Jordan Peterson im Interview mit Cathy Newman zum Lohngefälle zwischen Mann und Frau, zum Aktivismus an Universitäten und zur Postmoderne

von Gastbeiträge

(9:24 – 11:50)

Newman: Und Sie begrüßen das?

Peterson: Aber natürlich!

Newman: Und wären Sie dann auch froh, wenn man dieses Lohngefälle vollständig ausgleichen würde? Denn das ist schließlich das, was all die radikalen Feministen wollen.

Peterson: Das kommt darauf an, wie man diesen Ausgleich herbeiführen und anschließend messen würde.

Newman: Sie sehen also ein Problem darin, dass der Ausgleich zu Lasten von Männern erfolgen würde?

Peterson: Er könnte zu Lasten vieler Dinge erfolgen. Ein Ausgleich könnte sogar zu Lasten der Interessen von Frauen erfolgen.

Newman: Weil Frauen unglücklich wären, wenn sie das gleiche Gehalt bekommen würden?

Peterson: Nein. Ein Ausgleich könnte im Konflikt mit den Entscheidungen von Frauen stehen, die überhaupt erst zum Lohngefälle führen.

Newman: Wie zum Beispiel, Kinder bekommen zu wollen?

Peterson: Oder sich für schlechter bezahlte Berufe zu entscheiden, was Frauen oft tun.

Newman: Aber warum sollte es Frauen nicht zustehen, keine Kinder zu bekommen oder eben besser bezahlte Berufe zu wählen?

Peterson: Das tun sie und das dürfen sie doch auch.

Newman: Aber sie sagen, das würde sie unglücklich machen?

Peterson: Nein, das sage ich nicht und das habe ich bisher auch nicht gesagt.

Newman: Sie sagen, Frauen würden sich damit keinen Gefallen tun.

Peterson: Nein, ich habe gesagt, dass sie sich keinen Gefallen damit tun, sich für schwache Partner zu entscheiden. Was ich glaube, ist, dass sich viele Frauen im Alter zwischen, sagen wir, 28 und 32 einem Konflikt zwischen Karriere und Familie ausgesetzt sehen. Und ich glaube, das hat zum Teil etwas mit der kurzen Zeitspanne zu tun, in der sie die wichtigsten Aspekte ihres Lebens ordnen müssen. Frauen müssen ihr Leben früher ordnen als Männer, weshalb Männer unter anderem auch nicht so sehr unter Druck stehen, erwachsen zu werden. Die typische Frau muss ihr Berufs- und Familienleben in etwa bis zum Alter von 35 Jahren geordnet haben. Denn danach gehen ihr allmählich die Möglichkeiten aus und dieser Umstand setzt Frauen unter enormen Druck, der immer größer wird, je näher sie ihrem 30. Lebensjahr kommen.

Newman: Aber ich tue mich schwer mit dem Bild der „typischen Frau“, denn alle Frauen sind doch verschieden. Lassen Sie mich noch eine Stelle aus Ihrem Buch anführen …

Peterson: Nun ja, sie sind in mancher Hinsicht verschieden, aber es gibt schon Gemeinsamkeiten.

Newman: Okay. Sie sagen, Frauen würden verletzlicher, wenn sie Kinder bekämen.

Peterson: So ist es.

Newman: Und in einem Ihrer Interviews auf YouTube vergleichen sie Frauen mit verrückten Hyänen. Nun habe ich eine ganz simple Frage: Ist die Gleichberechtigung der Geschlechter in Ihren Augen nur ein Hirngespinst? Etwas, das nie in die Tat umgesetzt wird?

Peterson: Das kommt darauf an, was Sie unter Gleichberechtigung verstehen.

Newman: Faire Behandlung, gleiche Chancen …

Peterson: Sicher könnte man an einen Punkt gelangen, an dem die Menschen fair bzw. fairer behandelt werden, wobei man sagen muss, dass Menschen in westlichen Kulturen bereits ziemlich fair behandelt werden. Aber es gibt durchaus Verbesserungspotenzial.

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Lesermeinungen

  1. Von Mathematiker

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  2. Von Riva

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  3. Von Mathematiker

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    • Von Matthias Enderle

    • Von Mathematiker

    • Von Matthias Enderle

    • Von Mathematiker

  4. Von uepsilonniks

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