die SPD-Politiker noch nicht so geschwollen daherredeten.

Thomas Krüger machte schon 1994 als Berliner Senator im Bundestagswahlkampf Furore mit einem Wahlplakat, auf dem er nackt posierte. „Eine ehrliche Haut“ hieß das Motto, mit dem die SPD offenbar schon damals nicht mehr glaubwürdig genug rübergekommen ist. Er verlor damals nämlich gegen Christa Luft von der SED-Nachfolgepartei PDS, kam aber über einen Listenplatz in den Bundestag. Seit 2000 leitet er die Bundeszentrale für politische Bildung, bei der entsprechend ihres politischen „Bildungs“konzeptes u. a. Stimmung gegen feminismuskritische Menschen gemacht wird.

Der Bürger soll lernen, das zu denken, was die Regierenden wollen

Laut „Dresdner Neue Nachrichten“ will Krüger Berufstätige durch ein stärkeres Angebot in den klassischen und sozialen Medien, ein stärkeres Angebot in den Betrieben und einer stärkere Verzahnung von politischer Bildung mit vereinsgebundener ehrenamtlicher Arbeit mit der nach der Bundeszentrale für politische Bildung richtigen politischen Kompetenz ausstatten. Einige „rechtskonforme kreative Modelle“ habe es auch gegeben, über die sich Krüger allerdings ausschweigt.

Politische Bildung, insbesondere eine solche, die Menschen zum selbstständigen Denken über Politik anregt, ist absolut zu begrüßen. Doch die Aussagen Krügers wecken bei uns Erinnerungen an das „Framing-Manual“ der ARD, eine Anleitung zur Manipulation. Tatsächlich stellte Martina Weyrauch, Leiterin der Landeszentrale für politische Bildung in Brandenburg, klar, dass bei dieser „politischen Bildung“ von Neutralität nicht die Rede sein könne. Weyrauch spricht wie Krüger ein wenig in Rätseln. Aber man bekommt den Eindruck, bei dieser „politischen Bildung“ geht es weniger darum, den Menschen politisches Denken zu lehren, sondern vielmehr darum, was sie politisch zu denken haben.

Weyrauch nennt als positives Beispiel übrigens die „Fridays for Future“-Bewegung, ausgerechnet also jene Bewegung, deren Kultfigur Greta ein Mädchen mit Zöpfen ist. Hat uns Frauenministerin Giffey nicht vor kurzem ein Machwerk dieser neuen politischen Erziehungsoffensive der Amadeu Antonio Stiftung ans Herz gelegt, in dem klar und deutlich erklärt wird, dass Mädchen mit Zöpfen auf ein völkisches Elternhaus hindeuten können und deshalb Vorsicht geboten wäre?

Offenbar gibt es noch erhebliche Abstimmungsprobleme, was die Verantwortlichen als die „richtige Politik“ sehen, die den Menschen eingebläut werden soll. Vielleicht legt man sich auch gar nicht fest und lässt sich ganz bequem einfach vom jeweils herrschenden Mainstream leiten. Aber wäre das dann nicht schon wieder populistisch?

Bild: Bundesarchiv_Bild_183-Z0309-310,_Zerstörtes_Dresden.jpg, Vorschaubild: Bundesarchiv_Bild_141-2716,_Britisches_Flugzeug_Avro_Lancaster.jpg

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Lesermeinungen

  1. Von Norbert W.

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  2. Von Norbert W.

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  3. Von _Flin_

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  4. Von Bildungsferner AfD-Wähler

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